Weiberkram! Frauen am Limes.

Im überfüllten Saal des Gasthauses Odenwald in Höchst-Hummetroth berichtete Ines Günther-Laake, Kunsthistorikerin und Historikerin im Römerkastell Saalburg über „Weiberkram“.

Lange Zeit galt es als verpönt, über Frauen zu forschen, denn wie sollte es überhaupt möglich sein, dass dieses Geschlecht, zuständig für Haushalt und Kinder, überhaupt eine eigene Geschichte hat? Exemplarisch zeigte Ines Günther-Laake in ihrem Vortrag, dass es nicht nur Frauen am Limes gab, sondern dass diese sogar vielfältig berufstätig waren. Gestützt wurden diese Aussagen auf unzählige Grabfunde von Frauen und Kindern im Provinzbereich und auf einige antike Autoren wie Soranos und Tacitus.
Eingestimmt mit Moretum, Mulsum, Panis und Posca berichtete die Referentin den Besuchern von Frauen aus aller Herren Länder, die ihre eigenen Traditionen mit den römischen Geflogenheiten vermischten, so dass eine erste multikulturelle Gesellschaft besonders in den Provinzen entstand. Ebenso wurde aber auch von einer hohen Kindersterblichkeit berichtet, die bedingt durch zu frühe Schwangerschaften und mangelnde Hygiene bei der Geburt zahlreiche Leben opferte und verschiedene Berufe wie Hebammen, Heilerinnen und Ärztinnen ins Leben rief.
Weiter wurde lebendig von freigelassenen Sklavinnen, die im textilen Bereich tätig waren und dem schmalen Grad zwischen Gastwirtschaft und Prostitution in der Antike erzählt.
Auf die zahlreichen Trachtbestandteile und Gewänder der Römerinnen und Frauen in den römischen Provinzen konnte Ines Günther-Laake nur ansatzweise eingehen, da dieses Thema zu umfangreich ist und einen eigenen Vortrag fordert, der bereits in Planung ist. Ebenso wird die Referentin am 02.09. auf der Saalburg über einige Aspekte berichten, die im Vortrag nicht zur Sprache kamen. Für den Ausflug mit dem HGV Lützelbach gibt es noch einige wenige freie Plätze. Info unter Tel: 06165 449 Manfred Putz.
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