Ausschließlich LED-Technik einsetzen

St. Georgen. Die Bahnhofstraße hat nach dem Ausbau- und der Sanierung nur noch eine Bushaltebucht. Der Zebrastreifen beim Hotel "Hirsch" wird verlegt. Bei der Straßenbeleuchtung kommt ausschließlich LED-Technik zum Einsatz.

Im Oktober hatte der Gemeinderat bereits den Grundsatzbeschluss gefasst. Bürgermeister Michael Rieger sprach jetzt von großem Glück, das Projekt auf den Weg bringen zu können. Acht Tage vor Weihnachten kam die Ankündigung, das Land werde alle nicht genehmigten Vorhaben streichen. Trotzdem traf noch der Bewilligungsbescheid ein. "Wir können loslegen", freute er sich.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es jetzt um die städtebauliche Seite der Sanierungs- und Ausbaumaßnahme. Stadtbaumeister Reinhard Wacker berichtete, zwei Bushaltebuchten im oberen Bereich der Bahnhofstraße einzurichten, sei nicht möglich, weil die vorgeschriebene Tiefe nicht vorhanden sei. Deshalb schlugen die Planer vor, in Höhe der Buchhandlung eine Haltebucht einzurichten. Dann komme der Verkehr nicht zum Stocken, was bei winterlichen Verhältnissen ganz wichtig sei. Talwärts werde es keine Haltebucht geben. Statt dessen erhalte das Heimatmuseum Schwarzes Tor einen kleinen Vorplatz. Das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste komme einem nur so lange vor. Tatsächlich halte sich die Wartezeit in Grenzen. Verlegt wird der Zebrastreifen in Höhe der Einmündung der Gewerbehallestraße in den Kurvenbereich. Jochen Bäsch (FDP) ärgerte die lange Diskussion im Gemeinderat zu dieser Frage. Erst jetzt werde der gesetzliche Aspekt bekannt.

Jürgen Pfaff vom Architekturbüro faktorgrün stellte die städtebaulichen Aspekte vor. Die Bäume werden demnach etwas lockerer gesetzt. Joachim Kleiner (Freie Wähler) bemängelte, beim Haus der Vereine seien die Bäume falsch platziert. Sie würden später die Fußgänger verdecken. Hans-Peter Rieckmann (Freie Wähler) schien die Beleuchtung in diesem Bereich nicht ausreichend.

Die Gestaltung werde wie der Bereich Schul- und Friedrichstraße ausfallen. Vorschläge des Behindertenbeauftragten Reinhard Mündel flossen in die Planungen ein. Dabei wurde auch an Blinde gedacht. Für ein Buswartehaus reiche der Platz nicht aus.

Flüsterasphalt im Winter zu anfällig

Anita Kienzler (CDU) brachte Flüsterasphalt ins Gespräch. Dieser ist im Winter zu anfällig, meldete der Stadtbaumeister Bedenken an.

Schließlich stellte Jürgen Pfaff das Leitbild für die Stadtbeleuchtung sowie verschiedene Leuchtentypen vor. Sie richten sich im Stil nach den neuen LED-Leuchten im Stadtgebiet. Aus finanziellen und teilweise technischen Gründen schlug der Planer aber vor, beim Lichttor auf konventionelle Leuchtmittel zurückzugreifen.

Für Manfred Scherer (CDU) kam nur LED-Technik in Frage. Auch Oliver Freischlader (SPD) wollte "auf keinen fall etwas anderes". Reinhard Wacker hielt dagegen, es tue weh, für sechs Leuchten bis zu 10
000 Euro mehr ausgeben zu müssen. Hansjörg Staiger (SPD) ärgerte sich: "Wir machen etwas für die Zukunft und bauen etwas Altes ein".

Joachim Kleiner (Freie Wähler) störte bei der Vorlage der Stadtverwaltung die Vorgehensweise. Es sei nur die Firma Hess berücksichtigt und der Preis bereits festgelegt. Der Stadtbaumeister hielt dagegen: "Wir definieren, was wir wollen. Dann schreiben wir beschränkt aus". Joachim Kleiner (Freie Wähler) forderte Rabattverhandlungen vor einem Beschluss. Das dürfe die Stadt aus rechtlichen Gründen nicht, so Wacker. Diese könne nur ausschreiben und sehen, was dabei heraus komme.

Arno Schwarz (Freie Wähler) hatte Bedenken wegen des sogenannten Lichttors im unteren Bereich entlang der Straße. Dabei handelt es sich um mehrere Leuchten in kürzeren Abständen. In diesem Bereich sei durch die Ampelanlage, die Tankstelle und die Qundis-Leuchtreklame bereits viel Licht vorhanden. "Vielleicht ist alles etwas zu viel des Guten", meinte er. Jürgen Pfaff sprach von einem "eigenen Lichtpunkt, der Aufmerksamkeit auf sich zieht". Da störe selbst die helle Bundesstraße in direkter Nachbarschaft nicht.

Frank Laabs (Freie Wähler) wollte die Straßenlampen gleich maximal bestücken und nur das einschalten, was benötigt wird. Der vorgesehene Typ erlaube jederzeit eine Nachrüstung versicherte der Planer. Robert Walter (Freie Wähler) fragte nach den Wartungsintervallen bei der LED-Technik. "Auf jeden Fall um ein Vielfaches besser, als bei den Herkömmlichen", versicherte Jürgen Pfaff.

Schließlich stimmte der Gemeinderat allen Vorschlägen der Planer einschließlich der selbst vorgeschlagenen Änderungen zu.

Die Ingenieurleistungen für die Verkehrsanlage und den Leitungsbau im ersten Abschnitt erbringt das Ingenieurbüro Salzmann aus Tuttlingen für fast 73
000 Euro. Das Architekturbüro faktorgrün aus Rottweil übernimmt die städtebaulichen Planungen für das Gesamtvorhaben. Das Honorar beträgt 99
000 Euro.

Anlieger anhören und Bürgerversammlung

Nächster Schritt ist eine Anhörung der Anlieger am Mittwoch, 14. März, um 19.30 Uhr im großen Rathaussaal. Am Dienstag, 27. März, gibt es eine Bürgerversammlung zum Thema in der Stadthalle.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.