Prof. H. Dingeldein beim Jubiläumsstammtisch der Bezirksgruppe Odenwald

Heiner Wolf bedankt sich bei Prof. Dr. H. Dingeldein
 
Andreas Stephan und Heiner Wolf

Wersau – Nach 10 Jahren neuer Sprecher der Bezirksgruppe Odenwald / hochkarätiger Vortrag von Prof. Dr. Dingeldein

10 Jahre Stammtisch der Ahnenforscher

Nach einer längeren Pause begründete vor 10 Jahren Heiner Wolf, Brensbach mit Holger Weber, Vielbrunn und Andreas Stephan, Otzberg den Stammtisch der Odenwälder Familienforscher neu. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltete die Gruppe den 41. Stammtisch wieder in Wersau beim Gickelswirt, wo 2008 der erste Stammtisch. Vier Mal im Jahr findet an wechselnden Orten zwischen Bergstraße, Neckar und Main dieses Treffen statt, meist mit Vorträgen, die einen Bezug zum Ort haben. So hatte sich schnell eine Gruppe von Stammbesuchern gebildet, die immer wieder auf neue Interessierte vor Ort trafen.

So erkannten sich am Jubiläumsabend viele wieder in der Präsentation mit Bildern der vergangenen 40 Stammtischen.
Nach den Begrüßungsworten zum Jubiläum von Heiner Wolf und seinen Danksagungen, stellte Andreas Stephan die Verdienste von Wolf dar, der aus gesundheitlichen Gründen nicht länger Sprecher der Bezirksgruppe sein kann.
Wolf wurde 1962 durch das Erscheinen des Groß-Bieberauer Heimat- und Sippenbuches zur Familienforschung angeregt. Mittlerweile ist er schon weit über das Erforschen seiner eigenen Vorfahren hinaus zu einem allseits bekannten Ahnenforscher geworden. Er hat schon einige Veröffentlichungen gemacht, wie das Familienbuch Habitzheim und das Familienbuch Hammelbach/Grasellenbach, die von der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung herausgebracht wurden, sowie zahlreiche Online-Ortsfamilienbücher (erschienen unter www.online-ofb.de). Sein neuestes Buch ist zurzeit in der Erstellung und wird sein größtes Werk bisher sein: Das Ortsfamilienbuch Reichelsheim mit allen Filialorten der Pfarrei.
Zukünftig wird Thomas Krämer von Reichelsheim die Aufgabe des Sprechers der Bezirksgruppe Odenwald übernehmen.

Nomen est Omen

Der Referent des Jubiläumsabends war ein Hochkaräter mit Odenwälder Wurzeln, der emeritierte Germanistikprofessor Dr. Heinrich Dingeldein aus Marburg.
Sein Thema war „Deutung der Familiennamen“.
„Nomen est Omen“ - Der Namen ist wichtiger Bestandteil der Identität, im positiven wie im negativen Sinn. Als Beispiele führte Dingeldein das Lächeln an, das die reine Nennung seines Namens außerhalb des Odenwalds verursacht, oder auch den Namen Fick, der sich von Vicke= Tasche herleitet und an dem in früheren Zeiten niemand Anstoß nahm. Auch der Vorname ist identitätsstiftend und prägend – so ist der Taufakt mit der Verleihung des Namens ein Schöpfungsakt – ungetaufte Kinder blieben ohne Namen.
Doch hat der Mensch oft viele Namen im Leben. Bekam er bei der Taufe den Namen Heinrich Jakob, so nennt er sich außerhalb amtlicher Dokumente nur Heinrich, wird von der Familie Heinz gerufen, von Freunden oder in bestimmten Kreisen hat er einen Spitznamen, wie zum Beispiel der Referent, der zu Studentenzeiten Mosche gerufen wurde.
Gab es früher im Ort viele Personen mit gleichem Namen, so wurden Varianten vom Vornamen, wie Hein, Henne, Heiner etc. gewählt, oder er bekam Beinamen, wie den Hausnamen, oder den Beruf, z. B. „Schmieds Heiner“.
Erst ab dem 14./15 Jahrhundert bildeten sich in der Schweiz und Süddeutschland feste Familiennamen, die vom Vater auf die Kinder übergingen. Dieser Prozess dauerte bis ins 19. Jahrhundert, als auch in Friesland feste Nachnamen verordnet wurden. Bis heute ist das Namensrecht in vielen Ländern anders. Und auch zukünftige Ahnenforscher können nicht mehr davon ausgehen, dass der Familiennamen sich im Vaterstamm vererbt.
Der Referent stellte die verschiedenen heute geläufigen Nachnamen in Gruppen dar, die vom Beruf abgeleiteten wie Müller, von den Vätern stammende wie Peters, von Eigenheiten abgeleitete wie Schwarz oder von der Herkunft, wie Bamberger. Am Beispiel seines eigenen Nachnamen Dingeldein stellte er dar, dass die Einordnung nicht immer eindeutig ist. So wird Dingeldein von einigen Forschern als Lautmalerei für einen Schmied, auch als Degen-Dengler interpretiert. Er selbst leitete plausibel her, dass das -dein auf eine Herkunftsbezeichnung hinweist.
Der nächste Stammtisch wird am Donnerstag, den 17. Mai in Schneeberg, an der Grenze des fränkischen zum badischen Odenwald stattfinden. Alle Termine und Informationen finden sich unter hfv.ourewald.de.
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