JSK Rodgau auf dem Weg zu neuen sportlichen Höhepunkten

Die Ruhe vor dem Anpfiff: Andreas Humbert, Trainer beim Fußball-Gruppenligisten JSK Rodgau.

Jügesheim - Die Hochzeit des Jügesheimer Fußballs erreichte am Ende der Saison 1997/1998 erstmals einen echten Höhepunkt, als der SV Jügesheim unter dem unvergessenen Trainer Winfried „Django“ Mann, der im April 2002 an Leukämie verstarb, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Oberliga Hessen (heute: Hessenliga) aufstieg.

Als Vizemeister qualifizierten sich die Jügesheimer für die Aufstiegsrunde und fegten im entscheidenden Spiel den damaligen Oberligisten RSV Würges vor über 1000 Zuschauern an der altehrwürdigen Konrad-Kappler Straße mit 5:0 vom Platz. Damals unter den Torschützen: der spätere Bundesliga-Profi Michael Thurk.

Nach Platz acht im ersten Jahr stiegen die Jügesheimer nach zwei Jahren im Hessens Beletage wieder ab. Allerdings nur für ein Jahr, dann ging es direkt im ersten Anlauf wieder hoch in die Hessenliga. Mit elf Punkten aus den ersten fünf Partien legten die Rodgauer einen Traumstart hin, stiegen am Ende der Saison aber dennoch direkt wieder ab. Nach der Fusion mit der TGM zur TGM SV Jügesheim spielten die Rodgauer zwei Jahre lang in der Landesliga Süd (heute: Verbandsliga) und stiegen am Ende einer enttäuschenden Spielzeit sogar in die Bezirksoberliga Frankfurt Ost ab. Nach nur einem Jahr stiegen die Jügesheimer aber souverän wieder in die Landesliga auf.

Neuer Schwung durch Lars Schmidt

2010 erfolgte mit der Verpflichtung von Ex-Profi Lars Schmidt als neuem Trainer der nächste entscheidende Schritt zu neuen sportlichen Höhepunkten. Bereits im ersten Jahr führte Schmidt die TGM SV zur Verbandsliga-Meisterschaft und damit zum erneuten Aufstieg in die Hessenliga. Nach den Platzierungen zehn und zwei gelang den Jügesheimern in der Saison 2013/2014 der ganz große Wurf, als sie den Hessenmeister-Titel nach Rodgau holten. Weil aber die Hessenliga – und die Regionalliga noch viel weniger – finanziell nicht mehr zu stemmen war, stieg die TGM SV als amtierender Hessenmeister freiwillig ab und spielte seitdem unter Trainer Andreas Humbert in der Gruppenliga Frankfurt Ost.

Auch TGS Jügesheim spielte in der Verbandsliga Süd

Der zweite Jügesheimer Verein, die Turngesellschaft (TGS), stieg 2012 sensationell unter Trainer Jürgen Rödler in die Verbandsliga Süd auf, doch die Mannschaft des neuen Trainers Marko Stanic hielt die Klasse nicht und stieg direkt wieder ab. Auch die TGS spielte seitdem in der Gruppenliga Frankfurt Ost, zuletzt unter Trainer Thomas Marton.

Nach einer ersten gescheiterten Fusion vor fünf Jahren, schlossen sich TGM SV und TGS nun zum JSK (Jügesheimer Sport- und Kulturverein) zusammen. Aus den beiden Gruppenliga-Mannschaften, die in der vergangenen Saison die Plätze drei und sechs belegten, wurde eine. Und der neue JSK Rodgau, der weiterhin von Andreas Humbert trainiert wird, schickt sich an, den Jügesheimer Fußball zu neuen sportlichen Höhepunkten zu führen.

JSK Rodgau startet mit 19 Punkten aus sieben Partien

Denn nach sieben Spieltagen führen die Rodgauer mit 19 Punkten vor Germania Klein-Krotzenburg (16) die Konkurrenz an. Die JSK-Mannschaft besteht fast ausschließlich aus Spielern der ehemaligen TGM SV, lediglich vier Spieler aus den Reihen der Turngesellschaft schlossen sich im Sommer der Mannschaft an, darunter in Stefan Schweier der neue Kapitän des JSK. Trainer Andreas Humbert sagt über die Ziele mit seiner neuen Truppe: „Die Jungs arbeiten sehr gut, der Kader ist unglaublich ausgeglichen und es macht Spaß, mit diesen Charakteren gemeinsame Ziele zu verfolgen. Uns wird aktuell von den anderen Vereinen und teilweise auch der Presse die Favoritenrolle angeheftet. Ich halte das für verfrüht, müssen wir doch eine Stabilität über eine ganze Saison erst einmal an den Tag legen. Deshalb geht es in erster Linie darum, guten Fußball zu zeigen und den Spielern weiter eine Top-Ausbildung anzubieten. Alles weitere kommt dann von alleine.“

Der Start ist jedenfalls mehr als gelungen. Am vergangenen Wochenende kassierten die Jügesheimer Saison übergreifend nach 723 Minuten gegen den SV Somborn wieder einmal ein Gegentor. Dennoch reichte es zu einem verdienten 2:1-Sieg. Bereits unter der Woche trafen die Rodgauer in einem weiteren Heimspiel auf die Kickers-Viktoria Mühlheim, gegen die der JSK das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison mühelos mit 5:0 für sich entschieden hatte. Mit einem 2:0-Sieg holten die Rodgauer zwei weitere Punkte. Am morgigen Sonntag (11. September) sind die Humbert-Schützlinge beim Aufsteiger SV Pfaffenhausen gefordert. Sollte die Saison weiter laufen wie bisher, könnten sich die Kicker im Mai kommenden Jahres über einen weiteren Höhepunkt im Jügesheimer Fußball freuen: Den Aufstieg des JSK Rodgau in die Verbandsliga Süd.
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