Hartmut Wirth trotzt Krämpfen und wird Dritter

Trotz Krämpfen mobilisierte Hartmut Wirth auf den letzten Kilometern bei den Deutschen Meisterschaften über 50 Kilometer in Schwäbisch Gmünd nochmals alle Kräfte, lieferte sich mit einem Kontrahenten einen packenden Zweikampf und belegte letztlich in der M65 den dritten Platz. (Foto: p)

Obertshausen - Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung (DUV) hatte sich in diesem Jahr ein besonderes herzhaftes schwäbisches „Schmankerl“ für ihre Meisterschaften über die 50 Kilometer-Distanz ausgedacht: Der „Alb Marathon“ startete in der alten Stauferstadt Schwäbisch Gmünd und überwand auf der Strecke insgesamt 1200 Höhenmeter. Dabei spielen die drei „Kaiserberge“ Hohenstaufen (684m), Rechberg (707m) und Stuifen (757m) die steilen und anspruchsvollen Hauptrollen. Sie verlangen von den Läufer auf teils schmalen Wegen und Steigen viel Kraft in den Aufstiegen und eine Menge Mut sowie auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegenüber den Knie- und Hüftgelenken bei steilen und rutschigen Abstiegen.

Der Obertshäuser Hartmut Wirth vom Rodgau Lauftreff startete in der Altersklasse M65 bei angenehmen 18 Grad und Trockenheit im Pulk von 450 Läuferinnen und Läufern vom stimmungsvollen Gmünder Johannisplatz aus auf die abwechslungs- und aussischtenreiche Strecke. Insbesondere die Fernblicke auf die hügelige Landschaft im östlichen Teil der Schwäbischen Alb machten die Strapazen auf der langen Runde ein wenig erträglicher. Viehherden auf sattgrünen Wiesen, idyllisch gelegene Dörfer, deren Bewohner die Ultra-Marathonis begeistert feierten, sanfte Bachauen und goldgelbe Herbstwälder gaben ihr Bestes, um die Laufmotivation hoch zu halten.

Ab Kilometer 42 waren die steilen Streckenabschnitte überwunden, Hartmut Wirth lag zu diesem auf Platz vier der M65. Auf den nächsten fünf Kilometern steigerte er sein Tempo kontinuierlich und überholte den Lokalmatador Hans Dangelmeier (DJK Schwäbisch Gmünd) und nahm den dritten Platz ein. Dann aber meldeten sich zunehmend quälende Waden- und Oberschenkelkrämpfe, so dass Dangelmeier wieder vorbeizog. Doch 800 Meter vor dem Ziel legte Hartmut Wirth nochmals zu, überholte Dangelmeier erneut und nahm im auf den letzten Metern noch 30 Sekunden ab. Nach 5:20:55 Stunden sicherte sich der Obertshäuser damit glücklich den dritten Platz in seiner AK65.

„Das ist sehr ungewöhnlich“, sagte Wirth mit Blick auf die finalen Kilometer, auf denen er sich mit Hans Dangelmeier einen so packenden Zweikampf lieferte. „Und das ist auch nur der Tatsache zu verdanken, dass ich wusste, dass er in meiner Altersklasse läuft. Die hatte er nämlich im vergangenen Jahr gewonnen“, schmunzelte der Läufer des Rodgau Lauftreffs.

Gemeinsam war er mit seiner Frau Dorothee mit dem Auto nach Baden-Würrtemberg gefahren. Dorothee Wirth startete in der AK60 über zehn Kilometer mit 70 Höhenmetern und sicherte sich in 53:03 Minuten in ihrer Altersklasse den ersten Platz. Aber die Deutschen Meisterschaften waren nicht Alles für die beiden Obertshäuser. „Wir haben das Wochenende in Schwäbisch Gmünd verbracht und sind erst am Montag nach Hause gefahren“, berichtet Hartmut Wirth. Überhaupt versuchen die Beiden, Sport und Freizeit vor Ort miteinander zu verbinden. So verweilten sie beim Berlin-Marathon über das Wochenende in der Hauptstadt oder beim Leipzig-Marathon drei Tage in der sächsischen Metropole. „Das nimmt man dann gerne mit“, sagt Hartmut Wirth.

In den kommenden Wochen stehen für den RLT-Läufer kürzere Strecken auf dem Programm – die monatlichen zehn Kilometer bei der Winterlaufserie in Seligenstadt. Die Tempoläufe dienen der Vorbereitung auf das nächste Großprojekt: den 19. Ultramarathon über 50 Kilometer des Rodgau Lauftreffs am Samstag, 27. Januar, an und um die Gänsbrüh in Dudenhofen.
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