Boote starten im Drei-Minuten-Takt

Knapp 300 Starts stehen an diesem Wochenende bei der 93. Offenbacher Ruder-Regatta des WSV Bürgel auf dem Programm.

Offenbach – Bis aus dem baden-württembergischen Waldshut-Tiengen, gelegen an der Grenze zur Schweiz, kommen die Teilnehmer, wenn der Wassersportverein 1926 Offenbach a.M.-Bürgel an diesem Wochenende seine 93. Offenbacher Ruder-Regatta ausrichtet. Rund 600 Ruderer kommen nach Bürgel, knapp 300 Rennen stehen an beiden Tagen auf dem Programm. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer an Meldungen zugelegt“, zeigt sich Sabine Zech, WSV-Vorsitzende Organisation und Öffentlichkeit, mit Blick auf das Meldeergebnis zufrieden. Natürlich sind auch die Ruderer der übrigen Offenbacher Vereine (ORV, Wiking, Hellas) sowie aus der Region Mühlheim, Großauheim, Hanau und Frankfurt dabei, die allesamt auf dem Main trainieren. Aber auch Sportler aus Aschaffenburg, Koblenz, Worms oder Stuttgart sind am Start. „Die Regatta hat fast jedes Jahr stattgefunden“, erklärt Zech. Absagen gab es lediglich in Kriegszeiten vor über 70 Jahren – und einmal durch Hochwasser.

Aufgrund der jahrzehntelangen Tradition ist die Offenbacher Ruder-Regatta nicht nur in sportlicher Hinsicht für die Region von großer Bedeutung, sondern stellt auch für die Bürgeler und Bewohner der Umgebung eine gerne besuchte Veranstaltung da. Viele ehrenamtliche Helfer auf dem Wasser und an Land sorgen dafür, dass die Regatta auch reibungslos über die Bühne gehen kann. „Neben Undine Offenbach sind wir der einzige Verein, der noch eine Regatta durchführt, weil beide Vereine die nötige Personaldecke haben, um das zu leisten“, erklärt Sabine Zech. Die Bürgeler selbst nehmen allerdings nur mit einem kleinen Aufgebot an den verschiedenen Wettbewerben teil. Die Junioren des WSV, die eine große Gruppe ausmachen, waren zuletzt bei den hessischen und deutschen Meisterschaften extrem gefordert. „Sie haben hart gearbeitet und legen nun eine Pause ein“, meint Sabine Zech. Zudem sind zwei Nachwuchsruderer des Vereins an diesem Wochenende beim Bundeswettbewerb der Kinder – den deutschen Meisterschaften des zwölf- bis 14-jährigen Nachwuchses – in Brandenburg an der Havel am Start. Dennoch gehen vier Ruderer in der Masterskonkurrenz sowie vier Nachwuchsruderer auf dem Main in die Wettkämpfe und hoffen auf ein gutes Ergebnis. Die Streckenlänge für die Kinder-, Junioren- und Seniorenrennen beträgt 500 Meter, für die Masters wird sie auf die doppelte Distanz von 1000 Meter verlängert. Die Masters, die zum dritten Mal in Bürgel starten, sind übrigens ein Grund für das sehr gute Meldeergebnis in diesem Jahr. 2014 richtete der WSV das World Masters Championat aus. „Den Masters hat es hier sehr gut gefallen“, schmunzelt Sabine Zech. Seit dem sind die Masters-Rennen fester Bestandteil in Bürgel.

Die Ruderer werden am heutigen Samstag sowie am morgigen Sonntag in Abständen von drei Minuten auf die Strecke geschickt. Allerdings müssen die Veranstalter immer wieder Pausen einlegen. Und zwar etwa alle 60 bis 90 Minuten für etwa 30 bis 45 Minuten, damit der Schifffahrtsverkehr auf dem Main weitergehen kann. Für die eingesetzten Helfer allerdings eine gute Möglichkeit, sich ein wenig zu erholen. Denn bei knapp 300 Starts und rund 600 Teilnehmern ist gerade im Start- und Zielbereich ein konzentriertes Arbeiten wichtig. Die Regatta-Leitung haben Manfred Winter, Christoph Beinert und Manuela Damm inne. An beiden Wettkampftagen gibt es wieder einen gut gefüllten Kuchenstand mit selbst gebackenen Kuchen und einen Grillstand auf dem Vereinsgelände sowie Speisen und Getränke im Sommerbiergarten der Bootshausgaststätte. Der Wassersportverein hofft auf „Bürgeler“ Wetter, einen guten Verlauf, spannende Rennen und zahlreiche Unterstützung durch die Zuschauer. Der weite Weg, denn die Ruderer aus dem baden-württembergischen Waldshut-Tiengen zurückgelegt haben, soll sich ja schließlich lohnen.
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