Erweitertes Umweltprojekt beim Yachtclub Darmstadt e.V. in Erfelden

Der Vorstand des Yachtclub Darmstadt e.V. weiht gemeinsam mit Imker Emedi den neuen Bienenschaukasten ein (Foto: Bianca Katic)
 
Djuro Emedi, Imker aus Goddelau, erläutert sehr anschaulich und kurzweilig die Nützlichkeit, aber auch die Gefährdung der Bienen in Deutschland (Foto: Bianca Katic)
Riedstadt: Kandel |

YCD weiht Bienenschaukasten ein

Seit genau einem Jahr steht das Insektenhotel in der Nähe des Yachtclub Darmstadt-Geländes. Die ersten Bewohner fühlen sich heimisch. Ein brandneuer Erweiterungsbau schafft seit kurzer Zeit Raum für 3000 neue Bewohner. Im Rahmen einer kleinen Feier weiht der Vorstand des YCD gemeinsam mit Imker Djuro Emedi aus Goddelau und ca. 60 Vereinsmitgliedern einen Bienenschaukasten ein, der ein kleines Bienenvolk samt Königin beherbergt. Herr Emedi unterhält auf dem angrenzenden Gelände zehn Bienenvölker, die sich in der Obststreuwiese und den angrenzenden Gebieten sehr wohl fühlen.

In wenigen Sätzen erläutert Emedi, welcher Stellenwert den Bienen zukommt, z.B.:
 Sie bestäuben ca 80% der Wildblumen, Obstbäume und der Felder
 Sie erhöhen damit erheblich den landwirtschaftlichen Ertrag
 Sie tragen dazu bei, dass es eine große Pflanzenartenvielfalt gibt
 Sie versorgen uns mit leckerem Honig. Der Bedarf der Bundesbürger wird allerdings nur zu 20% von heimischen Imkern mit ihren Bienenvölkern gedeckt.

Allerdings sind Bienen auch bedroht. "Das derzeit größte Gesundheitsproblem für Bienenvölker stellt der Befall durch die Varroa-Milbe dar. Die Bienenvölker in Deutschland sind in unterschiedlicher Intensität betroffen. Die Bekämpfung der Varroa-Milben steht daher im Mittelpunkt der Anstrengungen zur dauerhaften Verbesserung der Bienengesundheit, sei es bei der Forschung oder im Bereich der Züchtung. Daneben hat die Biene mit weiteren Parasiten und Krankheitserregern zu kämpfen, wobei insbesondere Viruserkrankungen zugenommen haben". (www.bmel.de)

Auf Feldern ausgebrachte Düngemittel und Pestizide machten Bienen orientierungslos , sodass sie ihren Bienenstock nicht mehr gefunden haben und eingegangen sind. "Damit Pflanzenschutzmittel die Gesundheit der Bienen nicht gefährden, dürfen diese nur dann zugelassen werden, wenn umfassend deren Wirkung auf Bienen bewertet worden ist. Ggf. werden im Rahmen der Zulassung Auflagen festgelegt, die Landwirte einhalten müssen, um die Gesundheit der Bienen nicht zu gefährden."(wwwbmel.de)

Im Schaukasten ist ganz deutlich die grüne Königin zu erkennen. Immer mehr Bienen schwärmen aus, doch kann Djuro Emedi die Zuschauer beruhigen. "Meine Bienen hier sind sehr friedliebend und nicht aggressiv. Je ruhiger ein Mensch sich ihnen gegenüber verhält, desto besser. Hektik und schnelle Bewegungen machen Bienen Angst, sodass sie dann schon einmal stechen". Allergiker sollten immer ihr Gegenmittel dabei haben. Zur Demonstration dürfen Kinder und mutige Erwachsenen Bienen auf die Hand nehmen.

Das Projekt "Bienen und Boote" wurde durch den intensiven Kontakt zwischen Imker und Vorstand ins Leben gerufen. Die "Unterkunft", also den Bienenschaukasten, finanziert der Yachtclub. Das Bienenvolk stellt Herr Emedi zur Verfügung. Er kümmert sich auch um die Pflege. Er hat den Verein in der Frage der Aufstellung beraten. Diese Zusammenarbeit soll nachhaltig für die Bienen und deren Wert bzw. deren Gefährdung aufmerksam machen. Schöner Nebeneffekt: Die Vereinsmitglieder haben einen "eigenen" Imker, von dem sie genau wissen, woher der Honig kommt. So zeigt Emedi im weiteren Verlauf auch Waben und bietet leckeren Honig an.

Ein normales Bienenvolk besteht aus etwa 60.000 Bienen. Unser Volk im Bienenschaukasten ist zu klein, um im Winter die üblichen 37 °C erzeugen und halten zu können. Darum werden unsere Bienen auch mit echtem Honig verwöhnt, anstatt dem üblichen Zuckerwasser. Und wenn es im Winter zu kalt wird, holt Herr Emedi das Volk mit dem Schaukasten zu sich nachhause. Im nächsten Frühjahr bekommen wir dann unser Volk wieder.

Text: Almut Lauenstein, Fotos: Bianca Katic
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