Derbytime in Jügesheim

Am Sonntag ist es wieder Zeit für Derbyzweikämpfe. So wie hier zwischen Christopher Lang (Kickers Obertshausen, links) und Dominik Goetze (JSK Rodgau). Das Hinrundenspiel in Obertshausen gewannen die Jügesheimer mit 2:0, nun stehen sich beide Mannschaften im Maingau-Energie-Stadion zum zweiten Mal in dieser Saison gegenüber.

Jügesheim - Derbytime in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Am morgigen Sonntag, 15 Uhr, erwartet der Tabellenzweite JSK Rodgau den starken Aufsteiger Kickers Obertshausen, aktuell auf Rang fünf platziert, zum Offenbacher Kreisderby. Für die Jügesheimer ist es das erste Punktspiel in diesem Jahr, nachdem die Begegnung beim FSV Bischofsheim auf kommenden Donnerstag, 9. März, verschoben wurde. Kickers Obertshausen war am vergangenen Wochenende bereits im Einsatz, unterlag gegen Spitzenreiter Hanau 93 mit 1:3. Aber auch für die Rodgauer stand in diesem Jahr ein Pflichtspiel auf dem Programm: Im Viertelfinale des Offenbacher Kreispokals scheiterten sie mit einer 2:4-Niederlage am SV Pars Neu-Isenburg, dem Tabellenführer der Kreisliga A Offenbach West.

Zur Tabellensituation in der Gruppenliga: Der JSK ist Zweiter, der Rückstand auf Klassenprimus Hanau 93 beträgt vier Punkte. Allerdings haben die Jügesheimer zwei Partien weniger als der ehemalige Zweitligist absolviert und liegen damit weiterhin sehr gut im Rennen. Obertshausen würde seinen fünften Platz gerne bis zum Rundenende verteidigen, insgesamt würden die Kickers aber auch generell einen einstelligen Tabellenplatz als Erfolg werten.

JSK-Trainer Andreas Humbert, der vergangene Woche seinen Vertrag bei den Jügesheimern um ein weiteres Jahr verlängerte, nutzte das vergangene spielfreie Wochenende seiner Mannschaft und beobachtete die Kickers im Spiel gegen Hanau. „Das hat mich wirklich beeindruckt“, sagt der Jügesheimer Trainer. „In der ersten Hälfte war Obertshausen ein wenig ängstlich, kam dann aber immer besser ins Spiel, erspielte sich ein Übergewicht und überzeugte vor allem auch spielerisch.“ Für seine Mannschaft erwartet Humbert einen schweren Gang: „Das ist erstens ein Derby und zweites sind die Kickers Tabellenfünfter. Das ist alles andere als Laufkundschaft. Die haben eine gute Truppe und sich ordentlich verstärkt.“

In der Winterpause kam auf Seiten der Obertshäuser ein neuer Spieler hinzu: Raschid Boujraf, ehemals auch bei der TGS Jügesheim aktiv, wechselte von Ligarivale Kickers Viktoria Mühlheim nach Obertshausen. Gleich vier Winter-Zugänge vermeldete der JSK, wobei es sich dabei um Jungs handelt, die dem Gruppenligisten quasi „zugelaufen“ sind: Muhammed Mejdovic und Ehsan Abassi kamen von der zweiten Mannschaft des Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt, Nico Wojnarski ausgerechnet von Kickers Obertshausen, wo er bis November vergangenen Jahres aktiv war, sich in der ersten Mannschaft aber nicht durchsetzte. Zudem ist Adil Laout, der schon länger in Jügesheim mittrainiert, jetzt auch spielberechtigt.

Die Kickers sehen sich im Derby nicht chancenlos. „JSK-Trainer Andreas Humbert ist ein Taktikfuchs und will natürlich auch dieses Spiel gewinnen. Wir haben Respekt, aber keine Angst und wollen etwas mitnehmen. Wenn wir von Beginn an die Leistung der zweiten Hälfte aus dem Hanau-Spiel wiederholen, können wir etwas holen“, ist Kickers-Spielausschusschef Siggi Herth zuversichtlich. Simon Prechtel (Faserriss im Knöchel) fällt zwar weiterhin aus, dafür dürfte Daniel Konczalla (fehlte zuletzt aus gesundheitlichen Gründen) wieder in den Kader rücken. In seiner Analyse der Partie gegen Hanau 93 bestätigt Herth Andreas Humbert: „Die erste Hälfte haben wir verschlafen, waren nicht aggressiv genug. Aufgrund der zweiten Hälfte hätten wir einen Punkt verdient gehabt, da kam von Hanau nicht mehr viel.“

Große Sorgen plagen vor dem Derby die Jügesheimer, die in der Offensive gleich zwei Stammkräfte ersetzen müssen. Mehmet Bayraktaroglu wurde beim 3:0-Testspielsieg gegen Viktoria Kahl übelst gefoult und humpelt noch immer durch die Gegend. Zudem plagen Florent Hajzeraj Knieprobleme. „Irgendetwas müssen wir uns da basteln“, sagt Andreas Humbert.

Ein bisschen erwartet der Jügesheimer Trainer auch eine Reaktion auf das Pokalaus in Neu-Isenburg. „Da habe ich mich über meine Mannschaft geärgert“, blickt Humbert zurück. „Wir sind nicht in Bestbesetzung angetreten. Aber ich habe schon vorher gewarnt, dass wir den SV Pars nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Das ist nicht bei jedem angekommen und wir haben dafür die Quittung erhalten. Und dann waren wir draußen.“ 2:4 hieß es am Ende aus Sicht der Jügesheimer. Beim SV Pars standen in Torhüter Arif Arifi, Islam Ispir, Gökhan Öztas und Kevin Puls gleich vier Spieler in der Startformation, die schon für die TGM SV Jügesheim in der Hessenliga aktiv waren. Bei Arifi und Ispir ist das allerdings schon über 15 Jahre her. Pech für die Jügesheimer: Im Halbfinale wäre Hessenligist Sportfreude Seligenstadt vor eigenem Publikum der Gegner gewesen.

Nun aber steht das Derby des JSK gegen die Kickers aus Obertshausen im Blickpunkt. Das Hinrundenspiel gewannen die Jügesheimer nach Toren von André Thomas und Florent Hajzeraj mit 2:0. Weiter geht es für die Jügesheimer am Donnerstag um 19.30 Uhr im Nachholspiel beim FSV Bischofsheim. Am Sonntag, 12. März, geht es dann zum SV Somborn. Die Kickers treffen gleichzeitig in einem weiteren Kreisderby auf die Kickers Viktoria Mühlheim.
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