Lisa Oed ein bisschen schneller als andere

Daumen hoch: Die Hainhäuserin Lisa Oed siegte bei der Winterlaufserie in Seligenstadt über die Zehn-Kilometer-Distanz.

Rodgau – Hinter Lisa Oed liegt ein aufregendes Jahr, das im Dezember seine sportlichen Höhepunkte erfuhr. Denn da belegte die 17-jährige Hainhäuserin bei der U20-Crosslauf-Europameisterschaft auf Sardinien mit der Mannschaft den zweiten Platz. Und eine Woche später pulverisierte sie bei der Winterlaufserie in Seligenstadt den 15 Jahre alten Streckenrekord der Frauen.

„Wir wussten, dass wir als Mannschaft eine Medaillenchance haben. Ich war aber überrascht, dass ich im Einzel so gut war“, sagt Lisa Oed mit Blick auf die U20-Crosslauf-Europameisterschaft. Die für den SSC Hanau-Rodenbach startende Rodgauerin erreichte im Einzel unter 81 zumeist älteren Teilnehmerinnen den 18. Platz und sicherte sich gemeinsam mit Einzel-Europameisterin Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen), Alina Reh (SSV Ulm/Platz vier im Einzel) und Miriam Dattke (SCC Berlin/34.) hinter den favorisierten Britinnen die Silbermedaille. Auf dem 4,15 Kilometer langen Wiesenparcours lag das deutsche Quartett vor der Schlussrunde noch auf Platz drei, nach einer tollen Aufholjagd von Lisa Oed bejubelten die deutschen Mädels am Ende aber noch Rang zwei. „Der Crosslauf im Winter ist eine sehr gute Abwechslung von den Bahnenläufen im Sommer“, erklärt die Allrounderin.

Bei der Winterlaufserie in Seligenstadt nur eine Woche später gewann die junge Hainhäuserin, die 2016 zudem unter anderem im September im bulgarischen Sapavera Banya Vize-Welzmeisterin mit dem U20-Team im Berglauf sowie zuvor Deutsche Meisterin über die 3000 Meter der U18 wurde, in 36:24 Minuten überlegen die Frauenwertung über die zehn Kilometer lange Distanz und verbesserte den 15 Jahre alten Rekord von Martina Maul um 48 Sekunden. Für die Laufserie gemeldet hat Lisa Oed allerdings nicht. „Wir nutzen die Veranstaltung in Seligenstadt gerne als Trainingslauf“, sagt die 17-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „ich habe erst im Ziel meine Zeit realisiert. Und habe noch Ärger mit meinem Trainer bekommen, weil ich so schnell unterwegs war. Allerdings unterstreicht die Zeit auch meine derzeit gute Form.“

Lisa Oed war 2016 sehr schnell unterwegs. Aber sie ist schon immer etwas schneller als andere. Eingeschult wurde sie bereits mit fünf Jahren. „Ich konnte mit vier schon Lesen, da war es dann im Kindergarten etwas langweilig“, sagt sie. Und als G8-Schülerin machte sie in diesem Jahr an der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Dudenhofen ihr Abitur und studiert nun in Frankfurt Biochemie. Ihre ersten Läufe absolvierte sie bereits im zarten Alter von vier Jahren – gemeinsam mit ihrem ein Jahr älteren Bruder Tobias. Der Hexenlauf in Weiskirchen, der Nikolauslauf in Jügesheim und die Winterlaufserie in Seligenstadt – das waren ihre ersten Rennen. „Tobias und ich haben vieles ausprobiert, sind dann aber schnell bei der Leichtathletik hängen geblieben“, erklärt sie. Nach dem typischen Dreikampf zum „Karrierebeginn“ entschied sie sich schnell für das Laufen. Mit acht Jahren wagte sich Lisa Oed - mittlerweile von der LR Rodgau zum SSC Hanau-Rodenbach gewechselt – erstmals an einen Triathlon heran, mit 15 konzentrierte sich sich aus zeitlichen Gründen wieder ausschließlich auf das Laufen.

Und wie geht es für Lisa Oed sportlich weiter? Beim Silvesterlauf in Frankfurt will sich nochmals einen „schnellen Zehner“ absolvieren. In Portugal steht ein Trainingslager an, dann geht es in die Hallensaison mit einer Reihe an Wettkämpfen. Und wenn die junge Rodgauerin weiter so schnell unterwegs ist, werden sicherlich noch eine Reihe weiterer Medaillen und Bestzeiten folgen.
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