Neue Zahlen bestätigen VdK-Warnung vor massiver Altersarmut in Hessen

Pfungstadt: Stadthaus 1 | Die aktuellen Prognosen des WDR zur Altersarmut überraschen den Sozialverband VdK nicht. „Seit Jahren verweisen wir darauf, dass in Hessen eine massive Zunahme der Altersarmut droht, wenn das weitere Absenken der gesetzlichen Rente nicht gestoppt wird“, sagt der Pfungstädter VdK-Ortsverbandsvorsitzende Hans-Jürgen Wittig. Der Anspruch, dass die gesetzliche Rente den Lebensstandard sichert, sei schon vor Jahren aufgegeben worden.

Den Recherchen und Berechnungen des WDR zufolge wird die Altersarmut massiv zunehmen: Ab 2030 droht jedem zweiten Neurentner in Deutschland eine Rente, die nicht über das Grundsicherungsniveau von 840 Euro hinausgeht. Grund dafür ist die stetige Absenkung des Rentenniveaus bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent des Durchschnittslohns der gesamten Lebensarbeitszeit. „Die hohe Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnsektor, die Zunahme von Leiharbeit und Minijobs sowie die Situation der Langzeitarbeitslosen bedeutet leider, dass vielen Menschen die Verarmung im Alter droht. Davon wird auch Pfungstadt betroffen sein“, erklärt Hans-Jürgen Wittig.

Der VdK Pfungstadt begrüßt zwar, dass das Problem der zunehmenden Altersarmut erkannt wird und Vorschläge wie die sogenannten „Deutschland-Rente“ oder dem Nahles Rentenpaket Vorschläge unterbreitet werden. Allerdings geht der Sozialverband VdK davon aus, dass die Hauptbetroffenengruppe, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor, Frauen, insbesondere Alleinerziehende, Minijobber und geringverdienende Selbstständige, durch diese allein vom Arbeitnehmer bezahlte Privatvorsorge nicht vor Altersarmut geschützt werden können. „Immerhin die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen haben wenig oder kein Vermögen, viele von ihnen können sich eine weitere private Vorsorge nicht leisten“, so der VdK-Ortsverbandsvorsitzende Wittig.

Aus Sicht des VdK Pfungstadt ist die gesetzliche Rente der wichtigste und sicherste Schutz gegen Altersarmut. „Diese zentrale und wichtigste Säule der Alterssicherung zu schwächen und stattdessen mit der sogenannten ‚Deutschland-Rente‘ eine neue Privatrente einzuführen löst das Problem der Altersarmut nicht“, betont Wittig.

Auch in Pfungstadt werde sich die Situation verschärfen. „Zunehmende Sozialhilfe und Wohnhilfezahlungen, die Frage nach bezahlbaren sozialen Wohnraum, dem sozialen Zusammenleben und der Betreuung werden die Debatte bestimmen“, so Wittig weiter. Er fordert die Politik in Pfungstadt auf sich mit diesen Themen zu beschäftigen und mit allen Sozialverbänden, Sozialhilfeorganisationen und Sozialeinrichtungen in einen Dialog einzutreten.

verantwortlich:
Hans-Jürgen Wittig
Vorsitzender Sozialverband VdK Ortsverband Pfungstadt
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