Leeheimer Nachwuchslaienspieler begeistern mit neuem Kindertheaterstück zweimal in voller Halle

Die Geschwister Benna (Sophie Asbeck) und Lena (Mira Erckmann) machen eines Abends die Bekanntschaft mit dem Elfen Micky aus dem Märchenland (Falk Wiesenäcker) (Foto: Carola Maul (Foto Hanno))
 
Durch einen geheimen Tunnel hinter ihrem Bücherschrank gelangen Benna (Sophie Asbeck) und ihre große Schwester Lena (Mira Erckmann) in den geheimnisvollen Märchenwald (Foto: Harald von Haza-Radlitz (Haza Foto))
„Lena und Ben im Märchenland“ (Susanne Schröder) lautete der Titel der neuen Produktion der Kinder- und Jugendabteilung der Leeheimer Laienspieler.

Leeheimer Kindertheater - eine ganz besondere Tradition

Seit über 30 Jahren inszeniert der Theaterverein einmal im Jahr in der Vorweihnachtszeit ein Kindertheaterstück. Unter dem Motto „Theater gespielt von Kindern für Kinder“ strömten am Samstag- und Sonntagnachmittag unzählige Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern nach Leeheim und sorgten an beiden Tagen für eine volle Heinrich-Bonn-Halle. Viele Eltern sind selbst mit dem Leeheimer Kindertheater aufgewachsen. Jahre später sitzen sie nun gemeinsam mit ihren eigenen Kindern im Zuschauerraum. Eine besondere Tradition, die trotz Konkurrenz von Fernsehen, Computer und Kino immer noch großen Anklang findet.

Hilfe für das Märchenland in Not

Die Nachwuchsgruppe erzählte die charmante und witzige Geschichte der Schwestern Lena (Mira Erckmann) und Benna (Sophie Asbeck). Eines Abends springt ihre Oma krankheitsbedingt als Babysitterin ab und der Mutter (Emily Klein) bleibt nichts anderes übrig, als ihre Kinder in der Obhut der Zuschauer zu lassen, da sie zum Nachtdienst ins Krankenhaus muss. Gerade als die Schwestern unerlaubt vor dem Schlafen noch Fernsehschauen wollen, klettert ein seltsames Wesen aus ihrem Bücherschrank heraus. Der freche Elf Micky (Falk Wiesenäcker) wurde aus dem Märchenland geschickt, weil dort nichts mehr so ist, wie es einmal war. Den beiden erstaunten Mädchen erklärt er, dass auf der ganzen Welt nur noch selten die alten Märchen gelesen würden. Daher langweilten sich die Märchenfiguren. Viele Sachen seien kaputt oder funktionierten nicht mehr richtig, da sie nur noch selten zum Einsatz kämen. Nun sei er auf der Suche nach mutigen Kindern, die noch genug Märchen kennen, um das Märchenland und seine Bewohner zu retten. Ohne zu zögern folgen Lena und Ben dem Fabelwesen durch den Bücherschrank hindurch in den zauberhaften Märchenwald und nehmen kurzerhand einfach das Publikum mit. Dort treffen sie auf einige gelangweilte und verzweifelte Märchenfiguren, die ihnen alle ihr Leid klagen. Rotkäppchen (Jenna Fernandez) jammert über ihren kaputten Korb, Dornröschen (Enie Erckmann) kann einfach nicht einschlafen, der Froschkönig (Lilly Pfahls) findet im verschlammten und dreckigen Brunnen seine Kugel nicht mehr, Hänsel (Joanne Krumb) und Gretel (Alicia Best) haben keine Lust mehr, immer nur Lebkuchen zu essen und Dornröschens Prinz (Nora Lessenich) kämpft sich mühevoll mit einem stumpfen Schwert durch die Dornenhecke. Nur Hans im Glück (Jessica Urban) macht weiterhin seinem Namen alle Ehre und ertauscht sich eine herrenlose Ziege (Finn Urban). Natürlich schaffen es Micky, Lena und Benna mit vereinten Kräften den Märchenfiguren zu helfen und lösen mit pfiffigen Einfällen ein Problem nach dem anderen, so dass sich der sonst so strenge Oberelf Olaf (Joanne Krumb) am Ende milde und dankbar ihnen gegenüber zeigt. Das Märchenland ist gerettet und die Geschwister kehren müde und erschöpft in die Menschenwelt zurück.

Proben unter erschwerten Bedingungen

Die 12 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren hatten sich im Frühjahr gemeinsam mit Regisseurin Ulrike Urban das Stück ausgesucht. Geprobt wurde seit den Sommerferien einmal wöchentlich. Dabei war der Theaterverein wieder einmal mit erschwerten Bedingungen konfrontiert. Einige Male konnte die Probe nur provisorisch stattfinden, wenn die Heinrich-Bonn-Halle wegen einer Veranstaltung belegt war. Aus diesem Grund konnte das Bühnenbild auch erst fünf Tage vor der Premiere aufgebaut werden. So hatten die jungen Schauspieler gerade einmal zwei kurze Proben Zeit, um sich an das fertige Bühnenbild zu gewöhnen. Bei der Generalprobe kamen dann erstmals noch Kostüme, Maske, Licht und Ton hinzu. Gerade für die unerfahrenen Kinder eine große Herausforderung, die bei den Verantwortlichen immer wieder für Kopfzerbrechen sorgte.

Die im Dunkeln sieht man nicht

Die erfahrene Regisseurin Ulrike Urban ist seit 1983 im Theaterverein aktiv und hat bereits sehr erfolgreich viele moderne Kindertheaterstücke inszeniert. Tatkräftig wurde sie erneut von Souffleuse Ellen Wiesenäcker unterstützt. Erstmals bot der Theaterverein seiner Nachwuchsgruppe einen zweitägigen Schauspielworkshop unter der Leitung von Melanie Kind an, der spielerisch Grundlagen des Theaterspielens vermittelte und bei der Truppe sehr gut ankam. In der heißen Phase ergänzte die angehende Theaterpädagogin die Arbeit der Regisseurin mit theaterpädagogischen Übungen und vielen Tipps an die Schauspieler. Komplettiert wurde das kreative Team im Hintergrund erneut durch Maskenbildner Dieter Bock, Kulissenbauer Reinhard Köhler, Kulissenmalerin Marina Sandner-Veith sowie Vereinsseele Hannelore Lessenich, die wieder mit viel Kreativität und Liebe zum Detail die authentischen und aufwändigen Kostüme nähte. Am Aufführungswochenende sorgten außerdem fleißige Vereinsmitglieder für einen reibungslosen Ablauf beim Aufbau, an der Kasse und an der Theke sowie beim Abbau.
Es ist die besondere Mischung aus einer spannenden und kindgerechten Geschichte, jungen Schauspielern mit viel Spielfreude und schauspielerischem Ausdruck, phantasievollen Kostümen, einem aufwändigen und offenen Bühnenbild sowie vielen Licht- und Toneffekten, die das Leeheimer Kindertheater so charmant und erfolgreich macht.

Verdiente Winterpause für die Nachwuchsgruppe

Nach diesem erfolgreichen Wochenende und der anstrengenden Probenzeit verabschiedet sich die Kinder- und Jugendgruppe nun in die Winterpause.
Man darf sich aber bereits auf das nächste Jahr freuen, wenn es wieder heißt: „Vorhang auf für unser Theater gespielt von Kindern für Kinder“.


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