Erben eines Hauses: Was gilt bei den Steuern?

Haus steuerfrei erben (Foto: Hörnchen118 / pixelio.de)
Nach den neuesten Bestimmungen und Tabellen ist es möglich, ein Haus steuerfrei zu vererben. Je nach Steuerklasse gibt es gewisse Freibeträge und alles, was darüber hinaus vererbt wird, muss anteilig versteuert werden.
Generell unterliegen alle Erbschaften in Deutschland der Steuerpflicht, hierbei ist es unwesentlich, ob es sich bei dem Erbe um Schmuck, Bargeld oder Immobilien handelt; was zählt, ist der Wert.

Generell ist es möglich ein Haus steuerfrei zu erben wenn es nur noch geringen Wert hat und nicht größer als 200 qm ist; zudem muss es vom erben selbst über mindestens zehn Jahre bewohnt werden. Ansonsten muss der Anteil der Erbschaftssteuer nach gezahlt werden.

Erbschaftssteuer: die Freibeträge und die Steuersätze

Die Höhe der Freibeträge ist vom Verwandtschaftsgrad des Erben mit dem Erblasser abhängig. Jeder hat eine Steuerklasse und zahlt den für die Steuerklasse relevanten Steuersatz auf den geerbten Vermögensanteil, der den Freibetrag übersteigt. Die neuen Freibeträge sind höher als die Alten und ermöglichen es so, dass die Erben real mehr von ihrem Erbe haben.
Die entsprechenden Tabellen sollten im Fall eines Erbes angesehen und so der Freibetrag ermittelt werden.

Allein oder mit Hilfe eines Steuerberaters kann dann die entsprechende Erbschaftssteuererklärung gemacht werden. Weiterhin gibt es für den allgemeinen Hausrat in Haus oder Wohnung einen extra Freibetrag in Höhe von 41.000 Euro (nur für Menschen, die die Steuerklasse I haben) und für andere, persönliche Güter einen Freibetrag in Höhe von 12.000 Euro (auch für Menschen mit anderen Steuerklassen).

Erbschaftssteuer: ein Beispiel

Ein Kind hat von seinem verstorbenen Vater ein Haus im Wert von 300.000 Euro und zusätzlich Bargeld im Wert von 200.000 Euro geerbt, dies bedeutet ein gesamtes Vermögen von insgesamt 500.000 Euro. Nach Abzug des möglichen Freibetrags in Höhe von 400.000 Euro wird die Erbschaftssteuer von 7% auf die ersten 75.000 Euro (5.250 Euro) des zu versteuernden Erb-Einkommens und danach 11% auf die übrigen 25.000 Euro (2.750 Euro) fällig und ist zu entrichten. Die zu zahlende Erbschaftssteuer würde in dem Fall bei ganzen 8.000 Euro liegen.

Wer in seinem Leben Immobilien oder andere Vermögensgegenstände verschenken möchte, kann die steuerlichen Freibeträge alle zehn Jahre erneut nutzen. Durch das mehrfache Ausnutzen dieser Freibeträge wird erreicht, dass mehr Vermögen steuerfrei übergeben werden kann. Eine Option, Freibeträge effizient zu nutzen, sind sogenannte Kettenschenkungen. Hat beispielsweise eine Ehefrau ein größeres Vermögen als der Ehemann, kann sie einen Teil des Geldes auf ihren Ehemann übertragen, bevor es an die Kinder verschenkt wird.

Den Kindern steht pro Elternteil alle zehn Jahre ein Freibetrag in Höhe von 400 000 Euro zu. Hier sollten zwischen den einzelnen Schenkungen mehrere Monate liegen und keine identische Summe Geld verschenkt werden. Ansonsten könnte das Finanzamt Gestaltungsmissbrauch unterstellen und Steuern einfordern.

Wer ganz sicher sein will und sich im Dschungel der Erbschaften und Möglichkeiten nicht allein zurecht findet, sollte einen Notar beauftragen und die Angelegenheit gemeinsam klären.

Quellen:

http://www.immoverkauf24.de/immobilienverkauf/haus-erben/erbschaftssteuer/

http://www.welt.de/welt_print/article3855909/Kinder-und-Ehepartner-koennen-das-Eigenheim-steuerfrei-erben.html

http://www.steuerberater-muenchen.de/kanzlei/aktuelles/

http://www.focus.de/finanzen/steuern/erbschaftsteuer-rechner/erbschaft-und-schenkung_aid_27819.html

Bildquelle: Hörnchen118 / pixelio.de
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