"Deutsche Messe von Franz Schubert" mit Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e. V. (AVP) und zwei Chören

Hier spielt der Chef persönlich! Prof. Dr. Matthias Hemmje (Mitte), Vorsitzender der AVP, lässt es sich nicht nehmen, selbst in die Tasten zu greifen.
 
Christian Lorenz dirigiert die "Deutsche Messe" von Franz Schubert. Es singen und musizieren die Chöre der ev. Kantorei und des TSV Eschollbrücken-Hahn und das Ensemble der Akkordeon-Vereinigung 1926 Pfungstadt e. V. (AVP)
Pfungstadt: Martinskirche |

Intensive Stimmung der besonderen Art

erlebte das Publikum am Kerbsonntag (Kirchweih, 8. September), beim diesjährigen Konzert im Rahmen von „Pfungstadt singt und musiziert“ in der evangelischen Martinskirche zu Pfungstadt.

Zur Eröffnung ließ Kantor Christian Lorenz mit „Toccata d-Moll“ von Johann Sebastian Bach die neu restaurierte Johann-Hartmann-Bernhard-Orgel (1825) erklingen. Anschließend sangen drei Pfungstädter Chöre Gospels, besinnliche und schwungvolle Lieder, ehe nach der Pause im zweiten Teil Franz Schuberts „Deutsche Messe“ folgte, gemeinsam einstudiert und dargeboten von der evangelischen Kantorei und dem gemischten Chor im TSV Eschollbrücken/Eich unter Christian Lorenz‘ Leitung, begleitet vom Ensemble der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e. V. Das Publikum in der voll besetzten Kirche war berührt und angetan von der gelungenen musikalischen Darbietung der Sänger und Akkordeonisten.

Schuberts geistliches Werk „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“, allgemein bekannt als „Deutsche Messe“, entstand 1826, zwei Jahre vor seinem frühen Tod, auf der Grundlage einer Liedersammlung von Johann Philipp Neumann, der die Messe in Auftrag gegeben hatte. Entsprechend der katholischen Liturgie besteht die Komposition aus acht Liedern plus Anhang, allerdings in deutscher Sprache und, dem romantischen Lebensgefühl entsprechend, mit dem Menschen im Mittelpunkt, mit seinen Sorgen und Nöten.

Musikalisch von schlicht-eingängiger diatonischer Melodik und gleichmäßiger Rhythmik, lebt die Deutsche Messe von typisch Schubert’schen Klangfarben und der ihren Liedern sinnhaft innewohnenden dynamischen Ausdruckskraft, welche dem Akkordeon mit seinem atmenden Balg und seinen schwingenden Zungen ebenso eigen ist wie der menschlichen Stimme. So erzeugten die sechzig Chorsänger und das neunköpfige Akkordeon-Ensemble im harmonischen Zusammenklang jene innige Grundstimmung, wie sie den Liedern der Frühromantik innewohnt, bald ansteigend zu emotionalem Forte, bald in stillem Pianissimo hinschwindend. Eine überwältigend schöne musikalische Leistung, die den Sängern und Musikern sowie ihrem musikalischen Leiter zur Ehre gereichte, nicht zuletzt aber auch einmal mehr Zeugnis ablegte von der adäquaten Qualität des Akkordeons für so genannte „Ernste Musik“, gerade auch im Gotteshaus.

Als „Kind der Romantik“, 1829 „geboren“, hat sich das kleine „Kästchen mit Knöpfen“ in verhältnismäßig kurzer Zeit zum brauchbaren, modernen Instrument entwickelt. Der „teuflische Schreihals von einst“ ist salonfähig geworden. Mit seinen vielfältigen Erscheinungsformen und musikalischen Potentialen ist das Akkordeon heute das vielseitigste Musikinstrument, das man sich denken kann. Immer häufiger treten Akkordeonisten in Kirchen auf. Wenn dann noch, so wie in der stilvollen Martinskirche zu Pfungstadt, die Akustik stimmt, sind Rahmen und Grundlage gegeben für eine glückliche musikalische Zusammenarbeit, wie sie Kantor Christian Lorenz von der evangelischen Kirche und Professor Dr. Matthias Hemmje als Vorstand der AVP pflegen.

Lang anhaltender Applaus zeigte die große Begeisterung der Besucher über ein Konzert, das auf hohem Niveau eine breite Palette des Chorgesangs und der Musik zeigte.


Informationen über alle Aktivitäten, Unterricht für Kinder und Erwachsene, Orchesterproben und Schnupperkurse der Akkordeon-Vereinigung 1936 Pfungstadt e.V.:
Internet: www.avp-1936.de
Telefon: +49-6157-990945
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