Ex-Hessenliga-Spieler Di Rosa neuer Mühlheimer Trainer

Domenico Di Rosa (rechts, hier in der Partie gegen den VfR Kesselstadt) ist neuer Trainer beim Frankfurter Ost-Gruppenligisten Kickers Viktoria Mühlheim.

Mühlheim – Bereits seit Ende Oktober steht die Kickers Viktoria Mühlheim als erster Absteiger aus der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost fest. Grund: Aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen ist die Gruppenliga für die Mühlheimer nicht mehr machbar.

Sportlich war es für den ehemaligen Hessenligisten (1968 bis 1971) zu diesem Zeitpunkt gar nicht so schlecht gelaufen, die Mühlheimer rangierten mit 19 Punkten mit sechs Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge im Tabellenmittelfeld. Erst im Sommer 2016 war die Kickers Viktoria nach nur einem Jahr wieder aus der Verbandsliga Süd abgestiegen. Doch das aktuelle Funktionärs- und Betreuerteam könne den Aufwand, den der Spielbetrieb in der Gruppenliga erfordert, nicht mehr stemmen, erklärte seinerzeit der Vereinsvorsitzende Michael Michalke. In der Kreisliga A Offenbach Ost wollen die Mühlheimer nun vor allen mit jungen Spielern und dem neuen Trainer Domenico Di Rosa einen Neuanfang wagen.

Enttäuscht zeigte sich nach dem Entschluss des Vereins der langjährige KVM-Trainer Raduan Belaajel, weil er nicht in die Gespräche vor der Entscheidungsfindung eingebunden war. Dennoch akzeptierte der Erfolgstrainer, der die Mühlheimer 2012/2013 zum Titel in der Kreisoberliga Offenbach und zwei Jahre später zur Meisterschaft in der Gruppenliga Frankfurt Ost geführt hatte, den eingeschlagenen Weg des Vereins. Allerdings kündigte Belaajel auch an, die Mühlheimer in der Winterpause nach viereinhalb-jähriger Tätigkeit verlassen zu wollen.

Und das macht der Mühlheimer Trainer nun auch. Und mit ihm kehren Michael Ennin, Mohamed Muftawu, Hamza Chaudhry und voraussichtlich auch Torwart Onur Kayayurt dem Noch-Gruppenligisten den Rücken. Belaajel will sich vorerst um Beruf und Familie kümmern und erst im Sommer wieder eine Mannschaft übernehmen. Die Kickers Viktoria will die Saison in der siebten Liga aber auf jeden Fall durchziehen. Auch wenn der Verein Ende November die Partie gegen den FC Hanau 93 aus personellen Gründen hatte absagen müssen. Mühlheim hätte die Partie gerne verlegt, die Grimmstädter stimmten dem aber nicht zu und kletterten mit einem kampflosen 3:0-Sieg an die Tabellenspitze.

Nun soll also Domenico Di Rosa am 1. Januar kommenden Jahres die sportlichen Geschicke der Mühlheimer leiten. Nicht nur in den verbleibenden Partien in der Gruppenliga, sondern auch in der Spielzeit 2017/2018 in der A-Liga. Der 34-Jährige, der am kommenden Mittwoch Geburtstag feiert, bringt jede Menge Erfahrung mit. 28 Mal kam er in der Regionalliga Süd für Viktoria Aschaffenburg zum Einsatz (acht Treffer), in der Hessenliga war der ehemalige Jugendspieler der Offenbacher Kickers für Germania Ober-Roden, Buchonia Flieden, FSV Fernwald und Viktoria Urberach 254 Mal am Ball, erzielte dabei 73 Tore. 2013 wechselte er dann nach Mühlheim.

Die KVM ist für Di Rosa eine Herzensangelegenheit, denn hier spielte er auch bereits in der Jugend. „Ich bin dann für zwölf Jahre zum OFC, spielte noch einmal ein Jahr in Mühlheim und bin dann nach Ober-Roden gewechselt“, erklärt der 34-Jährige, „Mühlheim ist mein Heimatverein.“ Für die Rückrunde ist der Offensivspieler zuversichtlich: „Wir wollen die Runde gut zu Ende bringen und das mit beiden Mannschaften. Und wir haben auch genug Potenzial, dass wir eine gute Rückrunde spielen können.“ Der eine oder andere neue Spieler soll kommen, natürlich bereits mit Blick auf die kommende Saison. Kritisch könnte es derzeit allerdings auf der Torwart-Position werden, wenn Onur Kayayurt den Verein verlässt. Den Vertreter Alban Fetiqi muss sich einer Operation an der Schulter unterziehen. Hier besteht definitiv Handlungsbedarf.

Auch Di Rosa selbst steht in der kommenden Saison weiter als Spieler zur Verfügung. „Sollten die Positionen, auf denen ich spielen kann, gut besetzt sein, halte ich mich im Hintergrund. Wenn ich aber auf dem Platz gebraucht werde, bin ich da“, sagt er. Wenn alles läuft wie geplant, „haben wir sicherlich das Potenzial in der A-Liga oben mitzuspielen. Das sollte auch im Interesse des Vereins sein.“ Und für wichtig hält Di Rosa zudem, „dass die Jungs einfach Spaß haben.“
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