Royal Rangers helfen dem NABU beim Bau des Schutzzauns in Ober-Ramstdt

Royal Rangers: "allzeit bereit"
Kommt er noch oder kommt er nicht mehr, der Winter? Die milden Temperaturen lassen die Amphibien erwachen. Damit sie auf dem Weg zum Ober-Ramstädter Regenrückhaltebecken nicht unter die Reifen geraten, machten sich am 22. Februar vier Mitarbeiter vom NABU und acht Mühltaler Royal Rangers an die Arbeit, den rettenden Zaun zu bauen. Bewaffnet mit Stahlstäben, Fangeimern, Spaten und Schaufeln ging‘s ans Werk. Sie wurden fachkundig von Michael Anton aus Ober-Ramstadt angeleitet. Dabei erfuhren die Pfadfinder vieles über die Wanderung der Kröten. Die brauchen zum Laichen ein stehendes Gewässer – nicht die Modau, die die Eier fortspülen würde. Darum haben sie erst nach Fertigstellung des Stausees den kurzen Weg über die Straße gewählt. Als der NABU-Vorsitzende, Herr Enders, von dem Krötengemetzel erfuhr, sorgte er in einer Blitzaktion für einen provisorischen Zaun aus Plastik, der später durch einen professionelles Gewebe ersetzt wurde. Der Schutzzaun muss jedes Jahr neu gestellt werden. Im Abstand von ca. 15 m werden Fangeimer dicht am Zaun eingegraben. Zur Laichzeit müssen die Tiere in den frühen Morgen- und den Abendstunden eimerweise über die stark befahrene Straße transportiert werden, damit sie nicht von den Krähen als leckere Fleischmahlzeit entdeckt werden. Viele Autofahrer haben Verständnis, aber die Helfer müssen auch manches Schimpfwort ertragen. Bis zu 1.700 Tiere bekamen in Eimergondeln eine rettende Freifahrt - und zwar hinüber zum Ablaichen und danach wieder herüber. Die Tendenz ist abnehmend, weil die süßen kleinen Jungkröten wegen einer Betonmauer auf der Teichseite nicht über die Straße zurück können und ein anderes Nahrungsgebiet suchen müssen. So waren es 2013 nur noch 575 Tiere.
Am frühen Nachmittag war eine Zaunstrecke von ca. 375 m gestellt. Am Ende der Aktion tauchte dann die erste wohlbeleibte Erdkröte überraschend auf, um das Werk zu inspizieren. Den letzten Zaunabschnitt wird das Ehepaar Anton mit Männern des Horizonthauses in Reinheim unter der Woche vollenden. Wenn die Abende feucht werden und die Temperaturen über 6° betragen, kann der Run zum Wasser los gehen aber zuerst plums in den Fangeimer. Der Blick in viele wunderschöne Krötenaugen belohnt die Mühe der Naturschützer.
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