Herbert Schneider referiert beim VdK Nauheim

Referent des Abends: Herbert Schneider
Vortrag von Herrn Herbert Schneider über „Krankenkasse“

Mitte Oktober referierte Herr Herbert Schneider im Cafe Stelzer nach Einladung des VdK Nauheim über das Thema „Krankenkasse“.
Herr Schneider stellte sich zu Beginn vor. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der AOK Hessen, war seit frühester Jugend im Landtag in der Sozialpolitik tätig, ist im DGB Landesvorsitz, war 15 Jahre im Landesvorstand des VdK Hess.Thür. aktiv und ist Mitglied im sozialpolitischen Ausschuss des VdK Deutschland. Zur Zeit ist er nur stellv. Kreisvorsitzender des Wiesbadener VdK, da er sein Engagement zurückfahren möchte.
Herbert Schneider gab den Besuchern Einblicke in die Selbstverwaltung einer Krankenkasse. Anfangs beschwor der Referent die Besucher auf das Wort zu achten. Denn Wörter bzw. Sätze können verschieden ausgelegt werden. Dazu gab er einige Beispiele aus dem Bereich des Gesundheitswesens und wie die Auswirkungen im Positiven und Negativen sein können.
Er ging auf den demografischen Wandel ein und vertritt die These, dass alt nicht krank heißt. Es wäre erwiesen, dass nur die letzten 3-5 Lebensjahre teuer sind, egal ob der Mensch alt oder jung ist.
Es heiße immer, dass Rentner teuer wären. Es ist aber lediglich so, dass Arbeitnehmer mehr Sozialbeiträge zahlen als ein Rentner. Durch den eingeführten Fond bekommt eine Krankenkasse aber einen Zuschuss zu speziellen Krankheiten.
Die momentan hohen Rücklagen der Krankenkassenbeiträge belaufen sich auf den einzelnen Versicherten gerechnet gerade mal auf 110€.
Einige wichtige Themen, die angesprochen wurden:
- Kuren nicht nur für Arbeitnehmer zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit – Kuren auch für Menschen, um eine Verhinderung der Pflegebedürftigkeit zu verhindern.
- IGL – Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) sind meistens nicht notwendig. Das machte der Referent an einigen Beispielen deutlich.
- Patientenrechte sind ab 1.1.2013 im BGB und im Sozialgesetzbuch neu geregelt (z. B. sind Behandlungsverträge verbindlich).
- Wir haben freie Arztwahl
- Terminabsprachen auch über die Krankenkasse in dringenden Fällen
- Verträge für Medikamente sind auf 2 Jahre ausgelegt
- Bei Medikamentenunverträglichkeit kann der Arzt das Medikament bestimmen
- Bei Behandlungsfehlern gibt es eine Klagefrist von 10 Jahren ab Erkennen diese Fehlers
- Unter Anderem ging es auch um das Budget eines Arztes für Heilmittel und Medikamente. Berücksichtigt werden dabei auch Besonderheiten der einzelnen Praxis. Herr Schneider hat nach seiner Praxiserfahrung noch nie von Regressansprüchen bei Überschreitung des Budgets gehört. Allerdings muss der Arzt die Überschreitung darlegen.
Fast drei Stunden stand Herbert Schneider seinen Zuhörern Rede und Antwort. Es war mehr als nur ein interessanter Abend. Die Besucher sind nunmehr aufgeklärter und sie sind sich ihrer Patientenrechte bewusster geworden.
Danke an den Referenten für den besonderen Abend.
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