Eindrucksvolle SPD-Geschichte - Langjährige Mitglieder in würdigem Rahmen geehrt

v.l.n.r.: Willi Carl (40), Hannelore Lessenich (25), Manfred Emmer (stv. Vorsitzender), Dieter Kohl (40), Jakob Nold (40), Hermann Kind (40), Martin Schwarz (50), Gerold Reichenbach (MdB), Franz Schloegl (40), Gerald Kummer (Landtagskandidat), Günter W. Fischer (40), Gisela Ziegler (40), Patrick Fiederer (Vorsitzender), Wilfried Ziegler (40), Greta Bonn (40), Volkert Grebe (40), Werner Bonn (40)
Riedstadt: Büchnerbühne Riedstadt | Zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung hatte der SPD-Ortsverein Leeheim am letzten Sonntag in den Theatersaal der Büchnerbühne eingeladen. Neben Delegiertenwahlen standen unter anderem auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf der Tagesordnung.

Meistens sitzen die Mitglieder üblicherweise an einem Tischkreis in einer Gaststätte wenn eine Einladung zur Jahreshauptversammlung erfolgt. In diesem Jahr hatte der Vorstand der Leeheimer Sozialdemokraten jedoch in den Theatersaal der Büchnerbühne eingeladen und die Mitglieder mussten in den Sitzreihen einen Platz finden. In dieser ungewohnten Atmosphäre fühlten sich die Mitglieder und zahlreich anwesenden Gäste jedoch relativ schnell wohl.

Ortsvereinsvorsitzender Patrick Fiederer konnte im festlichen geschmückten Theatersaal auch zwei neue Mitglieder, den Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach und Landtagskandidat Gerald Kummer begrüßen.

In seinem Jahresbericht ging er vor allem auf das vom Ortsverein angegangene Thema „Besitzbare Stadt“ nach dem Griesheimer Vorbild ein. Nach einer gut besuchten Auftaktveranstaltung und einer ergiebigen Bürgerbeteiligung stehen in den nächsten Wochen konkrete Umsetzungsplanungen an, um erste Sitzelemente im Stadtteil zu installieren. Die ersten Elemente kann der Ortsverein dank einer Spende und kleiner Rücklagen aus der eignen Kasse finanzieren, für weitere Objekte wird der Ortsverein auf Spenden angewiesen sein.

Ein weiteres Thema war die Reduzierung des Tempolimits auf „30“ in der Haupt- und Geinsheimer Straße. So konnte er in den letzten Tagen erfahren, dass die Maßnahmen im Stadtteil von der Straßenmeister Groß-Gerau durchgeführt wurden, das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) davon aber nichts wusste. Jetzt solle nach einer Anfrage im Landtag das Tempolimit durch das ASV wieder zurückgenommen und auf den vorherigen Stand gebracht werden. Die alte Beschilderung sei aber nicht mehr vorhanden, so dass sich jetzt alles verzögere – ein Schildbürgerstreich in Augen des örtlichen Parteivorstands. „Wenn dieses kleine Beispiel zeigt, wie die Kommunikation in hessischen Behörden abläuft, dann halte ich dies für ein Armutszeugnis“, so Fiederer zu diesem Thema abschließend.

In seinem Bericht aus der Fraktion ging Fraktionsvorsitzender Matthias Thurn unter anderem auf die finanzielle Situation der Stadt und die aktuellen Diskussionen im Stadtparlament ein. Einem weiteren „Ausverkauf der Infrastruktur“, um kurzfristig den Haushalt zu sanieren, aber dauerhaft die Leistungen für Vereine und Bürger einzuschränken, wie es zurzeit am Beispiel des Bürgerhauses in Wolfskehlen diskutiert werde, erteilte er eine klare Absage.

Stadtverbandsvorsitzende Regina Plettrichs zog in ihrem Bericht eine positive Bilanz: Fraktion und Stadtverbandsvorstand arbeiten mehr denn je Hand in Hand und diskutieren gemeinsam die politischen Zukunftsthemen für die Stadt. Auch die erfolgreiche „150-Jahr-Feier“ in Wolfskehlen vor einigen Wochen und die Fortführung der zurzeit parteiintern durchgeführten Zukunftswerkstatt sind positive Beispiele dafür, dass die Riedstädter SPD auf einem guten Weg ist.

In seinem Grußwort legte Landtagskandidat Gerald Kummer seine inhaltlichen Schwerpunkte für die künftige Arbeit im Landtag dar: Soziales, Kommunen, Familie und Kinder. So forderte er, dass ein Kinderförderungsgesetz auch seinem Namen Rechnung tragen muss. Die jetzige Regelung stelle das Gegenteil davon dar. Sein Ziel ist die optimale individuelle Förderung aller Kinder von Anfang an. Im Mittelpunkt steht ihm dabei das einzelne Kind mit seinem Bedürfnis nach Bindung und Geborgenheit, seiner Freude am Spielen und am Lernen, seinem Wunsch nach Gemeinsamkeit und Freundschaft. Aus seiner17-jährigen Erfahrung als früherer Bürgermeister und den Erfahrungen, die er seitdem als hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Kreises Groß-Gerau machen konnte, machte er deutlich, dass die Städte, Gemeinden und Kreise vom Land Hessen in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurden. Hier wolle er schnellstens das Regierungsprogramm umsetzen und mit seiner Stimme dafür sorgen, dass den Kommunen wieder eine solide Finanzausstattung garantiert wird, um die Erfüllung der kommunalen Aufgaben zu ermöglichen.

Für den in diesem Jahr neu zu wählenden Stadtverband nominierten die anwesenden Mitglieder einstimmig Matthias Thurn als stv. Vorsitzenden und Horst Moldaner als Beisitzer. Im Unterbezirksbeirat werden die Leeheimer Genossen von Matthias, bzw. Liesel Thurn vertreten.

Auch die anschließenden Delegiertenwahlen des Ortsvereines verliefen mit einstimmigen Abstimmungsergebnissen. Delegierte für die Riedstädter SPD-Parteitage sind Manfred Emmer, Patrick Fiederer, Günter W. Fischer, Hannelore Lessenich, Horst Moldaner, Jens Monden, Petra und Reiner Thielhorn sowie Matthias Thurn. Auf den Unterbezirksparteitagen werden die Leeheimer Genossinnen und Genossen im nächsten Jahr durch Dr. Hans-Josef Lang, Hannelore Lessenich und Matthias Thurn vertreten.

Bundestagsabgeordneter Gerold Reichenbach hatte die Aufgabe übernommen, eine Laudatio für die 21 anwesenden und zu ehrenden Mitglieder zu halten. Dabei überzeugte er durch detaillierte Kenntnisse aus der Zeitgeschichte für die für 25, 40 und 50 jährige Parteizugehörigkeit. Er freute sich in diesem Jahr 35 Mitglieder ehren zu dürfen und überreichte zusammen mit Ortsvereinsvorsitzendem Patrick Fiederer die Ehrenurkunden. Für 25jährige Parteimitgliedschaft wurde Hannelore Lessenich, für 40 Jahre Greta Bonn, Werner Bonn, Willi Carl, Günter W. Fischer, Volkert Grebe, Hermann Kind, Dieter Kohl, Jakob Nold, Franz Schloegl, Gisela Ziegler und Wilfried Ziegler. Martin Schwarz wurde sogar für ein halbes Jahrhundert Parteizugehörigkeit ausgezeichnet. „Es ist beachtlich, wie lange unsere Mitglieder die SPD unterstützen. Gerade in der heutigen Zeit, in der man eher langfristigen Bindungen in Vereinen und Parteien abgeneigt gegenüber steht, ist dies eine große Leistung“, so Fiederer Stolz.

Am Ende der mit rund 35 Personen gut besuchten Veranstaltung zeigte der SPD-Ortsverein den eineinhalbstündigen Film zur 150 jährigen SPD-Parteigeschichte. Darin werden neben historischen Filmausschnitten auch die einzelnen Erfolge der ältesten Volkspartei, kommentiert durch führende Sozialdemokraten der letzten Jahrzehnte, dargestellt. „Eine gelungene Zusammenfassung der sozialdemokratischen Geschichte“, wie einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer abschließend resümierten.
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