„Dortmund-Syndrom“ auch in der A-Liga

Eine Szene aus dem Hinrundenspiel: Dominik Raab (rechts) und die KVM gewannen bei der SG Hainhausen (hier mit Karsten Kafka) mit 3:2. Im Rückrundenspiel am vergangenen Wochenende siegten die Mühlheimer überlegen mit 4:0.

Mühlheim/Obertshausen – Jubel und Trauer lagen am vergangenen Spieltag bei den Fußball-Vereinen aus Mühlheim und Obertshausen in der Kreisliga A Offenbach Gruppe 2 eng beieinander.

Getrauert hat der FC Teutonia Hausen, der das Spitzenspiel gegen Tabellenführer TSG Mainflingen mit 0:1 (0:0) verlor und nun vier Punkte hinter den Mainhausenern zurückliegt. „Mainflingen wollte den Sieg einen Tick mehr, war cleverer im Zweikampfverhalten, hat geschickt die Freistöße herausgeholt“, sagte Teutonia-Trainer Maik Henrich, „wir haben drei, vier Freistöße zu viel zugelassen. Mainflingen hat gut verteidigt, uns ist es nach der Pause nicht gelungen, mit unseren Kontern Nadelstiche zu setzen.“ In Marco Teich und Robin Neuder mussten die Hausener zwei Stammkräfte ersetzen, die Ausfälle waren gegen den in Bestbesetzung angetretenen Klassenprimus nicht zu kompensieren. Auf tiefem Geläuf entwickelte sich an der Schwarzbachstraße kein echtes Spitzenspiel. Chancen waren waren auf beiden Seiten Mangelware, Hausens Jan Blahut traf in der ersten Hälfte nur die Latte des Mainflinger Tores. Die Teutonia ließ aus dem Spiel kaum Möglichkeiten der Gäste zu, doch Mainflingen reichte ein gelungener Spielzug zehn Minuten vor Spielende zum entscheidenden Tor durch Joel Hagelauer.

Punktgleich mit der Teutonia ist nun die Kickers Viktoria Mühlheim, die sogar noch ein Spiel weniger als die Hausener ausgetragen hat. Zuletzt gelang der KVM im Verfolgerduell gegen die SG Hainhausen ein müheloser 4:0 (2:0)-Erfolg. „Das war eine deutliche Angelegenheit“, meinte Mühlheims Sprecher Michael Michalke. Mann des Tages an der Anton-Dey-Straße war KV-Spielertrainer Domenico Di Rosa, der drei Treffer erzielte. Tor Nummer vier steuerte Alexander Michalke bei. „Wenn wir in Mühlheim etwas holen, wäre das eine geile Sache“, hatte SGH-Trainer Sebastian Schneeberger im Vorfeld gesagt. Sollte aber nicht sein.

Im Derby zwischen Croatia Obertshausen und dem TV Hausen lagen Freude und Leid dicht beieinander. Die Kroaten feierten mit einem 3:1 (1:0)-Erfolg ihren ersten Saisonsieg. In einer Lokalzeitung war im Vorfeld zu lesen, dass der Turnverein die drei Punkte holen müsse. „Dass hat uns zusätzlich motiviert“, meinte Croatia-Sprecher Milan Podnar. Stipan Vedric sorgte mit einem Freistoß und einem Distanzschuss (20., 67.) für die 2:0-Führung, Vjekoslav Valencic erhöhte auf 3:0 (70.). Für den Turnverein reichte es Sekunden vor Spielende durch Emir Selmanovic nur noch zu Ehrentreffer. In der Winterpause will das Schlusslicht nun personell nachlegen. „Vielleicht reicht es noch zum Klassenerhalt“, hofft Podnar.

Während die Partie der TSV Lämmerspiel beim SV Zellhasuen der schlechten Witterung zum Opfer fiel, machte das „Dortmund-Syndrom“ auch vor den zweiten Mannschaften der Spvgg. Dietesheim und des FC Kickers Obertshausen nicht halt. Die Dietesheimer – in der Schalke-Rolle – lagen beim JSK Rodgau 2 nach 32 Minuten schon mit 0:4 in Rückstand, verkürzten dann aber auf 3:4. Die Strack-Elf warf alles nach vorne, drängte nach dem Anschlusstreffer (80.) mit aller Kraft auf den Ausgleich – doch ein umstrittener Strafstoß bescherte Jügesheim in der Nachspielzeit den Treffer zum 5:3. Die Kickers – in der Dortmund-Rolle - sahen im Kellerduell bei Alemannia Klein-Auheim nach 78 Minuten und einer 4:1-Führung schon wie der sichere Sieger aus. Doch der FCA verkürzte auf 2:4 und verwertete in der 90. Minute einen Strafstoß zum 3:4. Und in der fünften Minute der Nachspielzeit glichen die Alemannen zum Entsetzen der Gäste auch noch aus.

Am Sonntag, 3. Dezember, geht es munter weiter. Dann stehen sich die TSV Lämmerspiel und die Kickers Viktoria im Mühlheimer Stadtderby gegenüber. Wer hingehen will, sollte daran denken, dass die Spiele im Dezember schon um 14 Uhr beginnen. Auch dann werden Jubel und Trauer wieder eng beieinander liegen. Und vielleicht gerät auch erneut eine 4:0-Führung ins Wanken.
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