Zu selten genutzte B45-Umleitung sorgt für Unmut unter Michelstädter Bürgern

Vielen kommt es derzeit so vor, als bestünde der ganze Odenwaldkreis nur aus Baustellen. Insbesondere der Bauabschnitt B45 zwischen Hammerweg und Potsdamer Platz erfordert vor allem von den Michelstädter Bürgern viel Geduld und bringt zusätzliche Gefahren mit sich.

Denn die eigentlich in der Zeit vom 6. Juni bis 18. Juli vorgesehene Umleitung über den Stadtring wird von LKWs, Bussen und PKWs, die den Streckenabschnitt B45, der gerade saniert wird, nur als Pendler befahren, zu wenig genutzt. Grund dafür: Es gibt ein Schlupfloch über die Kellereibergstraße-Wiesenweg-Bahnhofstraße. Da sich viele dazu entschließen diese „Abkürzung“ zu nehmen führt dies zeitweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Biegt man in den Stoßzeiten in den Wiesenweg ein, steht man teils bis zu 20 Minuten im Stau Richtung Ampelanlage Bahnhofstraße/Potsdamer Platz. Und möchte man vom Wiesenweg Richtung Kellereibergstraße links abbiegen ist die Wartezeit teils nicht kürzer, da sehr viele Fahrzeuge vorfahrtsberechtigt in die Straße Wiesenweg einbiegen.

Natürlich kann die Stadt Michelstadt keinem Fahrzeugführer verbieten welche „Abkürzung“ er nimmt! Das ist von Gesetzeswegen leider nicht möglich. Die eingerichtete Umleitung über den Stadtring ist deshalb nur als „Empfehlung“ zu sehen. Der Spuk dürfte zwar am 18. Juli erst einmal vorbei sein, wenn Hessen Mobil sein Versprechen hält und die B45 für den Wiesenmarkt-Verkehr wieder öffnet. Doch bis dahin haben vor allem Fußgänger in Wiesenweg und Bahnhofstraße mit erheblichen Behinderungen zu rechnen. Bedingt durch die lange Wartezeit vom Wiesenweg her werden viele Fahrzeugführer schon einmal etwas ungeduldig, befahren in dem stockenden Verkehr auch schon mal den Zebrastreifen oder hupen, wenn ein Fußgänger versucht sich durch zwei stehende Autos zu drängeln, weil er sonst nicht über die Straße kommt.

Parkende Autos nötigen zu Slalomfahrten

Außer dem Zeitfaktor, den viele in der „Abkürzung“ Kellereibergstraße-Wiesenweg-Bahnhofstraße zurück auf die B45 sehen, ist der weitere Grund, warum nur wenige Fahrzeuge, die eine durchgängig befahrbare B45 nur im Pendlerverkehr nutzen würden, die extra eingerichtete „Umleitung“ über den Stadtring nicht nutzen, dass sie dort regelrecht zum Slalom fahren gezwungen werden. Trotz aufgestellter Halteverbotsschilder (teils beidseitig, auch wenn das von den Verantwortlichen sogar teils bestritten wird) sieht man weiterhin vor allem im Bereich „Alter Stadtring“ von den dortigen Anwohnern / deren Besuchern auf der Straße regelmäßig dort geparkte Autos, die zum Slalom fahren regelrecht "nötigen". An eine unkomplizierte Umleitung ist daher nicht zu denken.

Die Stadt Michelstadt, insbesondere das Ordnungsamt, wehrte sich aber auf Nachfrage dagegen, dass das Halteverbot auf dem Stadtring nicht umgesetzt würde. Man würde hier angeblich 4 bis 5 Mal täglich auch an Wochenenden kontrollieren. Jeder, der auch außerhalb der Umleitungszeit den Stadtring regelmäßig befährt weiß jedoch, dass selbst fest installierte Halterverbotsschilder auf dem Stadtring von den Anwohnern ignoriert und die Einhaltung des Halteverbots nicht kontrolliert wird. Eine besondere Verkehrsbehinderung stellt ein Bus dar, der sporadisch, aber stundenlang, sogar unmittelbar im Kurvenbereich des Kreisverkehrs an den Hochhäusern steht. Viele ortskundige PKW- und LKW-Fahrer wissen auch um diese Situation und meiden den Stadtring schon deshalb.

Bleibt nun für die genervten Bürger im Bereich Kellereibergstraße/Wiesenweg/Bahnhofstraße zu hoffen, dass seitens der Verantwortlichen in den letzten knapp drei Wochen der Umleitungsphase endlich Einsicht gezeigt und das Halteverbot auf dem Stadtring endlich überhaupt bzw. schärfer kontrolliert wird. Derzeit macht der Stadtring jedoch weiterhin seinem Beinamen, den viele Michelstädter ihm verpasst haben alle Ehre – „zweiter Großparkplatz“. Die Verantwortlichen bei der Stadt Michelstadt und den anderen zuständigen Behörden scheinen sich nicht wirklich über die haarsträubende Situation im Bereich Kellereibergstraße-Wiesenweg-Bahnhofstraße bewusst zu sein. Insbesondere nicht über die Gefahr, die von diesem hohen Verkehrsaufkommen ausgeht für die Fußgänger, insbesondere für die Schüler der sich in der Nähe dieses Bereichs befindlichen Grundschule.


Kein Ende in Sicht

Wenn eben von Richtung RKW Michelstadt kommend die Umleitung über Kellereibergstraße-Wiesenweg-Bahnhofstraße auch noch so offen ausgeschildert wurde von Hessen Mobil, ist es kein Wunder, dass sich dort der Verkehr staut - zum Unmut vieler Michelstädter Bürger. Als ob der Verkehr hier nicht eh schon gefährlich genug wäre, insbesondere im Bereich der berüchtigten Kreuzung Thierolf/Kaufland.

Doch vor einem Durchfahrtsverboten für LKWs, die keine Anlieferungen in Michelstadt zu erledigen haben, und deren damit strikte Umleitung über den Stadtring möchten alle involvierten Verantwortlichen offenbar auch nichts wissen.

Wenden sich nun besorgte Bürger Michelstadts an die zuständigen Behörden, werden sie abgewimmelt und bekommen gesagt: Man könne ja zu Fuß gehen!

Es wird, wie zu vermuten ist durch die bestehende Straßensanierungs-Wut, die derzeit herrscht wohl nicht das letzte Mal sein, dass der Stadtring als "Umleitung dienen soll"! Ab Ende August soll auch die B47 in Richtung Eulbach voll gesperrt werden. Für die Bürger Michelstadts bedeutet das wieder nach einer kurzen Erholungspause längere Wartezeiten und Schreckminuten wenn ihnen ein großer Sattelzug in einer eigentlich dafür nicht ausgelegten Straße (wie Hochstraße oder Friedrich-Ebert-Straße, Erbacher Straße oder d´Orville Straße) entgegen kommt. Doch die Verantwortlichen bei Stadt, Kreis und Hessen Mobil tun hier nichts für die Sicherheit der Bürger! Vielmehr sorgen sie über die Beschilderung noch dafür, dass der Verkehr mitten durch die Stadt geleitet wird!
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