Germania Bieber spielt eine gute Rolle

Patrick Hofmann, hier noch im Trikot der Sportfreunde Seligenstadt, ist einer der prominentesten Spieler beim FC Germania Bieber. Der Aufsteiger spielt in der Kreisoberliga bisher eine gute Rolle, nimmt den vierten Tabellenplatz ein.

Offenbach – Die ruhmreichen Jahre des FC Germania Bieber liegen schon ein Weile zurück. Bereits kurz nach Kriegsende kickten die Offenbacher 1946 in der Landesliga Großhessen, Gruppe Süd. 1953 stieg die Germania aus der 1. Amateurliga ab, meldete sich aber 1968 in der Gruppenliga Süd zurück. Drei Jahre lang kickten die Bieberer in der vierthöchsten Spielklasse, nach zwei elften Plätzen stiegen sie nach Ende der Saison 1970/71 als Tabellenletzter ab und verschwanden in den Niederungen des Offenbacher Fußballkreises – teilweise ging es bis in die B-Liga hinunter. Nach acht Jahren Kreisliga A stiegen die Germanen 2012 wieder in die Kreisoberliga, Offenbachs höchste Spielklasse, auf. Nach Platz zwölf im ersten Jahr trat die Germania aber als 15. nur ein Jahr später wieder den bitteren Schritt zurück in die A-Liga an. Platz elf und Platz zehn lautete die Ausbeute in den folgenden beiden Jahren.

In der vergangenen Saison 2016/2017 spielten die Bieberer, die sich im Winter die Dienste des ehemaligen Eintracht-Profis Christopher Reinhard (kam vom Hessenligisten Sportfreunde Seligenstadt) gesichert hatten, eine furiose Rückrunde, fingen den schwächelnden Tabellenzweiten Teutonia Hausen noch ab und wurden hinter dem souveränen Meister SG Nieder-Roden Zweiter. In der Aufstiegsrunde belegten die Bieberer nach Spielen gegen die TuS Klein-Welzheim (0:1) und Fortuna Offenbach (2:2) zwar nur den dritten und damit letzten Platz, da aber letztlich alle drei Teilnehmer in die Kreisoberliga aufstiegen, spielte das letztlich keine Rolle.

Eine gute Rolle dagegen spielte die Germania bisher in der laufenden Spielzeit 2017/2018 in der Kreisoberliga Offenbach. Mit 20 Punkten nimmt die Mannschaft von Spielertrainer Sami Khederzadeh aktuell den vierten Tabellenplatz ein, punktgleich mit dem immer stärker werdenden Mitaufsteiger SV Pars Neu-Isenburg, gegen den die Offenbacher am vergangenen Spieltag mit 1:3 verloren und damit nach der 0:8-Pleite bei der Spvgg. Dietesheim in der Vorwoche ihre zweite Niederlage hintereinander kassierten – allerdings auch die bisher einzigen in dieser Punktrunde.

„Unser Ziel vor dem Rundenstart war der Klassenerhalt. Der Saisonstart hat uns mehr als überrascht, daher sind wir natürlich sehr zufrieden. Dass wir da oben stehen und die ersten acht Partien nicht verloren haben, ist schon ein kleines Wunder“, sagt Germania-Spielausschusschef Jürgen Pülm. „Die Spieler, die wir geholt haben, passen einfach sehr gut dazu“, nennt er einen Grund für den bisher so erfolgreichen Saisonverlauf. Nach Reinhard im Winter verpflichteten die Bieberer in Patrick Hofmann und Michele Piarulli in der Sommerpause noch zwei weitere Spieler von den Seligenstädter Sportfreunden. Nicht zu vergessen den ehemaligen Offenbacher Profi Christos Kagiouzis, der bereits seit 2013 beim FC Germania kickt.

Vor zwei Wochen allerdings hatten auch die Routiniers einen rabenschwarzen Tag erwischt, die Bieberer gingen in Dietesheim mit 0:8 unter. „Da hatten wir einen ganz schlechten Tag, es lief nichts zusammen, beim Gegner klappte alles“, blickt Pülm zurück. „Und gegen den SV Pars kann man verlieren, die spielen sehr stark.“ Allerdings hatte die Germania die 1:3-Niederlage gegen den Mitaufsteiger, der zuletzt dreimal hintereinander in der jeweiligen Spielklasse die Meisterschaft feierte und von der C- bis in die Kreisoberliga durchmarschierte, auch ein wenig selbst zu verschulden. „In der ersten Hälfte haben wir zu wenig gemacht“, meinte Pülm, „nach dem Seitenwechsel lief es besser.“ So führten die Gäste aus dem Westkreis zur Pause bereits mit 2:0, erhöhten nur neun Minuten nach dem Seitenwechsel sogar auf 3:0. 60 Sekunden später traf Martin Knust zwar für die Germania zum 1:3, mehr war für Bieber gegen die cleveren Gäste aber nicht mehr möglich.

„Die Punkte, die wir bis jetzt geholt haben, nimmt uns keiner mehr“, sagt Pülm. Und 20 Zähler sind aktuell schon einmal ein schönes Polster für einen Neuling, der in den 90ern allerdings ein fester Bestandteil der Bezirksliga Offenbach war. „Wir wollen weiter unsere Punkte sammeln und schnell den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Dann kann man sich vielleicht auch neue Ziele stecken“, meint der Spielausschussvorsitzende.
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