Klassenerhalt ist das erklärte Ziel

Adi Akinwale. Einst Hessenliga-Spieler beim FC Germania Ober-Roden, heute Trainer beim Neu-Verbandsligisten.
 
Gleich fünfmal bejubelten die Ober-Röder in Nidda einen Treffer von Marco Christophori-Como, der die Blau-Schwarzen im Alleingang zum 5:2-Sieg schoss.

Ober-Roden – Nach sechs Jahren in der Gruppenliga Darmstadt kehrten die Fußballer des FC Germania Ober-Roden im Sommer diesen Jahres in die Verbandsliga Süd zurück. 2010 waren die Rödermärker aus der Hessenliga abgestiegen und nach nur einem Jahr in der Verbandsliga Süd direkt in die Gruppenliga durchgereicht worden. Nach dem enttäuschenden siebten Platz in der Saison 2015/2016 – Trainer Torsten Ullrich musste vorzeitig gehen – formte der neue Trainer Adi Akinwale, einst selbst Hessenliga-Spieler des FC Germania, ein spielstarkes Team, das sich in der Spielzeit 2016/2017 im Endspurt den Gruppenliga-Titel sicherte. Mit acht Punkten aus den ersten sechs Spielen startete die Germania durchaus erfolgreich in die Spielzeit 2017/2018 in der Verbandsliga Süd.

Ein echtes Husarenstück lieferten die Ober-Röder dabei in der vergangenen Woche mit dem 5:2 (1:1)-Sieg im Aufsteigerduell bei Viktoria Nidda ab. Trotz einiger Personalsorgen – unter anderem fehlten die verletzten Stammspieler Philipp Stuckert und Nicolai Ermert, auch der ehemalige Offenbacher Fabian Bäcker stand nicht im Kader – sicherten sich die Rödermärker den zweiten Saisonsieg. Und das ausgerechnet an der Niddaer Kerb. Mann des Tages war Marco Christophori-Como, der alle fünf Ober-Röder Treffer erzielte, als er nach Kontern jeweils seine Schnelligkeit bewies und sich im Eins-gegen-Eins gegen Viktoria-Torhüter Tim Kuhl durchsetzte. „Geil gelaufen“, schmunzelte Christophori-Como nach dem Abpfiff, „ich will am Dienstag in den Urlaub, da musste ich vorlegen. Das war ein ordentliches Verbandsliga-Spiel, nach der Pause ist es einfach gelaufen.“

In der ersten Hälfte hatte der Ober-Röder Torjäger einmal getroffen, Nidda mit einem umstrittenen Strafstoß kurz vor der Pause ausgeglichen. Beim erneuten Führungstreffer der Germania hatte der zur Pause eingewechselte Mohammed Hakimi seinen Gegenspieler erfolgreich unter Druck gesetzt, einen Einwurf herausgeholt, diesen blitzschnell ausgeführt – und Christophori-Como traf zum 2:1. Zwei schnelle Konter führten zum 4:1 für die Rödermärker, ehe Hakimi die Ampelkarte sah (86.). Nidda verkürzte auf 2:4 (87.), dann legte sich Christophori-Como den Ball an seinem Gegenspieler vorbei, zog im Spurt locker vorbei und traf zum 5:2-Endstand.

Da freute sich natürlich auch Ober-Rodens Trainer Adi Akinwale. „Das war ein sehr ausgeglichenes Spiel, wir haben unsere Konterchancen sehr gut genutzt. Marco hat ein überragendes Spiel gemacht. Unsere gute Abwehrleistung in Kombination mit der herausragenden Leistung von Marco waren der Grund, warum wir hier gewonnen haben“, sagte er. Mit acht Punkten nehmen die Blau-Schwarzen den neunten Tabellenplatz ein. Ganz zufrieden ist Akinwale damit nicht. „Ich bin da ganz ehrlich“, sagt der ehemalige Offensivspieler, „wir hatten in jedem Spiel – ohne dabei arrogant zu wirken – die Chance, die Partie für uns zu entscheiden. Unter dem Strich haben wir ein paar Punkte zu wenig geholt. Aber im Großen und Ganzen: Wir sind Aufsteiger und wollen einfach in dieser Liga bleiben – kann man durchaus zufrieden sein.“ Und wohin führt der Weg der Germania in dieser Saison? „Das ist immer noch schwer einzuschätzen“, sagt der Ober-Röder Trainer, „ich sehe uns im Mittelfeld der Liga. Wir wollen die Klasse halten, ein anderes Ziel gibt es nicht, das wäre vermessen.“

Nach Viktoria Nidda treffen die Ober-Röder am Sonntag, 10. September, mit dem SV FC Sandzak Frankfurt auf den nächsten Aufsteiger. Die Frankfurter sind mit sieben Punkten ebenfalls ordentlich in die Runde gestartet und liegen nur einen Platz hinter der Germania auf Rang zehn. „Die sind spielerisch sehr stark. Wir aber wollen unser Spiel machen und gewinnen“, blickt Akinwale voraus. Und auf dem Weg zum Klassenerhalt einen weiteren Dreier einfahren.
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