HSG will noch zwei Bestmarken knacken

Die Nieder-Röder Benjamin Annasar (links) und René Schrod können nur Staunen, als Cornelius Göbel zum Wurf ansetzt. Die dritte Mannschaft der Nieder-Röder Handballer verlor am vergangenen Wochenende in der Bezirksoberliga gegen Kickers Offenbach mit 30:36. Der OFC machte damit sein Meisterstück und steigt in die Landesliga Süd auf. Die HSG hatte schon zuvor den Klassenerhalt gesichert. Im Hintergrund verfolgen rund 200 Offenbacher Fans die Partie.

Nieder-Roden – Mit dem 31:31 gegen den HSV Hannover haben die Handballer der HSG Rodgau Nieder-Roden in der 3. Liga Ost schon mal ein kleines Zwischenziel erreicht: Mit nun 34 Pluspunkten auf der Habenseite haben die Baggerseepiraten ihre bisher beste Punkteausbeute aus den Spielzeiten 2013/2014 sowie 2014/2015 eingestellt. Und noch haben die Nieder-Röder zwei Partien Zeit, ihr Punktekonto weiter auszubauen. Der am Rundenende scheidende Trainer Alexander Hauptmann, der insgesamt neun Jahre lang am Steuer des HSG-Schiffes stand, nennt den sechsten Platz als Saisonziel. Das ist nur natürlich, schließlich berechtigt Rang sechs noch zur Teilnahme an der ersten Runde des DHB-Pokals.

Mit zwei Siegen in den verbleibenden Partien bei Schlusslicht TV Kirchzell am heutigen Samstagabend (19.30 Uhr) sowie in der kommenden Woche vor eigenem Publikum gegen die HSG Burgwedel würden die Rodgauer nicht nur dieses Ziel erreichen, sondern könnten noch an den Konkurrenten MSG Groß-Bieberau und/oder Handballfreunde Springe vorbeiziehen. Platz fünf oder sogar vier wären das beste Ergebnis der HSG-Historie. Bisher stehen in der Bestenliste drei sechste Plätze in den Jahren 2014, 2015 und 2016. Beste Punkteausbeute und beste Platzierung in der Vereinsgeschichte – das wäre ein mehr als würdiger Abgang für Alexander Hauptmann.

Die Weichen für die kommende Saison sind im südlichsten Stadtteil Rodgaus mittlerweile gestellt. Nachfolger Hauptmanns in der Runde 2017/2018 wird Jan Redmann. Der 37-jährige gebürtige Rostocker ist seit knapp eineinhalb Jahren als Jugend- und Leistungssportkoordinator beim ambitionierten Zweitligisten DJK Rimpar tätig und wird diesen Posten auch noch bis zum Ende diesen Jahres ausüben, ehe er sich komplett der HSG widmet. Redmann wohnt in Aschaffenburg und ist als Lehrer in Bad Orb tätig. Vor zehn Jahren kam er nach Unterfranken, war dort unter anderem als Co-Trainer beim TV Großwallstadt in Amt und Würden. Über seinen zukünftigen Trainerposten in Nieder-Roden sagt er: „Alexander Hauptmann hinterlässt natürlich riesige Fußspuren, aber auch eine junge, sehr gut eingespielte Mannschaft, die zu den Top-Teams der 3. Ligen gehört.“ Das hören die Nieder-Röder Fans natürlich gerne. Hauptmann bezeichnet seinen Nachfolger ebenso als „1a-Lösung“ wie auch HSG-Sprecher René Marzo. Große Veränderungen im Kader der Rodgauer soll es keine geben. Ersatztorhüter Benedikt Müller verlässt die HSG nach nur einem Jahr wieder, dafür wechselt Sandro Friedrich vom Noch-Ligarivalen TV Kirchzell an die Wiesbadener Straße. Die Stammspieler haben alle für die kommende Saison verlängert.

Apropos Wiesbadener Straße: Hier sollen in Zukunft mehr Zuschauer als bisher Platz finden, die Anzahl der Sitzplätze wird von 450 auf 600 erhöht. Die Kosten von 515.000 Euro tragen vor allem die Stadt Rodgau, der Kreis Offenbach und das Land Hessen, die HSG beteiligt sich mit etwa 90.000 Euro an dem Vorhaben. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, kann es losgehen. Engpässe bestehen aktuell bei den Spielen der ersten Mannschaft zudem im Foyer und den sanitären Anlagen. Auch hier soll nachgebessert werden. Die Handballer erlebten in den vergangenen Jahren sportlich einen schnellen Aufstieg, nun soll auch das Umfeld weiter folgen.

Heute steht nun um 19.30 Uhr das Derby in Kirchzell an, dem Heimatverein von Alexander Hauptmann. Um Platz sechs zu sichern (oder um sich zu verbessern) zählt für die Nieder-Röder nur ein Sieg. So wie im Hinrundenspiel, dass die Baggerseepiraten mit 30:26 zu ihren Gunsten entschieden. Zwar sind die Unterfranken seit Monaten abgeschlagen Tabellenletzter, „unterschätzen wird Kirchzell dennoch keiner meiner Spieler“, ist sich Hauptmann sicher. Das liegt zum einen an den immer knappen Begegnungen zwischen beiden Vereinen. Vor allem aber der jüngste 29:24-Coup der Kirchzeller im Unterfranken-Derby gegen den Tabellendritten und ehemaligen Deutschen Meister TV Großwallstadt dürfte auch auf die Nieder-Röder mächtig Eindruck gemacht haben. In einer Woche treffen die Hauptmann-Schützlinge dann im letzten Saisonspiel vor eigenem Publikum auf die HSG Burgwedel. Die Niedersachsen sitzen den Rodgauern als Tabellensiebter mit zwei Punkten Rückstand unmittelbar im Nacken. Das Hinrundenspiel in Burgwedel hatte Nieder-Roden nach einer überzeugenden Vorstellung mit 30:26 für sich entschieden, dass sollte zusätzlichen Mut für das zweite Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit machen.
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