„Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe“

Reinheim: Kampsche Haus |

DGB Reinheim fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik und eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus

Das Thema Alterssicherung stand im Mittelpunkt der jüngsten Vorstandssitzung des DGB Reinheim. DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) betonte: „Die soziale Absicherung im Alter war eine Errungenschaft unseres Sozialstaates. Im 21. Jahrhundert droht dieser unter die Räder zu kommen. In einem der reichsten Länder der Welt steht die Rückkehr von Altersarmut bevor“. Mit einer großangelegten Kampagne wollen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Rentenpolitik bei der anstehenden Bundestagswahl im Herbst 2017 zum zentralen Thema machen. Ziel der Gewerkschaften ist es, den freien Fall des Rentenniveaus zu stoppen, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung zu stärken und das Rentenniveau deutlich zu erhöhen.

Raupp machte deutlich: „Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit enormer sozialer Sprengkraft, die dringend entschärft werden muss. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Wir wollen die gesetzliche Rente stärken, damit auch diejenigen, die heute jung sind, von ihrer Rente gut leben können. Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und für gute Renten - das ist Generationengerechtigkeit“.

Das von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Rentenkonzept bezeichnete der Gewerkschaftssekretär als „völlig ungenügend, um die zunehmende Armut im Alter wirksam zu bekämpfen“.

DGB-Ortsverbandsvorsitzende Marikka Tesar unterstrich: „Mit dem Sinkflug des Rentenniveaus produziert die Politik sehenden Auges Altersarmut, bis weit in die Mitte der Gesellschaft“. Für viele Arbeitnehmende sei schon heute absehbar, dass ihre Rente nicht einmal das Niveau der staatlichen Grundsicherung erreichen werde. „Deshalb kommt die DGB-Rentenkampagne genau richtig“. Einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit erteilt der DGB Reinheim eine klare Absage: „Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist ein reines Rentenkürzungsprogramm. Viele Arbeitnehmende schaffen es schon heute nicht gesund und in Arbeit bis 65“.
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