Tollkühne Piloten starten bei „Opa Wolf-Pokal“ in Vielbrunn

Gerald Koch aus Vielbrunn prüft, wie nah er dem Lande-T gekommen ist. (Foto: Wolfram Zirngibl)
Michelstadt: Flugsportclub Mümlingtal |

Ziellandewettbewerb im Segelfliegen bei besten Bedingungen

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fand am vergangenen Samstag der nach einem früheren Mitglied des Luftsportvereins Zellhausen benannte „Opa-Wolf-Pokal“ auf dem Segelfluggelände in Vielbrunn statt. Der Sieger des Vorjahres richtet dieses Event immer im Folgejahr aus, so dass in diesem Jahr die Vielbrunner Segelflugpiloten, die im vergangenen Jahr in Zellhausen die Nase ganz vorn hatten, mit der Organisation dieser einzigartigen Traditionsveranstaltung im deutschen Segelflug betraut waren.

So gingen am frühen Samstagmorgen 51 Piloten aus sieben benachbarten Vereinen (Vielbrunn, Bensheim, Babenhausen, Zellhausen, Aschaffenburg, Obernau und Rein-heim) an diesem Wettbewerb an den Start, bei dem es darum geht, während der Landung, ohne Bremse auf der Kufe des Segelflugzeugs rutschend, so nahe wie möglich am sogenannten "Lande-T" stehenzubleiben. Je näher der Pilot am Lande-T zum Stehen kommt, desto mehr Punkte erreicht er. Dieser Wettbewerb ist nur noch mit sehr wenigen, alten Flugzeugtypen wie der auch in Vielbrunn stationierten "K-8" mög-lich, da nur diese älteren Flieger auch noch über eine Kufe und nicht nur über ein Fahrwerk (mit Rädchen) verfügen.

Ob der Pilot – wie beim Dart das „Bulls-Eye“ - trifft, ist von mehreren Faktoren abhängig, wie z.B. dem Zustand des Grases oder den vorherrschenden und ständig wechselnden Windverhältnissen, die in Vielbrunn am Samstag schwierig waren. Es liegt also in der Hand des jeweiligen Piloten, nach dem morgendlichen intensiven Briefing die Witterung, den Zustand des Bodens und vor allem mit welcher Geschwindigkeit er das Flugzeug aufsetzt, richtig einzuschätzen. Freud und Leid liegen hier oftmals sehr eng beieinander, wenn Flugzeuge weit über das Ziel hinaus rutschen oder etliche Meter davor zum Stehen kommen. Und auch wer das Ziel direkt trifft bekommt Punktabzug, da dieses nicht berührt werden darf. Der Wettbewerb ist und bleibt natürlich ein Spaßwettbewerb, bei dem es vorrangig darum geht, eine lustige Tradition fortzuführen und die Kommunikation in der Segelfliegerwelt zu fördern. So verglichen sich in Viel-brunn die jungen Hüpfer mit den „alten Hasen“, und das Ergebnis war entsprechend gemischt. Sowohl die Einzelwertung als auch die Mannschaftswertung konnten die Zellhäuser wieder für sich entscheiden, so dass der Wettbewerb auch im nächsten Jahr wieder an die südhessischen Nachbarn geht. Es gewann der bereits 74jährige Raimund Blumör vor Gerald Koch von den Vielbrunnern und Vincent Wilczek aus Bensheim. Bei der Mannschaftswertung hatten die Air Runners aus Zellhausen die Nase vorn vor den „Opa Wolf Classics“ aus Vielbrunn und den Gee Bees, ebenfalls aus Vielbrunn. Damit schnitten die eigenen Flieger hervorragend ab und dürfen über diesen schönen Erfolg besonders stolz sein.

Nächstes Highlight schon am kommenden Wochenende

Nachdem der Opa Wolf Pokal nun so hervorragend organisiert über die Bühne ging, kommt schon gleich am nächsten Wochenende ein weiteres fliegerisches Highlight. Die Vielbrunner Segelflieger stellen ihr Gelände den motorisierten Gleitschirmfliegern zur Verfügung. In dieses Jahr wird das "Paramotor Performance Training" in Vielbrunn ausgetragen, ebenfalls einer einzigartigen Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Hier wird den hoffentlich zahlreichen Zuschauern besonderes Können geboten. 20 Motorschirm-Flieger, darunter 6 französische Gastpiloten, werden u.a. während des Fluges Ringe mit den Füßen aufnehmen und in einem Ziel abwerfen, mit Riesenbällen Fußball spielen und drei 15 Meter hohe Pylonen auf Zeit im Tiefflug umfliegen. Bei entsprechendem Wetter startet das Spektakel am kommenden Freitag um 14.00 Uhr, geht bis zum Sonntag und endet mit der Siegerehrung des Fun Cups. Die Veranstalter erhoffen sich spannende und unfallfreie Flüge bei bestem Wetter.
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