Fastnachtssitzung beim MGV 1845 Münster

Lothar Pistauer in Aktion
 
Die Sänger als griechische Gastarbeiterfamilie
Die fünfte Jahreszeit hat in Münster ihren ersten Höhepunkt bei der MGV Fastnachtssitzung am 28. Jan. 2012 in der Kulturhalle erlebt.
Ein tolles Programm begeisterte über fünf Stunden die erschienenen Fastnachtfans.
Der Chronologie der Ereignisse folgend, bleibt festzuhalten, dass die MGV Fastnachter es wieder einmal verstanden haben das närrische Auditorium mit einem bunten Mix von Büttenreden, Tanz- und Showeinlagen sowie herrlichem Gesang zu begeistern.
Zu Beginn einer Sitzung, direkt nach dem Gardetanz der Präsidentengarde (eine Dauerleihgabe vom RC 03 aus Worfelden) begeisterte der Sitzungspräsident und Protokoller Werner Ellermann mit einem in geschliffenem Kreuzreim vorgetragenen politisch–kritischen Rückblick. Die große Politik war, ebenso wie der Lokalkolorit, Zielscheibe des fastnachtlichen Spottes und Lobes unseres 1. Vorsitzenden. Lang anhaltender Applaus zeigte, dass diese Variante der Fastnacht noch immer gut ankommt.
Danach eroberte die „Blondine Pamela“ die närrische Rostra. Lothar Pistauer zeigte in seiner höchst originellen Art und Weise , dass er zu den besten seines Faches gehört. Das ist schon gekonnt, was da an Gags und guten Einfällen hervorragend interpretiert über die Rampe kommt. Standing ovations waren zu früher Stunde fällig. Dass wir eigentlich ein Gesang- und kein Fastnachtsverein sind, dokumentierten die Sänger unter der Leitung von Norbert Müller gesanglich, in der Kostümierung und vor allem in der tollen Idee als Gastarbeiterfamilie aus Griechenland. Die aktuelle Eurokrise fand ebenso Beachtung wie die sozialen Themen auf diesem Feld. Kurzum ein höchst gelungener Auftritt, der völlig zu Recht in einer Zugabe gipfelte.
„Alles im Leben hat seinen Platz. Doch manches ist auch für die Katz“ So reimte Corina Schledt und wusste so manches aus dem realen Leben auf die Fastnachtsbühne zu übertragen. Des Publikum folgte ihr dankbar. Hatte doch jeder Gelegenheit sich in diesem Vortrag zumindest teilweise selbst zu erkennen.
Als „Alma und Mariechen“ brillierten Lutz Murmann und Klaus Müller, die in sehr spezieller Weise das Leben im allgemeinen und das Rentnerdasein im besonderen persiflierten. Die Urlaubs-, Kreuz-, und Kaffeefahrten bekamen ihr Fett weg und die „Rentnerbravo“ (Apothekenumschau) war ein vielzitiertes Blatt.
Play back vom allerfeinsten bot – wieder einmal - die Gruppe Schadt. Die Damen und Herren boten zu bekannten Melodien parodistisch gekonnt, das was man von einer guten Play back Show erwarten darf. Da saß jede Bewegung und die Lippen waren synchron an der musikalischen Vorgabe. Selbstredend stimmten die Kostüme und das ganze Geschehen bot eine choreografische Einheit, die sich sehen lassen konnte.
Den Beginn des zweiten Teiles markierten wieder die Balletteusen aus Worfelden mit einem Untergang der Titanic. Anmut, Grazie und sportliche Akrobatik kennzeichnen seit vielen Jahren die Darbietungen dieser jungen Damen. An dieser Stelle auch ein Extra-Lob.
Waltraud Löbig und Alexander Schneider ließen in einem Zwiegespräch die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen Münster und Eppertshausen erkennbar werden. Nach einigen deftigen Deutlichkeiten wurde der Ton jedoch zunehmend moderater und am Schluss der gereimten Debatte konnte festgestellt werden, dass Unterschiede sein müssen um klar zu machen, was man als Epperthäuserin an den Münsterern und die Münsterer an den Eppertshäusern haben. Nichts anderes nämlich als jede Menge Spaß in einem gut gelungenen Vortrag.
Das Bolschoi Ballett in Münster auf der Fastnachtsbühne. Gibt´s nicht! Gibt´s doch“ Das Männerballett des MGV 1845 Münster schlüpfte in die Rolle eines klassischen Balletts. Gut gemacht Jungs! Dass man an Fastnacht aus der Bütt die Münsterer Kerb hochleben lassen kann, bewies Angelika Ellermann mit ihrem Vortrag. Von Zimmern bis nach Eppertshausen reichten die Rundumschläge, die jedoch eher Ratschläge, wie man von der ganz besonderen Münsterer Kerb lernen könne, waren. Das Münsterer Kerblied durfte ebenso wenig fehlen wie die feinen Spitzen gegen den Elferrat und den Sitzungspräsidenten. Bliebe noch festzustellen, dass die Hermandos in bewährter Weise den Saal zu später – aber nicht zu später – Stunde zum Kochen brachten und mit einer fulminanten Darbietung zum Finale überleiteten. „Schön war´s“ und „nächstes Jahr kommen wir wieder“ sind Reaktionen aus dem Publikum, denen nichts hinzuzufügen ist.
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