FC Germania hofft auf die Verbandsliga

Trainer Adi Akinwale zeigt es an: Nach oben soll es gehen mit dem FC Germania Ober-Roden, zurück in die Verbandsliga Süd. Der ehemalige Hessenliga-Spieler trainiert die Germanen auch in der kommenden Saison - unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Ober-Roden – Höherklassiger Fußball in Rödermark: Da war in den vergangenen Jahren vor allem von Viktoria Urberach und der Turnerschaft Ober-Roden die Rede. Die Viktoria, die 2008/2009 unter Trainer Thomas Epp mit begeisterndem Offensivfußball bis auf Platz drei gestürmt war und sich schon ernsthafte Gedanken über eine Bewerbung für die Regionalliga gemacht hatte. Und nach dem Abstieg 2013 stiegen die Urberacher unter Max Martin als Meister der Verbandsliga Süd 2016 erneut in Hessens Beletage auf. Jedoch tanzte die Viktoria nur einen Sommer, in der Spielzeit 2017/2018 sind die Urberacher wieder Verbandsligist. Allerdings hat die Mannschaft von Trainer Jochen Dewitz in dieser Spielzeit noch ein Ziel: Gegen Gruppenligist TSV Lengfeld das Finale um den Dieburger Kreispokal zu gewinnen.

Oder die Turnerschaft, die als Meister der Gruppenliga Darmstadt 2012 erstmals in die Verbandsliga aufstieg und direkt auf den fünften Platz stürmte. Und die TSO mischte weiter in der Spitzengruppe mit: Vierter, Dritter, Sechster. Zum ganz großen Coup, dem Aufstieg in die Hessenliga, reichte es aber nicht. In dieser Saison backen die Ober-Röder mit einer neu formierten Mannschaft kleinere Brötchen, der Klassenerhalt ist bei zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze zwei Spieltage vor Rundenende noch nicht in trockenen Tüchern.

Etwas in Vergessenheit gerät dabei der Ober-Röder Stadtrivale FC Germania. Dabei waren es doch die Blau-Schwarzen, die 2003 unter Trainer Peter Lack (heute VfB Offenbach) einen neuen Fußballboom in Rödermark auslösten, als sie nach 40-jähriger Abstinenz wieder in die Hessenliga aufstiegen und sich mit Platz fünf direkt in die südhessischen Fußballherzen spielten. Nach drei Jahren führte der Weg zurück in die Verbandsliga, doch mit der wohl besten Mannschaft in diesen erfolgreichen Jahren holten die Germanen in der Verbandsliga direkt wieder die Meisterschaft und kehrten nach nur einem Jahr in die Hessenliga zurück. Doch dieses Mal lief es nur mäßig. Zehnter, 15. und schließlich 2010 als 17. und Drittletzter der erneute Abstieg. Und es kam noch schlimmer: In der Verbandsliga wurde die Germania direkt durchgereicht und stieg in die Gruppenliga Darmstadt ab. Und war hinter dem FC Viktoria und der Turnerschaft fortan nur noch die Nummer drei im Rödermärker Fußball.

Mittlerweile spielt der FC Germania die sechste Saison hintereinander in der Gruppenliga. Der in der Saison 2015/2016 angestrebte Aufstieg endete mit einem enttäuschenden siebten Platz, Trainer Torsten Ullrich musste vorzeitig gehen. Folgerichtig gaben sich die Germania-Verantwortlichen im vergangenen Sommer etwas vorsichtiger: „Besser als Platz sieben in der vergangenen Saison“ lautete die neue Zielvorgabe. Doch unter Trainer Adi Akinwale, einst selbst Hessenliga-Spieler des FC Germania, wurde plötzlich die Rückkehr in die Verbandsliga wieder zum Thema. Nach acht Siegen hintereinander wurde aus dem Jäger der Gejagte – Mitte April standen die Ober-Röder nach einem 4:1-Sieg bei Schlusslicht FCA Darmstadt selbst an der Tabellenspitze. Doch die Freude dauerte nur kurz: Mit einem 2:2 gegen den VfL Michelstadt gaben die Blau-Schwarzen, die seit vielen Wochen von großen Verletzungssorgen geplagt werden, den Platz an der Sonne bereits wieder ab. Ausgerechnet jetzt lief es bei den Ober-Rödern überhaupt nicht, nach drei Partien standen nur zwei weitere Punkte auf der Habenseite. Nach standesgemäßen Erfolgen gegen die Kellerkinder TSV Seckmauern (4:1) und VfL Birkenau (5:2) kassierte die Germania am vergangenen Wochenende mit dem 2:3 im Spitzenspiel gegen die SG Unter-Absteinach im Titelrennen einen herben Rückschlag.

Unter der Woche spielte die Germania gegen Olympia Biebesheim (Partie bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) liegt aber weiter hinter dem Führungsduo Unter-Absteinach und Rot-Weiß Walldorf zurück. Am morgigen Sonntag (15 Uhr) steht noch das Derby beim SV Münster an, zum Rundenabschluss geht es gegen den TV Lampertheim. „Wir haben es in der eigenen Hand. Wenn wir alle verbleibenden Spiele gewinnen, stehen wir am Ende unter den ersten beiden Mannschaften“, sagt Germania-Präsident Norbert Rink. Denn das Führungsduo Unter-Absteinach und Walldorf nimmt sich an diesem Wochenende im Gipfeltreffen gegenseitig die Punkte ab. Der Germania kann‘s nur recht sein.
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