Glück und Oma als Namensgeber

Der FC Fortuna nimmt erst im fünften Jahr am Spielbetrieb im Fußballkreis Offenbach teil. Dennoch stehen bereits drei Meisterschaften zu Buche. In dieser Saison könnte in der Kreisliga A West Titel Nummer vier folgen. (Foto: p)

Offenbach - Träume sind dazu da, um sie zu verwirklichen. Das dachten sich auch die Cousins Nico Salamida, Salvatore Marino, Giovanni Santagada, Giancarlo Marino und Marco Mirizzi, als sie im Sommer 2011 am Strand ihres Heimatortes Cassano All‘Ionio in Kalabrien in der Sonne lagen. Und ihr Traum war ein eigener Fußballklub. Gesagt, getan, der FC Fortuna Offenbach – der Verein mit dem Kleeblatt im Wappen - wurde aus der Taufe gehoben. Fortuna kommt aus dem lateinischen und bedeutet – ebenso wie im italienischen – Glück. „Außerdem hieß meine Oma so“, erinnert sich Giovanni Santagada, seit der Gründung Schriftführer und heute auch Spielausschusschef des FC Fortuna, gerne zurück.

Ein Jahre später war es dann so weit. In der Saison 2012/2013 trat Fortuna Offenbach erstmals in der Kreisliga C Offenbach Ost an, gespielt wurde zunächst auf dem Platz der DJK Eintracht Steinheim an der Lämmerspieler Straße, da in Offenbach kein Platz frei war. Kurz vor Rundenende erfolgte dann der Umzug an den Bieberer Waldhof. Hier spielte die erste Mannschaft zwei Jahre, während die 2013 gegründete zweite Mannschaft weiter in Steinheim aktiv war. Seit der Saison 2015/2016 trägt der FC Fortuna seine Heimspiele mit beiden Mannschaften am Offenbacher Bierbrauerweg aus.

Sportlich startete der neu gegründete Verein mit drei Meisterschaften hintereinander voll durch: In der ersten Saison lieferten sich die Fortunen in der C Ost einen Zweikampf mit dem Türk. SV Seligenstadt und überquerten letztlich als Erster mit fünf Punkten Vorsprung die Ziellinie. Ein Jahr später betrug der Vorsprung am Rundenende der Saison in der Kreisliga B Ost ebenfalls fünf Zähler, dieses Mal auf die DJK Sparta Bürgel. In der A Ost setzten sich die Fortunen ein Jahr später im Zweikampf mit dem Stadtrivalen VfB durch – mit einem Punkt Vorsprung. Während der VfB am letzten Spieltag den TV Hausen mit 7:1 abschoss, erzielten die Fortunen erst in der vierten Minute der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer bei der DJK Sparta Bürgel. Da war der Name wahrlich Programm. Bei einem Unentschieden wäre der FC Fortuna gescheitert, so reichte es noch zum glücklichen Titelgewinn.

2015/2016 wurde der Höhenflug der Offenbacher aber erstmals gestoppt. Als 15. stieg der FC Fortuna direkt wieder aus der Kreisoberliga ab. Und das auch nur, weil Wiking Offenbach am letzten Spieltag in der letzten Minute der 3:2-Siegtreffer in Froschhausen gelang und die Wikinger in der Tabelle noch an den Fortunen vorbeizogen. Auch hier war der Name Programm: Denn Fortuna kann sowohl im lateinischen als auch im italienischen auch Unglück (im Sinne von Pech) heißen.

In dieser Saison mischen die Offenbacher in der Tabelle aber wieder oben mit. „Ziel war der Klassenerhalt. Jetzt aber haben es die Jungs so weit gebracht, jetzt wollen wir auch aufsteigen“, erklärt Giovanni Santagada. In der aktuellen Tabelle liegt der FC Fortuna nur einen Punkt hinter Spitzenreiter SV Pars Neu-Isenburg. Dass Hinrundenspiel gegen den Klassenprimus gewannen die Fortunen mit 2:1, am 14. Mai steht das Rückspiel in Neu-Isenburg an. Da erwartet die Fans ein echtes Gigantentreffen. Beim SV Pars spielen eine ganze Reihe ehemaliger Hessenligaspieler. Und auch der FC Fortuna muss sich mit seiner Aufstellung nicht verstecken. Ein paar Beispiele: Stürmer Hebib Izairi wurde am 23. Oktober 2004 im Regionalliga-Spiel der Offenbacher Kickers beim VfR Aalen fünf Minuten vor Spielende eingewechselt – und erzielte in der Schlussminute den 2:1-Siegtreffer. Später spielte er bei Germania Ober-Roden in der Hessenliga – wie auch der aktuelle Fortuna-Torwart David Wassef. Domenico Taranto (Trauzeuge von Giovanni Santagada) schoss jahrelang für die TSV Heusenstamm seine Tore – nachdem er in der Hinrunde nur bei den Fortunen trainierte soll er jetzt die nötigen Tore erzielen, dass es mit dem erneuten Titelgewinn klappt. Zudem zogen die Offenbacher in der Winterpause mit Giorgio Modica (Kickers Obertshausen) und Luigi-Gino Rivieccio (VfB Offenbach) sowie einem ehemaligen Profi aus Moldawien („der hat uns gegoogelt, sich über uns informiert und wollte unbedingt zu uns“, so Giovanni Santagada) drei Verstärkungen an Land. Allerdings müssen die Fortunen den Abgang ihres langjährigen Torjägers Giancarlo Corso verkraften, der sich Italsud Offenbach anschloss.

Die Fortunen bezeichnen sich selbst als deutscher Verein mit italienischen Wurzeln, Spieler aus allen Nationen und Kulturen sind willkommen. Das familiäre Miteinander wird groß geschrieben, auch wenn der Verein mittelfristig ein neues Gesicht erhält. „Der eine oder andere, der von Anfang an dabei war, beendet seine Karriere, es kommen auch Spieler von außerhalb. Dennoch wollen wir versuchen, das familiäre Umfeld beizubehalten“, erklärt Giovanni Santagada. Am liebsten in der Kreisoberliga. Denn das Glück soll dem FC Fortuna auch weiterhin hold bleiben.
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