Aktuelles aus den Hilfsprojekten der Ghana-Hilfe Nima e.V.: Ein ganz normaler Projektbesuch…

Baby „Hope“, ein Zeichen der Hoffnung! Verzweifelte Mutter gibt Baby fort und wird noch am selben Tag gemeinsam mit ihrem Sohn bei uns aufgenommen.
 
Junior Programm Nima (v.r.n.l.): Amin Zaaki, Mitarbeiter Garba Bagobiri, Filmemacherin Barbara Luchner sowie die Zwillinge Issah und Issahak mit ihrem blinden Vater Mukhtar.
(Hier können Sie das Original-PDF abrufen: Rundschreiben)

Liebe Freunde und Förderer von Nima e.V.,

als erstes möchte ich anknüpfen an unser Rundschreiben vom September, in dem wir über das traurige Schicksal meiner Nichte Mariam T. berichtet haben. Der 10-jährigen Mariam geht es seit dem Ende der sexuellen Übergriffe den Umständen entsprechend wieder besser. Wir möchten ihrem Onkel Amin Zaaki (Gründungs- und Vorstandsmitglied) und seinen ghanaischen Mitstreitern vielmals für ihren bewundernswerten Einsatz danken, aufgrund dessen der Täter nun hinter Gittern sitzt und auf seine Verhandlung wartet. Gemeinsam haben sie sich gegen die Tradition des Schweigens gestellt und haben von uns als Organisation die entsprechende Rückendeckung erhalten. Wir möchten uns vor allem auch für die große Anteilnahme sowie die spontane Hilfe bedanken, die vor allem in Form von vielen, vielen Geldspenden hier bei uns eingingen. Diese Hilfe kam Mariam bereits zu Gute und hilft uns dabei dieses Thema auch langfristig anzugehen.

Ein ganz normaler Projektbesuch…erfordert vor allem auch Gelassenheit, da meist vieles anders kommt als geplant. Täglich erhalten wir und unsere ghanaischen Mitarbeiter Hilferufe von verzweifelten Familien, die die medizinische Versorgung ihrer Kinder nicht bezahlen können, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken können oder die von verstorbenen Angehörigen berichten, ohne die, die Kinder ganz auf sich gestellt sind. Die Wartelisten sind lang und es bricht uns bei jeder einzelnen Anfrage, die wir zurückweisen müssen, das Herz.

Lassen Sie uns nun aber über die schönen und wichtigen Momente unserer Arbeit sprechen. Die Momente, in denen wir konkrete Hilfe leisten können und alleine durch das Lächeln der Kinder dafür belohnt werden. Das Lächeln, das uns dabei hilft trotz allen Hürden weiterzumachen.

Das Lächeln des 7 Tage alten Babys, welches wir „Hope“, die Hoffnung, getauft haben, war ganz besonders bezaubernd. Die verzweifelte Mutter, die in einem der ärmsten Slums Accras auf der Straße lebt bzw. überlebt, hatte den Kleinen vor dem Krankenhaus zwei Frauen aus unserer Nachbarschaft in die Arme gedrückt. Diese haben das Baby dann zu uns gebracht. Glücklicherweise ist die Mutter nach einigen Stunden bei uns aufgetaucht. Die zuständige Polizeibeamtin hat uns gebe-ten, die Mutter gemeinsam mit dem Kleinen bei uns aufzunehmen. Dies haben wir getan. Ob „Hope“ in unserer Obhut bleibt, hängt nun davon ab, ob die Mutter den Absprung aus ihrem bisherigen Leben schafft. Unsere Türen sind offen, das haben wir signalisiert. Jetzt braucht sie allerdings erst einmal Zeit.

Der alleinerziehende Vater Mukhtar, der vor Jahren erblindete, lebte über zwei Jahre mit seinen beiden Söhnen ohne Licht in einem kleinen Zimmer. Sie überlebten dadurch, dass seine Söhne ihn zum Betteln begleiteten, so dass sie überhaupt etwas zum Essen kaufen konnten. Im letzten Jahr hat er sich dann an Amin Zaaki gewandt, den er von früher kannte. Wir haben die Familie in unser Junior Programm aufgenommen. Die Zwillinge Issah & Issahak gehen seit dem zur Schule und haben sogar bereits Patenfamilien gefunden. Das Schicksal der 3 hat uns sehr berührt.

Unser Schützling Abubakar, 14 Jahre, liegt mir ganz besonders am Herzen. Für 1 Jahr lebte der Waisenjunge in unserem One Love Children’s Home in Tuba, wo er aufgrund seines Verhaltens leider nicht mehr tragbar war. So mussten wir ihn zurück zu seiner Oma bringen, die in einem sehr notdürftigen Zimmer in Nima-Accra lebt. Hier wird er seit dem in unserem Junior Programm betreut und ist mittlerweile ein sehr guter Schüler. Aufgrund eines Darmdurchbruches musste eine lebensrettende Notoperation durchgeführt werden, für deren Kosten wir selbstverständlich aufkommen werden. Gemeinsam mit seinen Freunden im One Love Children’s Home haben wir während der OP für seine Rettung gebetet. Abubakar befand sich in einem sehr kritischen Zustand, den er nun Gott sei Dank überwunden hat. Einen Tag nach der OP konnte er nicht sprechen, schrieb mir aber auf einen Zettel „Tuba“, um uns zu bitten, ihn wieder zurückzunehmen. Dies haben wir ihm zugesagt und sind guter Dinge, dass er seine Chance dieses Mal nutzen wird.

Es macht glücklich und traurig zugleich, da es sich hier nicht um Einzelschicksale handelt. Und uns durchaus bewusst ist, dass andere Kinder diese Situation nicht überlebt hätten. Wir sind daher sehr dankbar, dass wir diese Arbeit machen dürfen und umso dankbarer, da dies ohne Ihre Unterstützung gar nicht möglich wäre.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und ein glückliches und gesundes Jahr 2014!

Anna Zaaki
1. Vorsitzende

P.S. Wir danken Ihnen bereits jetzt für Ihre Weihnachtsspenden und Ihre Unterstützung.
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