Kräuter aus Südhessen erntefrisch auf unseren Tisch

Bei der naturkundlichen Wanderung des OWK Goddelau mit Besichtigung des Nibelungenhofs in Allmendfeld kam das Wandern infolge des regnerischen Wetters zwangsweise etwas zu kurz. Für die eigentlich geplante Besichtigung des Ernteprozesses wären mindestens Gummistiefel oder gar Schwimmflossen nötig gewesen. Aber die sehr interessante Führung durch die Kräuter-Verarbeitung hat alle Teilnehmer voll dafür entschädigt. Jeder, der das mal mit eigenen Augen gesehen hat, wird sich daran erinnern, wenn er in Zukunft Kräuter in getrockneter Form oder eingefroren in der Küche verwendet.
Nach einem sehr netten Empfang durch die Familie Kramm und einer Einführung in die Geschichte des Aussiedlerdorfes Allmendfeld und des Nibelungenhofes, konnten wir live miterleben, wie die Schnittlauch-Ernte vom gleichen Tag in zwei getrennten Prozessen zu getrockneten bzw. gefrorenen Kräutern weiter verarbeitet und kundenfertig verpackt wird.
Die Kräuter werden direkt nach der Ernte von Schmutz und Stielen gereinigt, ausgesiebt und dann entweder getrocknet oder direkt eingefroren. Somit erhält der Verbraucher wirklich erntefrische Kräuter, die nur mit Wasser in Berührung gekommen sind und keinerlei Chemie erfordern.
Besonders bei der Trocknung und beim Einfrieren ist großes technisches Wissen gefragt, da diese beiden Arbeitsgänge enorm energieaufwendig sind und daher viel Raum für Effizienzverbesserungen bieten, um die Herstellungskosten im Rahmen zu halten.
Auch beim Anbau der verschiedenen Kräuter braucht es viel Erfahrung, um mit der richtigen Fruchtfolge, der Pflege, der mechanischen Unkrautbekämpfung und Bewässerung eine dauerhaft gute Ernte zu erzielen. Nicht zuletzt ist das Ganze ja auch ausgesprochen wetterabhängig, da gerade bei Kräutern der beste Erntezeitpunkt oft auf wenige Tage begrenzt ist. Diese Probleme haben wir hautnah miterlebt, denn es hatte seit Tagen dauernd mal wieder stark geregnet, sodass die Erntemaschinen immer wieder pausieren mussten.
Auch die Qualitätssicherung mit regelmäßigen Laborchecks ist sehr ausgefeilt, sodass anhand der Chargen-Nummern der fertigen Produkte jederzeit der gesamte Anbau und Herstellungsprozess nachvollziehbar ist.
Gleichzeitig muss natürlich in einem solchen Betrieb der Verkauf zeitnah geregelt werden, damit die Kräuter möglichst frisch zum Verbraucher oder an weiterverarbeitende Betriebe gelangen. Insgesamt waren alle beeindruckt, was ein Landwirt in der heutigen Zeit alles können und leisten muss.

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache:
Für die Wanderwoche des OWK Goddelau von 10.8.bis 17.8.2016 im Bayrischen Wald ist wegen Krankheit ein Doppelzimmer frei geworden. Interessenten mögen sich bitte kurzfristig melden bei Rita Dickler, Tel 06158-84418.
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