Pro und Contra zum verkausoffenen Sonntag

Unsere aus Darmstadt stammende Bürgerreporterin Stephanie Roth äußerte sich durchweg positiv zu, am 4. November stattfindenden verkaufsoffenen Sonntag in ihrer Heimatstadt.

Jeder kennt ihn, diesen Moment, wenn man in einer völlig überfüllten Innenstadt einen Parkplatz finden muss und keine Lust auf lästige Parkhausgebühren hat. Wer aber so wie Roth in der Darmstädter Innenstadt lebt, erspart sich diese schier aussichtslose Suchaktion.
Für sie sind die Einkaufsläden (fast) direkt vor der Haustür: „Ich muss nur gut 200 Meter laufen und schon bin ich mitten im Leben, das erleichtert natürlich vieles und der Einkaufsbummel kann beginnen."
Dennoch freut sich die gebürtige Darmstädterin vor allem auf die verkaufsoffenen Sonntage, da sie aufgrund ihres sehr zeitaufwendigen Berufs unter der Woche kaum Möglichkeiten hat, in Ruhe einmal durch die Geschäfte zu bummeln.
Auch ist die Atmosphäre während des Einkaufs eine ganz andere als beim Shopping unter der Woche: Die Leute haben viel mehr Zeit und sind daher viel entspannter.
Außerdem hat unsere Bürgerreporterin eine klare Meinung zur Begrenzung von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr:
„Die Häufigkeit der verkaufsoffenen Sonntage könnte ruhig erhöht werden, leider sind sie ja nur auf 4 Tage im Jahr begrenzt. Daher würde ich mich für eine Aufhebung beziehungsweise eine Erhöhung dieser Begrenzung einsetzen, ich kann persönlich gar nicht genug davon bekommen!"


Werner Selbmann aus Seeheim sieht das ganz anders:

Wider den verkaufsoffenen Sonntag:
Money, Money, Money

Also mal ehrlich - ist das nötig? Ist es nötig dagegen zu sein oder dafür, ob ein verkaufsoffener Sonntag stattfindet oder nicht? Ich finde, es ist es! Und warum? Nicht weil ich prinziepiell gegen alles bin - bei diesem Thema muss ich mir aber einmal Luft machen - darum!
So eine kommerzielle Veranstaltung am Sonntag ist reine Verbrauchermanipulierung. Unabhängig davon, ob es am 1. Geld gegeben hat und diesmal das Weihnachtsgeld gleich dazu oder mitten im Jahr oder besonders im Advent. Und da scheinen die Verkaufsexperten auch tatsächlich einen Nerv getroffen zu haben, weil so viele Menschen auch kommen.
Die Ware ist je nach Saison eingekauft und muss nun raus und das Geld muss wieder hereinkommen. Bei den vielen Schnäppchen und Sonderangeboten frage ich mich zudem - was bleibt da für den Händler noch übrig? Hat er so günstig eingekauft? Übervorteilt er mich mit dem Preis, wenn ich kein Angebot nehme? Mich selbst frage ich dabei kaum: Brauche ich das überhaupt?
Und da fängt es bei mir an und ich sage: Nein! Meinen Bedarf kann ich zu normalen Geschäftszeiten decken- wobei das häufig sogar bis 22 Uhr möglich ist ( auch das ist eigentlich nicht normal). Ich denke dabei an das Personal und die vielen Verkäuferinnen. Alleinerziehende oder Mütter, auf die sonntags oder abends die Kinder, die Familie oder auch ein pflegebedürftiges altes Elternteil wartet. Die sich selbst, nach einem Tag auf den Beinen, auf einen Moment Ruhe freut und für einen Augenblick ich selbst zu sein.
Wer am Sonntag einkauft, kommt am Montag nicht gleich wieder. Hat sich das Geschäft gelohnt - Überstunden-ausgleich, zusätzliche Energiekosten, Werbung, Reinigung undsoweiter? Wie rechnen die Händler und Ketten heute?
Hat es sich für den Konsumenten gelohnt? War der Job in der Woche nicht stressig genug? Der Konkurrenzkampf nicht hart genug? Der Terminplaner nicht voll genug evtl. noch mit Arztbesuch oder Sport? Wo bleibt das Aufladen des Akkus, um am Montag wieder volle Power zu haben? Kann ich mein Geld mehrfach ausgeben oder reicht es so eben bei Hartz 4?
Die Kirche sagt nein und beruft sich auf die Schöpfungs-geschichte oder weil dann die Gläubigen fehlen ?
Was hat heute noch Wert? Über den Werteverfall wird allenthalben diskutiert aber sind wir es nicht selbst, die diesen Verfall betreiben? SInd dieVerbraucher so eine träge Masse, die nicht erkennt, was mit ihr gemacht wird? Wir bemühen uns und sind stolz auf unsere Individualität, siehe schickes Auto, tolles Outfit, faltenlos aufgespritzt, um sich vom Nachbar abzuheben und sind beim Shoppen am Sonntag mit dabei - sind Masse statt Klasse! Das hat die Industrie erkannt - nur wir nicht! Darum ist es nötig, dagegen zu sein!
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