Der Ukraine vergeht das Lachen - EM - Skandal ?

Am 8. Juni beginnt die EM in Polen und der Ukraine. Die gute Nachricht: Die acht Stadien stehen. Darunter auch die in Kiew, Charkow, Donezk und Lemberg. Sonst klappt aber nicht viel in der Ukraine.

Studenten bauen Hotels, Geld für Holocaust-Überlebende wurde für die EM abgezweigt und viele Beamte bekommen seit Monaten kein Gehalt. Weil das Geld ins Turnier fließt. Der Ukraine vergeht das Lachen!

3,2 Milliarden Euro sollte das Turnier eigentlich kosten. Bis 2011 wurden schon 4,1 Milliarden ausgegeben. Experten schätzen, dass Kosten von bis zu 12 Milliarden Euro auf das finanziell angeschlagene Land zukommen. Die Opposition um Box-Star Vitali Klitschko fordert jetzt die Offenlegung aller Kosten.

Kein Wunder, dass die Ukraine krampfhaft versucht, die Aufmerksamkeit auf anderes zu lenken. Doch die Erfolgsmeldungen sind dünn: Am Flughafen Donezk ist eine Touristen-Information geplant. Die ersten zwei von sechs Zügen, die für die EM genutzt werden sollen, sind aus Südkorea eingetroffen. 60 Prozent der Ukrainer glauben an eine erfolgreiche EM.

Weil das Turnier viel teurer wird als geplant, wird gespart wo es nur geht. Mit teilweise skandalösen Folgen. Einem Sozialprojekt für Holocaust-Überlebende in Charkow wurden die Mittel gestrichen. Das Geld soll für die Euro zweckentfremdet worden sein.



In Donezk, Charkow und Kiew beschweren sich Lehrer und Krankenschwestern darüber, dass sie seit Jahresbeginn nur einen Teil ihres Gehaltes bekommen haben. Weil der Staat das Geld in die EM steckt!

Und noch ein Problem: Es gibt nicht genügend Hotels. Und die, die es gibt, kassieren kräftig ab: Bis zu 250 Prozent sollen die Preise während der 24 EM-Tage steigen. Auch Restaurant-Besitzer wittern das Geschäft ihres Lebens. Im Internet gibt es Berichte über einen Gastronomen, der seinen englischsprachigen Gästen schon jetzt 250 Euro für ein Filetsteak berechnet haben soll.

Um der Hotelknappheit zu begegnen, wird zurzeit das Studentenwohnheim der Polytechnischen Universität in Lemberg aufgehübscht. Aber auch hier fehlt das Geld. Versprochen waren 270000 Euro, um die Zimmer für EM-Gäste bereit zu machen. Die Summe ist nie überwiesen worden. Deshalb legen die Studenten jetzt selbst Hand an. Immerhin: Zum Start des Turniers soll alles bereit sein. Wladimir Kraijowski, der stellvertretende Uni-Rektor: „Wir wollen uns auf keinen Fall blamieren. Die Wohnheime müssen bis Ende Mai fertig sein.“

Klappt das, sollen EM-Touristen 50 Euro bezahlen. Pro Nacht. Für einen Platz im Vierbettzimmer. Mit Dusche und WC auf dem Gang ... Billiger wird’s für die schwedischen Fans. Wenn auch nicht komfortabler: Deren Verband hat sich jetzt mit der Stadt Kiew geeinigt, einen Zeltplatz für 16000 Menschen zu errichten.
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