Vortragsreihe zur Pfungstädter Historie von Stadtarchiv und Stadtmuseum

Unter der Überschrift „Wissenswertes - Interessantes – Historisches in und über Pfungstadt“ veranstalten Stadtarchiv und Stadtmuseum Pfungstadt schon im zweiten Jahr eine Vortragsreihe im Kulturhaus ehemalige Synagoge, Hillgasse 8. Bei freiem Eintritt ist Beginn jeweils um 18.00 Uhr.
Archivarin Sabine Gabriel und Museumsleiterin Marion Roth hatten im vergangenen Jahr eingeladen zu den Themen Pfungstadts Historisches Rathaus, das Moor und die Torfstecherei als Gewerbe sowie Pfungstädter Weihnachtsbräuche.
In diesem Jahr steht folgendes auf dem Programm. Am 31.März informiert Kai-Jan Kutscher über die Geschichte des Stadtteils Hahn von seiner Gründung bis zur Eingemeindung. Am 30. Juni referiert Alexandra Zimbrich vom Museumsverein über den Pfungstädter Industriezweig Zündholzfabrikation. Sie beleuchtet dabei die Geschichte der Firmen Nöller, Büttel, Siepermann/Geiger sowie Braun, Hassenzahl und Walger. Am 29. September berichten Wolfgang Roth und Bernd Helène über den „Pfungstädter Anzeiger“ in der Zeit von 1874 bis 1986. Am 15. Dezember geben Helga Hake und Sabine Gabriel Informationen über die Pfungstädter Krapp-Fabrikation, über die Pflanze an sich, deren Geschichte und schwierigen Anbau und ihre Verarbeitung, für die die ursprünglichen Getreidemühlen Frankensteiner Mühle und Pfeffermühle umfunktioniert wurden.
Begonnen hat die diesjährige Veranstaltungsreihe am 21. Januar mit einem Vortrag von Claudia Stehle, Kunstfreunde Bergstaße, und Manfred Rechel, Museumsverein Alsbach-Hähnlein, über den Arzt und Freund von Goethe Christoph Wilhelm Hufeland und seine Beziehungen zu Südhessen.
Hufeland wurde am 12. August 1762 im thüringischen Langensalza geboren und studierte von 1780 bis 1783 Medizin mit abschließender Promotion mit erst 24 Jahren. Einer seiner Lehrer und sein späterer Förderer war der bekannte Georg-Christoph Lichtenberg aus Ober-Ramstadt. Nach dem Studium ging Hufeland als Arzt nach Weimar, wo er bald dem Kreis um Schiller, Goethe, Humboldt und Herder angehörte. Dann lernt er seine spätere Frau, Juliane Amelung, kennen, die 1772 in Jugenheim geboren wurde und die er 1787 heiratete. Ihr Vater war Pfarrer, unter anderem um 1792 herum in Pfungstadt, und Vater von 11 Kindern. Die Zeit seiner Professur in Jena verlief für Hufeland ungünstig. Seine Erblindung begann und seine Sympathien für die Ideale der Französischen Revolution missfielen seinem Fürsten sehr. So ging er trotz seines Augenleidens als Chef der Charité nach Berlin, folgte der königlichen Familie nach Königsberg nach und blieb dort, obwohl seine ihm dorthin nachgereiste Frau Königsberg wieder verließ. Das war der Anfang vom Ende der Beziehung zu Juliane. Daran konnte auch das zwischenzeitlich viele Jahre vor seinem Tod in Hähnlein als Altersruhesitz erworbene ehemalige Hofgut nichts mehr ändern. Die Ehe mit Juliane wurde 1807 geschieden und Juliane ging eine neue Beziehung mit einem jüngeren früheren Mitarbeiter Hufelands ein. Hufeland selbst verstarb am 25. August 1836. Das von Hufeland in Hähnlein gekaufte Gut stammte aus dem Jahr 1333, wurde von Hufeland 1799 erworben, fiel nach der Scheidung an seine ehemalige Frau und wurde von dieser zwischen 1814 und 1820 stückweise verkauft. Dann diente es der Inneren Mission als Anstalt, diesen Namen hat das Gebäude noch heute in Hähnlein, für schwer erziehbare Knaben. 2009 wurde es grundlegend renoviert und ist heute Sitz des Museumsvereins Alsbach-Hähnlein.
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