Vom Dreißigjährigen Krieg bis zu Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika

Kirchenbuch Michelstadt 1623 – 1775

Fünf Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) legte der Michelstädter Pfarrer Johannes Hunneshagen für Michelstadt ein neues Kirchenbuch an. Der Dreißigjährige Krieg mit seinen Pestjahren war für den Odenwald und seine Bevölkerung sehr einschneidend, wie wir nun dem neuen Buch von Heidi Banse entnehmen können

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Nach neunjähriger Arbeit liegt nun die Auswertung der drei ersten Kirchenbücher der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Michelstadt von 1623–1775 vor.


Damit werden diese Jahre auch aus Sicht des „kleinen Mannes“ mit Fakten aus den Kirchenbüchern dokumentiert, wie auch die Neubesiedlung wüster Höfe im Kirchspiel Michelstadt durch Neusiedler, von denen viele aus der Schweiz angeworben wurden. Die folgenden Jahre dokumentieren den wiederholten Durchzug von Soldaten verschiedener Heere, sowie die rasch wachsende Bevölkerung, was schließlich 1740 die Grafen von Erbach zu Maßnahmen veranlasste, wie die Erhöhung des Heiratsalters auf 25 Jahre. Daraufhin setzte eine erste Auswanderungswelle ein, die die Odenwälder nach Preußen, Amerika, Dänemark und an die Wolga führte.
Das fest gebundene Buch hat 948 Seiten. Es sind alle Heiraten, Taufen und Sterbefälle des Kirchspiels Michelstadt aus dieser Zeit enthalten. Es bestand damals aus 14 Filialen: die Stadt Michelstadt mit dem Kalkhof und dem Gutleuthaus, Asselbrunn, Bullau mit Eutergrund, Eulbach, Ober-Mossau, Langen-Brombach Fürstenauer Seits (da bildet der Bach die Grenze), Momart, Rehbach, Steinbach mit dem Unteren Hammer und der Schmelz, Steinbuch, Stockheim, Weiten-Gesäß, Würzberg und Zell. Die Amtshandlungen aller Konfessionen wurden von den evangelischen Pfarrern in Michelstadt verzeichnet. Es wurden 20401 Personen in 6793 Familien erfasst, mit Verbindungen zu 1005 Orten. Bedingt durch das vielfältige Handwerk, den Bergbau und die Eisenwerke, sowie die Hofhaltung der Grafenhäuser werden insgesamt 757 Berufe genannt.
Das Buch enthält zudem eine Liste aller bekannten Pfarrer an der Stadtkirche in Michelstadt seit Beginn der Aufzeichnungen bis zum heutigen Tag. Es wird über die Geschichte der Pfarrei berichtet und darüber, wie im vergangen Jahrhundert die Filialgemeinden zu eigenen Pfarreien wurden. Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Michelstadt besteht heute nur noch aus der Kernstadt Michelstadt und dem Stadtteil Stockheim.
Das Buch richtet sich nicht nur an passionierte Ahnenforscher, welche das Buch schon sehnsüchtig erwartet haben, sondern auch an Interessierte mit familiären Wurzeln im Kirchspiel Michelstadt. Beispielsweise können Nutzer dieses Buches mit Michelstädter Vorfahren ihre Ahnen in Verbindung mit dem Buch von Wilhelm Hartmann, „Michelstadt – seine Familien und ihre Häuser“ Band I, zurückverfolgen und stoßen so leicht ins 18. Jhdt. vor. Mit dieser Neuerscheinung können die Interessierten dann ihre Ahnen weiter zurückverfolgen bis vor den Dreißigjährigen Krieg oder zu der Familie, die in den Odenwald zugewandert ist. Die Autorin verwendete viel Zeit darauf, wenn möglich, die zugewanderte Familie zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen.
Wie sich die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Michelstädter Bevölkerung auswirkte, werden wir im nachfolgenden Band nachlesen können, mit dem die Kirchenarchivarin inzwischen begonnen hat. Das wird sie aber sicher noch einige Jahre beschäftigen.

Das neue, gewichtige Buch liegt im Gemeindebüro der Ev. Stadtkirchengemeinde in Michelstadt, Am Kirchplatz, zum Preis von 30 Euro zum Verkauf bereit. Per Post ist es zuzüglich Versandkosten zu beziehen bei Andreas Stephan, Otzberg (shop.gendi.de, Tel. 06162 938 98 09, mail@gendi.de )
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