Die beste Mannschaft, die die HSG jemals hatte

Stehen wie eine Wand hinter der Mannschaft: Die Fans der HSG Rodgau Nieder-Roden. (Foto: HSG Rodgau Nieder-Roden)

Nieder-Roden - Die HSG Rodgau Nieder-Roden absolviert mittlerweile bereits ihre elfte Saison. Torhüter Marco Rhein (29) ist von Beginn an Teil dieser Mannschaft. Seit der Saison 2014/15 ist das Eigengewächs aus den Reihen der Turngemeinde auch Kapitän des Drittligisten, der am vergangenen Wochenende in Leipzig verdient, aber letztlich glücklich mit 27:26 die Oberhand behielt. Bis vier Minuten vor Spielende führten die Nieder-Röder mit 26:23, dann glichen die Sachsen aus, vergaben eine Großchance, ehe die HSG im Gegenzug den Siegtreffer erzielte. Mit 6:2 Punkten sind die Rodgauer erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet. Marco Rhein wünscht sich für die Mannschaft ein wenig mehr Zuspruch von den Zuschauern und stellt mit Blick auf die Entwicklung der HSG fest: „Vor elf Jahren war das noch eine ganz andere Welt.“ Am heutigen Samstag (19.30 Uhr) trifft die HSG in der Sporthalle an der Wiesbadener Straße auf die HF Springe. Die Niedersachsen erhielten für die Zweite Liga aufgrund eines Formfehlers keine Lizenz und mussten in die Drittklassigkeit zwangsabsteigen.

Herr Rhein, wie war die Heimfahrt aus Leipzig?
Da waren nach diesem Sieg viele glückliche Gesichter zu sehen. Dadurch, dass wir erst am Sonntag gespielt haben, war es etwas ruhiger als bei Freitags- oder Samstagsspielen, die meisten mussten ja am Montag wieder früh raus. Aber die Stimmung war gut.

Wie bewerten Sie die Partie in Leipzig?

Das Spiel war sehr zerfahren mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Es war sehr hektisch. Es hat sich angefühlt, als wären am Sonntagnachmittag auf beiden Seiten nicht alle Spieler 100-prozentig bei der Sache gewesen. Wir haben gut angefangen, aber nicht konsequent weitergespielt. Zur Pause hätten wir höher führen müssen. Nach dem Wechsel sind wir direkt wieder weggezogen und haben bis kurz vor Schluss sicher geführt. Dann wurde es noch einmal brenzlig. Aber da hatten wir das Glück auf unserer Seite. Eine Niederlage wäre ganz bitter gewesen, denn wir waren gefühlt die bessere Mannschaft. Wir waren uns zu sicher, dass wir die Partie runter spielen. Am Ende war der Sieg sehr glücklich, aber nicht unverdient. Allerdings waren unsere Leistungen in den ersten drei Partien besser.

Wie ist der Start in die Saison mit 6:2 Punkten im Vergleich zum 14:0-Punkte-Traumstart in der vergangenen Runde einzustufen?
Er ist höher einzustufen. Letztlich haben alle Mannschaften, gegen die wir vergangene Saison zu Beginn gewonnen haben, am Ende unten gestanden. Von unseren Gegnern in dieser Runde gehört Groß-Bieberau/Modau zu den Topteams, auch der HC Elbflorenz wird trotz des schlechten Startes auf den Plätzen eins bis sechs landen. Coburg ist mit 4:4 Punkten gestartet, das ist für einen Aufsteiger nicht schlecht. Die Mannschaft erreicht zumindest einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Und Leipzig war in den vergangenen Jahren immer auf den Plätzen fünf bis sieben zu finden. Diese Gegner sind allesamt höher einzustufen als die Gegner zu Beginn der vergangenen Saison. Mit 6:2 Punkten sind wir daher absolut im Soll.

Sind Sie vom guten Start überrascht?
Nein, ich bin nicht überrascht. Die aktuelle ist die beste Mannschaft, die wir je in Nieder-Roden hatten. Das ist sportlich und menschlich die beste, in der ich jemals gespielt habe. Das ist keine Garantie für den Erfolg, da muss schon alles passen. Aber die neuen Spieler helfen uns weiter, es passt auf und neben dem Platz, wie es immer so schön heißt. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir mit jedem Gegner mithalten. Wenn wir allerdings ein paar Prozent zu wenig geben, können wir auch gegen jede andere Mannschaft verlieren, die Liga ist sehr ausgeglichen. Wenn wir so wie in den ersten drei Partien und phasenweise wie in Leipzig weiterspielen, dann erreichen wir auch wieder die Tabellenregion, in der wir in den vergangenen Jahren waren. Das ist unser Ziel.

Nächster Gegner sind die Handballfreunde Springe. Was erwartet die HSG am heutigen Samstagabend?
Das ist ein Absteiger aus der 2. Liga, der Kader hat sich nicht großartig verändert. Dazu haben sie noch Weltmeister Sebastian Preiß verpflichtet, der ist für diese Liga schon ein ganz schönes Pfund. Auch wenn Springe nur mit 4:4 Punkten gestartet ist, ist das ein sehr starker Gegner. Die Handballfreunde haben auch schon gegen Elbflorenz und Hildesheim spielen müssen. Sie sind Mitfavorit und werden sicher einen Platz unter den ersten Fünf belegen, daher wird es für uns sehr schwer.

Wie wird das sein, wenn auf einmal ein Sebastian Preiß, der 2007 mit der DHB-Auswahl Weltmeister wurde, vor Ihrem Tor auftaucht?
2007 war ich noch beim Finale in Köln und habe ihn angefeuert. Ich bin nicht der Typ, der denkt 'Hoppla, da kommt ein Weltmeister'. Wir hatten schon sehr viele Gegner, die auch schon in der Bundesliga gespielt haben. Wir haben ja beispielsweise auch schon gegen Andreas Wolff gespielt, der mittlerweile Torhüter der Nationalmannschaft ist. Das macht mir nichts aus, auf dem Spielfeld spielt das keine Rolle. Das ist es mir egal, wer mir gegenüber steht.
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