Vortrag beim Sozialverband Nauheim über " Inkontinenz"

Dr. Guido Platz beim Sozialverband VdK Nauheim

Vortrag über "Diagnostik und Therapie bei Inkontinenz"

Dr. Guido Platz, leitender Oberarzt am Rüsselsheimer Krankenhaus (GPR), referierte Ende April in der Gaststätte Culinarium in Nauheim vor mehr als 30 Zuhörern über die Ursachen und Abhilfen der Inkontinenz. Über 4 Mio. Betroffene, davon 3/4 Frauen und 1/4 Männer, sind von der Harninkontinenz betroffen. Lt. Dr. Platz ist die Zahl dieser Patienten schätzungsweise doppelt so hoch. Die Belastungen der betroffenen Menschen ist enorm. Ärger, Scham und Depressionen sind die Folge. Manche Patienten müssten nachts stündlich auf die Toilette oder nässen ein.
Um die richtigen Behandlungsformen zu finden, ist zuerst eine Diagnose zu stellen. Anfangs erfolgt die Anamnese, wann und wie oft jemand zur Toilette muss und welche Zusammenhänge bestehen. Danach folgt die körperliche- und die Laboruntersuchung. Durch Ultraschall, Röntgen und Blasenspiegelung kann man weitere Ergebnisse einholen. Ebenso durch spezielle Messverfahren, um den Harnstrahl, den Restharn und den Blasendruck festzustellen. Ein Miktionstagebuch hilft ebenso.
Wenn die Diagnose steht, kann die Therapie eingeleitet werden. Überwiegend handelt es sich um Belastungsinkontinenzen mit verschiedenen Schweregraden. Die Dranginkontinenz wird durch eine überaktive Blase ausgelöst. Angeborene Missbildungen sind weniger die Ursache einer Inkontinenz. Zur Therapie der verschiedenen Inkontinenzen können Beckenbodengymnastik, Medikamente, Operationen und Implantationen angewandt werden.
Der Referent hat ein sensibles Thema sehr deutlich und verständlich den Besuchern des Abends - auch mittels einer Power Point Präsentation - vorgetragen. Während und am Schluss des Vortrags hatten einige Besucher Fragen zum Thema und zu persönlichen Belangen, die Dr. Platz gern beantwortete.

Fazit der Veranstaltung ist:

man soll keine Scheu haben, über eine persönliche Inkontinenz zu sprechen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten zur Hilfe!
Deutlich wurde, dass man Geduld haben sollte, um die beste Therapie zu finden.
Die "Kommunikationsbeauftragte zum Thema Inkontinenz" im Rüsselsheimer Krankenhaus ist Frau Zwirn. Sie kann eine erste Anlaufstation sein.
Weitere Veranstaltungen sind unter www.vdk.de/ov-nauheim anzusehen
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