Nach Horrorstart ins Ziel durchgebissen

Nach dem Schwimmen ging es auf die Radstrecke. Viele Teilnehmer schwangen sich barfuß auf das Rad, zogen die Schuhe erst auf den ersten Radmetern an.

Obertshausen – Bereits zum 16. Mal veranstaltete der TSV Dudenhofen am vergangenen Sonntag seinen Rodgau-Triathlon in und um den Badesee in Nieder-Roden. Insgesamt 743 Athleten erreichten nach spannenden Wettkämpfen das Ziel. Sieger der Gesamtwertung über die Olympische Distanz (1,4/41/10) wurde erstmals Andreas Tschishakowski (TriTeam WIKA/TV Miltenberg) in 2:01:32 Stunden mit nur 22 Sekunden Vorsprung auf Thomas Sämann (Tri-Team Fuldatal). Bei den Frauen wurde die für Eintracht Frankfurt startende Dänin Tine Holst ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte in 2:10:16 Stunden. Bei den Staffeln waren Besi & Friends nicht zu schlagen. Die Rodgauer Lokalmatadoren feierten in der Besetzung Christoph Herzog, Andreas Beseler und Matthias Winnhauer ihren dritten Titel in Serie. Über die Sprintstrecke (0,4/14/4) freuten sich der Engländer Ixel Vlad (45:12 Minuten) und Denise Schmid (50:34 Minuten, ohne Verein) über den ersten Platz.

Ein paar interessante Zahlen von Seiten des Veranstalters: Die Athleten wurden auf den Wettkampfstrecken mit runde 800 Litern Stilles Wasser, 180 Litern Cola und 300 Litern Apfelsaft, 90kg Bananen, 60kg Weintrauben, 160 Melonen, 10kg Äpfel und jeder Menge Vollkornkeksen versorgt. Wie in jedem Jahr wurde die Schwimmstrecke von der DLRG professionell abgesichert. Es waren 52 Rettungsschwimmer, ein Taucherteam, 20 Rettungsbretter und sechs Rettungsboote im Einsatz. Was den Triathleten ein sicheres Gefühl gab. Zudem waren die Starter froh, dass die Wassertemperatur am Wettkampfmorgen nur 21,5 Grad betrug – bis 21,9 Grad ist das Tragen eines Neoprenanzuges erlaubt. Am Vorabend des Triathlons war noch eine Wassertemperatur von 22,5 Grad gemessen worden. Die erstmalige Vollsperrung der Radstrecke für den Autoverkehr kam bei allen Teilnehmern sehr gut an. Sie bot den Fahrern mehr Sicherheit, sie konnten richtig Gas geben und sausten mit Tempo 50 über die Kreisquerverbindung. Die Zuschauer feuerten die Radfahrer begeistert an, unterschätzen beim Überqueren der Straße aber mehrfach die hohe Geschwindigkeit der Radfahrer. Ein Fahrer stürzte derart unglücklich, dass er sich den Oberschenkel brach.

Keine schönen Erinnerungen an den Wettkampf in Rodgau hat allerdings Ute Kleber-Schad aus Hausen. Die 56-Jährige (feierte einen Tag nach dem Rodgau-Triathlon ihren Geburtstag), die bereits zweimal beim Ironman dabei war (in Frankfurt und Klagenfurt), erlebte über die Olympische Distanz einen Horrorstart: „Ich wurde beim Schwimmen von einer Hand tief nach unten gedrückt, dann schwamm auch noch ein Wal, also ein Schwimmer im Neoprenanzug, über mich hinweg“, blickt sie auf die Schrecksekunden zu Wettkampf-Beginn zurück. Dass beim Schwimmstart geboxt und getreten wird, ist bekannt, „so extrem habe ich das aber noch nicht erlebt.“ Trotz reichlich Wasser in der Lunge „wollte ich mich durchbeißen und habe den Wettkampf durchgezogen. Ich bin aber sehr langsam gelaufen“, sagt Ute Kleber-Schad. Auch wenn der Wettkampf eine große Qual war, erreichte sie nach 3:06:07 Stunden das Ziel am Badesee. An ihrem Geburtstag ging es ihr aber schon wieder besser: „Ich habe gut geschlafen“, meinte Ute Kleber-Schad. Womit ein weiteres Mal bewiesen ist: Ironmänner und -frauen sind hart im Nehmen.
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