Kickers die Remiskönige der Gruppenliga

Rachid Boujraf (links) zog sich beim 1:1 in Hochstadt eine Zerrung zu, fiel daher zuletzt aus. "Er ist langsam wieder im Kommen", sagt Siggi Herth, Spielausschusschef der Kickers.

Obertshausen – In der Gruppenliga Frankfurt Ost sind nach sechs Spieltagen nur zwei Teams noch ungeschlagen – Türk Gücü Hanau und Kickers Obertshausen. Während aber die Hanauer bereits mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle vor dem punktgleichen Trio VfB Oberndorf, SG Rosenhöhe und Germania Klein-Krotzenburg anführen, sind die Kickers aus Obertshausen erst auf dem zehnten Rang zu finden. Denn Türk Gücü Hanau verließ in sechs Begegnungen sechsmal als Sieger den Platz. Obertshausen gewann nur eine Partie – und spielte fünfmal unentschieden, zuletzt bei Aufsteiger 1. FC Langen 2:2. Die Kickers sind aktuell die Remiskönige der Gruppenliga.

„Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“, sagt Siggi Herth, Spielausschusschef der Kickers, „auch wenn wir im einen oder anderen Spiel Punkte haben liegen lassen. Obwohl die Chancen dazu da waren und wir auch von unserem Auftreten her überzeugt haben.“ Aufgrund von Verletzungen und Urlaubern standen dem neuen Trainer Nils Noe in den ersten Partien aber immer nur zwölf oder 13 Spieler zur Verfügung. „Und wir haben einige junge Spieler dazubekommen, die müssen sich natürlich erst einmal an die Gruppenliga gewöhnen. Wir mussten Spiel für Spiel unsere Viererkette umbauen. Angesichts dieser Konstellation bin ich mit den bisher erreichten acht Punkten zufrieden. Wenn wieder alle Mann an Bord sind, fahren wir auch wieder Siege ein“, erklärt Herth.

Die Saison startete für Obertshausen gleich mit zwei abwechslungsreichen Partien: Zunächst ein 3:3 beim Germania Klein-Krotzenburg, dem Dauerrivalen der vergangenen Jahre. Und eine Woche später ein weiteres 3:3, dieses Mal gegen Aufsteiger Eintracht Altwiedermus. Wobei die Kickers nach einer halben Stunde schon mit 0:3 zurücklagen, dann mit einer großen Energieleistung noch einen Punkt holten. Dagegen war das 1:1 beim FC Hochstadt (hatte die ersten beiden Partien verloren) enttäuschend, da hatten sich die Kickers mehr vorgenommen. In Somborn landeten die Kickers mit einem 4:2-Erfolg ihren ersten Saisonsieg. Das Endergebnis stand bereits zur Pause fest, bereits nach 25 Minuten hatte Obertshausen eine 4:1-Führung vorgelegt. „Auch wenn wir noch früh in der Saison sind – Somborn scheint in dieses Mal ein Abstiegskandidat zu sein“, meint Herth. Insofern war der Dreier bei den Freigerichtern schon so etwas wie ein Pflichtsieg.

Enttäuscht zeigte sich der Spielausschusschef vom VfB Oberndorf, der mit der Empfehlung von vier Siegen hintereinander nach Obertshausen kam. „Klar, die sind ein Aufsteiger, aber dennoch“, so Herth. Obertshausen stellte gegen den Spitzenreiter die deutlich bessere Elf, nutzte aber seine wenigen guten Chancen nicht und musste sich mit einem 0:0 begnügen. Der VfB konzentrierte sich fast ausschließlich auf seine Defensivarbeit, da war es für die Kickers schwer, eine Lücke zu finden. Und zuletzt folgte das 2:2 im Offenbacher Kreisderby beim 1. FC Langen.

Auffällig ist die große Moral der Kickers. „Wir haben in den bisherigen Spielen immer wieder Rückstände aufgeholt“, lobt Siggi Herth die Mannschaft. Denn nicht nur gegen Altwiedermus (3:3 nach 0:3) rannten die Schwarz-Weißen einem Rückstand hinterher. Beim 3:3 in Klein-Krotzenburg egalisierte die Noe-Elf einen 0:1- und 1:3-Rückstand, in Langen ein 0:1 und 1:2. Das zeigt: Trotz der Personalsorgen – die Mannschaft ist intakt.

Am Sonntag um 15 Uhr steht ein weiteres Offenbacher Kreisderby auf dem Programm. Dann stellt sich die SG Rosenhöhe im Sportzentrum vor. In der vergangenen Saison erst in letzter Sekunde dem Abstieg von der Schippe gesprungen, sammelten die Offenbacher in dieser Saison bereits 13 Punkte (für den Klassenerhalt) und liegen aktuell auf dem dritten Platz, punktgleich mit dem Zweiten (Oberndorf) und Vierten (Klein-Krotzenburg). „Ich denke aber, die können wir schlagen“, hofft Siggi Herth auf den zweiten Saisonsieg. Und wenn nicht – dann wollen die Kickers zumindest ihren Ruf als Remiskönige der Liga weiter festigen.
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