Naturerlebniswanderung durch drei Täler

Kirchzell: Turnhalle | Am Sonntag, 27. Juli, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen Wanderung in den bayerischen Odenwald ein. Kirchzell gehört zu den 17 Klosterorten, die von der Abtei Amorbach gegründet wurden. Wann genau die ersten Häuser errichtet wurden, ist unbekannt. Jedenfalls war dies wesentlich früher als 1271, dem Jahr der urkundlichen Ersterwähnung von Kirchzell. Nach der Gründung hieß der Ort zunächst "Celle" und wurde erst im frühen 15. Jahrhundert zur besseren Unterscheidung zu anderen "Zellorten" in Kirchzell umbenannt.
Politisch unterstand Kirchzell dem Erzbistum Mainz. 1700 bekam der Ort das Marktrecht verliehen. Nach der Säkularisation wurde Kirchzell 1803 in das neu geschaffene Fürstentum Leiningen eingegliedert. Aber schon bald verlor der Fürst seine politische Souveränität und Kirchzell wurde 1806 badisch, 1810 hessisch und 1816 schließlich bayerisch.
1975 schloss sich Kirchzell im Zuge der Gemeindegebietsreform mit Breitenbuch, Buch, Ottorfszell, Preunschen und Watterbach sowie den Weilern Breitenbach, Dörnbach, Hofmühle und Schrahmühle zur flächengrößten Gemeinde im Landkreis Miltenberg zusammen.
Aufgrund des großen Waldbestandes ist der Beruf des Waldarbeiters weit verbreitet. Weit über die Grenzen des Odenwaldes sind die Kirchzeller Zapfenpflücker bekannt. Sie reisen nach Skandinavien und weit in den Osten, um bestes Saatgut zu ernten und verkaufen es in ganz Deutschland und Europa.
Von der Kirche führt die Wanderung das Gabelbachtal aufwärts über Ottorfszell nach Breitenbach. Fürst Emich Carl von Leiningen vergrößerte 1820 seinen Wildpark, wobei er sich nicht scheute die Dörfer Breitenbach, Dörnbach, Neubrunn (Ernstthal) und Galmbach (Eduardsthal) aufzukaufen und die Familien umzusiedeln. Danach wurden die Höfe abgerissen, das Gelände aufgeforstet, und lediglich die für sein Forstpersonal notwendigen Gebäude blieben erhalten. So stehen in Breitenbach nur noch 2 Häuser mit ihren Wirtschaftsgebäuden sowie die Wendilinus-Kapelle von 1711.
Von Breitenbach führt die Wanderung das Dörnbachtal aufwärts nach Dörnbach. Auch hier sind nur noch wenige Häuser stehen geblieben. Die Bildstöcke am Ortseingang und am Ortsausgang sollten Unheil vom Dorf abhalten. Über die Dörnbachshöhe erreicht man dann Watterbach. Bekannt ist hier die dem Pestheiligen St. Sebastian geweihte Bergkirche. Sie ist Ziel einer bedeutenden lokalen Wallfahrt anlässlich des Watterbacher Kerzenwunders, einer brennenden Kerze im Holderbusch. Über den Bergkamm führt die Wanderung dann von Watterbach ins Ortelstal und dieses abwärts zurück nach Kirchzell.
Treffpunkt zur Wanderung ist um 9.30 Uhr an der Turnhalle von 63931 Kirchzell, Hauptstraße 27. 
Die Länge der Wanderung beträgt 17,4 km, die Wanderzeit etwa 5 1/2 Stunden. 
Weitere Informationen zur Anfahrt unter www.owk-affolterbach.de/aktuelles.htm
 Anmeldungen bei Hansjörg Heimburger, Tel. 06207/7013 bzw. info@owk-affolterbach.de  

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