(K)eine Commerzbank-Arena in Nauheim?

Blick von den Rängen ins Fußballstadion. (Foto: Ingo Kalweit)
Nauheim/Frankfurt. Nauheims Sportparkgelände liegt mitten in der Gemeinde. Da könnten, so Bürgermeister Jan Fischer, auch Wohnungen gebaut werden. Ein neuer Sportpark könnte – derzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit – in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses entstehen. Bevor es aber wirklich zu einem ersten Spatenstich kommt, muss noch viel Wasser den Schwarzbach hinunter fließen. Derzeit gibt es nicht mehr als Planungen, Überlegungen, eben Aufträge die Machbarkeit überhaupt erst einmal zu überprüfen.

Weil aber Reisen bekanntlich bildet, reiste die Nauheimer CDU- und mit ihr zahlreiche Nauheimer – schon mal in die Frankfurter Commerzbank-Arena. Ortstermin war Sonntag, der 3. März 2013. Guide Jochen – so nennten die Großstädter einen jungen Mann, der die Gruppe von den „Katakomben“ bis zum Dach führte – hatte nicht nur großartiges Fachwissen, sondern auch die für Nauheim so wichtigen Zahlen zur Verfügung: 51 500 Zuschauer können in diesem Fußballstadion jubeln – oder trauern. 37 500 m² ist das Zeltdach groß. Es kann vollständig zusammengefaltet werden. Das Stadion wird deshalb auch als das „größte Cabrio der Welt“ bezeichnet. Und rund 30,56 Millionen Euro zahlt die Commerzbank für die sogenannten Benennungsrechte am Stadion.
83 Logen – mit jeweils zwischen sechs und 22 Plätzen – kann der Sportfreund mieten und legt dafür – wenn es nicht gar so üppig sein soll – schlappe 80 000,00 € auf den Tisch des Hauses. Weniger üppig ausgestattet sind dagegen die Umkleidekabinen der Kicker. Spartanisch ist da das richtige Wort – und ob das Mobiliar aus einem schwedischen Möbelhaus stammt, blieb unbestätigt. Beeindruckend dagegen, die zahlreichen in den Fußboden eingelassenen Badewannen, in die die Fußballer nach dem Spiel eintauchen. Da ist Gänsehaut garantiert, denn – so Guide Jochen – das Wasser hat Eises Kälte, damit die Muskulatur entspannt.

Entspannt waren die Teilnehmer der Führung, zu der Nauheims CDU eingeladen hatte. Der Faszination dieses Stadions konnte sich keiner entziehen. Ein Blick von den Plätzen der Berichterstatter, ganz oben, unterm Zeltdach, aufs Spielfeld, einmal dort sitzen, wo der Trainer so ungern sitzen bleibt: Ein unbeschreibliches Gefühl. Nur das Betreten des Rasens, das war verboten. Da half auch nicht das Argument, dass die Besuchergruppe aus weit mehr, zwei Mannschaften + Ersatzspielern und Betreuern bestand. Bleibt also abzuwarten, ob es irgendwann einen neuen Sportpark in Nauheim geben wird. Dann treten alle auf dem Spielfeld an, die in der Commerzbank-Arena dabei waren: Der Bürgermeister Jan Fischer, die CDU Gemeindeverbandsvorsitzende Judith Nientied, die Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz, der zweite Vorsitzende des Vereinsrings, Peter Ziemainz und die vielen Nauheimerinnen und Nauheimer, die auf dem Foto zu sehen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin, die Kinder, die vom Besuch des Stadtions ebenfalls sehr angetan waren, nicht schon Erwachsene sind.

Sollte sich allerdings in den nächsten Wochen ein Sponsor finden, der großzügig dreißig Millionen Euro zuschießt, könnte der erste Spatenstich noch in diesem Jahr erfolgen.

(Foto: Ingo Kalweit)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.