„Mit diesem Start hätte ich nicht gerechnet“

Roland Gerhardt kann mit dem Saisonstart der SG Nieder-Roden mehr als zufrieden sein. Der Kreisoberliga-Aufsteiger hat seinen Trainer wahrlich nicht im Regen stehen lassen, ist nach zehn Spieltagen noch ungeschlagen.

Nieder-Roden – Anfang Juli sagte Roland Gerhardt, Fußball-Trainer der SG Nieder-Roden, gegenüber MEIN SÜDHESSEN: „Die Mannschaft wird sich wieder an Niederlagen gewöhnen müssen, die Kreisoberliga ist doch etwas ganz anderes als die A-Klasse.“ Denn „Niederlage“ hatten die Kicker aus dem südlichsten Rodgauer Stadtteil lange Zeit aus ihrem Sprachschatz gestrichen. 44 Mal (bei 41 Siegen) war die Sportgemeinschaft in der Kreisliga A Offenbach Ost hintereinander ungeschlagen geblieben, erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison kassierten die Nieder-Röder mit dem 1:2 gegen Teutonia Hausen wieder eine Niederlage – da stand die SGN aber bereits seit Wochen als Titelträger fest.

Dass die Nieder-Röder in der Kreisoberliga weiter so auftrumpfen würden wie in der A-Liga, war schließlich nicht zu erwarten. „Platz fünf bis acht“, gab Roland Gerhardt vor Rundenbeginn bei optimalem Verlauf als Saisonziel aus. Nun sind zehn Spieltage in der Kreisoberliga Offenbach absolviert – und die Sportgemeinschaft ist immer noch ungeschlagen. Sechs Siege (die Wertung des kampflosen 3:0-Erfolges gegen die SG Heusenstamm-Zrinski steht noch aus) und vier Unentschieden bedeuten aktuell 22 Punkte und Platz zwei hinter Spitzenreiter TSG Neu-Isenburg (der übrigens schon eine Begegnung verlor). Am vergangenen Wochenende erreichten die Nieder-Röder bei den Neu-Isenburgern ein mehr als achtbares 1:1 (1:1).

„In der ersten Hälfte hatten wir einige Probleme, da hat Neu-Isenburg ganz schön Dampf gemacht“, meinte Gerhardt, der unter anderem den angeschlagenen Routinier Jens Wöll ersetzen musste und in Benedict Ring (Startelf) sowie Phillip Koser und Charly Waehner (Ersatzbank) gleich drei Jugendspieler im Kader hatte. Nach 20 Minuten traf Fabio Spataro (gerade aus der Jugend in den Seniorenbereich gewechselt) ins eigene Netz, nur elf Minuten später aber glich Christian Scharnagl zum 1:1 für die SGN aus. „In der zweiten Hälfte hat sich Neu-Isenburg festgelaufen, hatte keine echte Chance mehr. Wir haben dagegen zweimal die Latte getroffen, einmal hat der Torwart sehr gut gehalten. Wir hätten durchaus gewinnen können, das Unentschieden ist insgesamt aber gerecht“, sagte Roland Gerhardt. Dass die TSG nach der jüngsten 0:4-Pleite in Egelsbach mit einer auf vier Positionen veränderten Startformation auflief, kam der Sportgemeinschaft insgesamt durchaus entgegen. „Die jungen Spieler haben das sehr gut gemacht, rennen und laufen“, zeigte sich der Nieder-Röder Trainer zufrieden.

„Mit diesem Saisonstart hätte ich nicht gerechnet. Immerhin haben wir schon gegen die beiden Neu-Isenburger Klubs gespielt, zudem in Dietesheim gewonnen“, erklärt Gerhardt. Am Saisonziel ändert sich aber nichts, mit Platz vier bis acht wären die Rodgauer am Ende dieser Spielzeit auch weiterhin mehr als zufrieden. „Der SV Pars ist immer stärker im kommen, die TSG Neu-Isenburg ist schon sehr gut besetzt“, sieht Gerhardt die Favoritenrolle nicht bei seinen Farben.

Am Sonntag, 15. Oktober, aber haben die Nieder-Röder um 15 Uhr im Heimspiel gegen die „Blauen“ von der Sportvereinigung Seligenstadt drei weitere Punkte eingeplant. Bei den Seligenstädtern läuft es alles andere als gut, mit nur neun Zählern auf der Habenseite weisen die „Blauen“ nur drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz auf. Trainer Nick Janovsky stellte vor wenigen Wochen sein Amt zur Verfügung, doch auch unter Nachfolger Alexander Sticher läuft es bei der Sportvereinigung noch nicht wie erhofft. „Wenn wir wieder nicht verlieren, ist alles gut“, schmunzelt Gerhardt. Es wäre schließlich bereits das elfte Punktspiel hintereinander ohne Niederlage. Und das mittlerweile in der Kreisoberliga und nicht „nur“ in der A-Klasse.
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