Drei Punkte wichtiger als Derbysieg

Aziz Bidou (links) gewann das Ober-Röder Derby mit der Germania bei der Turnerschaft (mit Florian Henkel) mit 2:1. Im bis dahin letzten Punktspiel zwischen beiden Vereinen vor fünf Jahren liefen beide Spieler noch für die Turnerschaft auf.

Ober-Roden – Riesenstimmung in Ober-Roden: Am vergangenen Wochenende standen sich in der Fußball-Verbandsliga Süd die Turnerschaft und der FC Germania gegenüber. Knapp 400 Zuschauer wollten sich diesen Schlager nicht entgehen lassen. Zum Derbyhelden avancierte Germanias Samuel Owusu. Nach 74 Minuten eingewechselt, wandelte er die 1:0-Führung der Turnerschaft (Dejan Djordjevic, 57.) mit zwei Toren (79., 90.) in einen 2:1-Sieg für den FC Germania um.

Letztmalig hatten sich beide Mannschaften in einem Punktspiel zuvor im März 2012 in der Gruppenliga Darmstadt gegenübergestanden. Nach 90 Minuten trennten sich die beiden Ortsrivalen 2:2, zur Pause hatten die Gäste von der Turnerschaft noch mit 1:0 geführt. Marco Christophori und Khalid El Houssaini für die Germania sowie Robin Schnitzer und Tim Schöppner für die Turnerschaft erzielten seinerzeit die Tore.

Am Rundenende trennten sich allerdings die Wege beider Vereine. Während die Turnerschaft in die Verbandsliga aufstieg und damit erstmals in einer höheren Spielklasse als der FC Germania kickte, verblieben die Blau-Schwarzen noch fünf weitere Jahre in der Gruppenliga. In einem Pflichtspiel trafen die Ober-Röder Klubs seitdem noch zweimal aufeinander: 2013 gewann die Turnerschaft das Finale um den Dieburger Kreispokal gegen den FC Germania nach Verlängerung mit 3:2, 2015 setzte sich die Turnerschaft im Kreispokal-Halbfinale an der Frankfurter Straße mit 5:4 (1:1, 1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen gegen den Rivalen durch.

Damals (2012) wie heute dabei waren auf Seiten der Germania David Stemann und Maximilian Mensinger. Marco Christophori-Como, 2012 unter der Torschützen, fiel dagegen erneut wegen einer Rippenprellung aus. In Felix Schwab, Benedikt Strauss und Florian Henkel waren drei Kicker der Turnerschaft auch 2012 mit von der Partie. Der Vierte im Bunde, Tim Schöppner, fehlte am vergangenen Sonntag gesperrt. Und Aziz Bidou hat mittlerweile die Seiten gewechselt. 2012 noch für die Turnerschaft aktiv, siegte er 2017 mit den Germanen.

„Der Sieg war relativ glücklich. Aber von den Spielanteilen her hatten wir Vorteile, waren auch spielerisch die bessere Mannschaft. Wobei die Turnerschaft bedingt durch individuelle Fehler unsererseits in der ersten Hälfte gute Chancen hatte“, meinte Germania-Präsident Norbert Rink. „Das wir das Derby gewonnen haben, ist eine schöne Sache. Aber der Sieg war auch sehr wichtig“, sagte Rink. Warum, dass verdeutlicht der Blick auf die Tabelle: Mit 23 Punkten nimmt die Germania den sechsten Platz ein. „Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt aber nur vier Punkte“, warnt Rink. „In dieser Liga kann wirklich jeder jeden schlagen, da ist keine echte Übermannschaft dabei“, erwartet er bis zum Rundenende einen spannenden Abstiegskampf. Auch der Tabellenfünfte Vatanspor Bad Homburg sollte sich bei sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge nicht zu sicher fühlen.

Die Turnerschaft nimmt nach der bitteren Derbyniederlage mit nur 16 Punkten als 15. der Tabelle einen Abstiegsplatz ein. Der Trainerwechsel – Zivojin Juskic übernahm vor wenigen Wochen für Daniel Nister – brachte noch nicht den erhofften Aufschwung. Ein Sieg, ein Unentschieden, zwei Niederlagen lautet die Bilanz unter Juskic bisher. Am Sonntag (12. November, 14.30 Uhr) steht bei Ex-Hessenligist Rot-Weiß Darmstadt die nächste schwere Aufgabe an. Auch die Rot-Weißen stecken mit 21 Punkten mitten im Abstiegskampf. Die Germania trifft zur gleichen Zeit auf den spielstarken Mitaufsteiger Rot-Weiss Frankfurt 2 und hofft auf einen weiteren Dreier. Davon, dass die Frankfurter nur Tabellenvorletzter sind, wird sich der FC Germania nicht täuschen lassen.
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