Neue Ligeneinteilung reizvoll und mit viel Charme

André Reinhard (links) trifft mit der TSV Lämmerspiel in der Saison 2017/2018 auch wieder auf den TV Hausen, nachdem der Turnverein als Meister der B-Ost wieder in die A-Klasse aufstieg. Allerdings heißt die Spielklasse zukünftig Kreisliga A Gruppe 2. Insgesamt spielen vier Mannschaften aus Obertshausen in dieser Klasse mit sowie drei aus Mühlheim. Fußball auf engstem Raum eben.

Obertshausen/Mühlheim – Fußball auf engstem Raum. So könnte man einen Artikel titulieren, der sich mit der Zusammensetzung der neuen Kreisliga A Offenbach Gruppe 2 für die Saison 2017/2018 auseinandersetzt. Nun ist die Gruppe 2 nicht schlechter als die Gruppe 1, der Offenbacher Kreisfußballausschuss wollte sich aber vom örtlichen Bezug der Spielklassen, die lange Jahre in Ost und West unterteilt waren, entfernen, um in der Klasseneinteilung flexibler zu sein. Ansonsten hätten in der kommenden Spielzeit in der Ost-Gruppe 23, in der West-Gruppe aber nur elf Vereine gespielt. Das geht natürlich nicht.

Nach der TSV Lämmerspiel und der zweiten Mannschaft der Spvgg. Dietesheim gesellt sich mit der Kicker Viktoria – freiwilliger Absteiger aus der Gruppenliga Frankfurt Ost – der dritte Mühlheimer Verein zum Kreis der Vereine aus einer Stadt. „Mit der Einteilung sind wir sehr zufrieden“, sagt Roland Holzberger, Abteilungsleiter Fußball bei der TSV Lämmerspiel. „Wir haben uns zwar gewundert, dass Rumpenheim und der Türk. SC Offenbach nicht mehr bei uns spielen, aber ansonsten hätte es nicht besser laufen können. Drei Vereine aus Lämmerspiel, vier aus Obertshausen, das ist für uns schon sehr angenehm. Ich hoffe, die Zuschauer sehen das genauso.“ Sportlich dürfte die Spielklasse in seinen Augen allerdings schwerer geworden sein. „Kickers Obertshausen 2 hat bereits im Westen eine gute Rolle gespielt. Dazu kommen die Wundertüten KV Mühlheim und Sportfreunde Seligenstadt 2, deren Stärke aktuell niemand so genau einschätzen kann“, blickt Holzberger voraus.

Ähnlich verhält es sich ein paar Kilometer weiter in Obertshausen, hier sind sogar vier Vereine aus einer Stadt am Start. Nach dem Aufstieg des TV Hausen und des FC Croatia Obertshausen sowie dem etablierten FC Teutonia Hausen und A-West-Umsiedler Kickers Obertshausen spielen in der Runde 2017/2018 gleich vier Mannschaften aus Obertshausen in der A-Liga Gruppe 2. Der Stadtmeister kann somit bequem am Saisonende anhand der direkten Vergleiche ermittelt werden. „Das ist Bombe, eine tolle Geschichte“, freut sich Teutonia-Trainer Maik Henrich über die neue Einteilung. „Wann gab es das schon mal, dass die Teutonia mit allen drei anderen Stadtvereinen in einer Liga gespielt hat? Ich habe ja auch zwei Jahr ein Lämmerspiel trainiert und weiß, was es für die TSV bedeutet, in einer Liga mit der Kickers Viktoria Mühlheim zu spielen. Das ist alles sehr reizvoll und hat seinen Charme.“ Und Heusenstamm – die TSV spielt nach ihrem Abstieg aus der Kreisoberliga ebenfalls in der Gruppe 2 – ist aus Obertshäuser Sicht auch nicht weit entfernt und quasi ein weiteres Derby.

Auch Henrich fällt es schwer, die Liga sportlich zu beurteilen: „Mühlheim und die Sportfreunde Seligenstadt 2 sind nur sehr schwer einzuschätzen. Mit Sicherheit gibt es aber keinen Überflieger wie in den vergangenen Jahren die Sportfreunde, den VfB Offenbach oder in der vergangenen Saison Nieder-Roden.“ In seinen Augen garantieren die vielen Derbys auch einige unvorhersehbare Ergebnisse: „Gerade in den Derbys strengen sich die Mannschaften doch besonders an“, sagt Henrich. Und da ist schon so mancher Favorit gegen einen vermeintlichen Außenseiter ins Stolpern geraten. Das könnte auch dem Vorjahresdritten FC Teutonia, der in dieser Spielzeit wieder oben mitmischen will (immerhin hat nur ein Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft den A-Ligisten verlassen) passieren. Gegen den Turnverein Hausen beispielsweise. Oder den FC Croatia. Oder Kickers Obertshausen 2. Jede Menge Möglichkeiten. Und das auf engstem Raum.
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