OFC-Handballer steigen erstmals in die Landesliga auf

Geschafft! Die Handballer der Offenbacher Kickers steigen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die Landesliga Süd auf.

Offenbach – Im Fußball halten die schweren Zeiten der Offenbacher Kickers an, es droht weiterhin der Abstieg aus der Regionalliga Südwest. Wie gut, dass derzeit zumindest die Handballer des OFC reichlich Grund zur Freunde liefern: Am vergangenen Wochenende sicherten sich die Männer mit einem 36:30 (18:15)-Sieg bei der HSG Rodgau Nieder-Roden 3 erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Landesliga Süd. „Das ist schwer in Worte zu fassen“, meinte Cornelius Göbel (23), Abteilungsleiter und Kapitän der Herrenmannschaft, noch am Tag nach dem Aufstieg.

Denn die Offenbacher waren erst im vergangenen Jahr aus der Bezirksliga A in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Im Kader gab es im vergangenen Sommer nun wenige Änderungen, die aber waren durchaus entscheidend für die herausragende Saison in der Bezirksoberliga. Zwei ältere Spieler wechselten in die zweite Mannschaft, in Florian Ritter kam ein junger Torhüter aus der Jugend der TSG Bürgel zum OFC. Zudem kehrte Paul Markovic nach einem Jahr bei Rot-Weiß Babenhausen nach Offenbach zurück. Und brachte gleich Florian Küchler, gleichzeitig Trauzeuge von OFC-Spieler Carl-Philip Erk, mit zu den Kickers. „Florian hatte als Ziel, in die Landesliga aufzusteigen. Und wurde dafür von unserem Trainer Klaus Bastian immer belächelt“, schmunzelt Cornelius Göbel.

Als Ziel hatte der Aufsteiger lediglich „so schnell wie möglich den Klassenerhalt erreichen“, ausgegeben. „Das haben wir überraschend schnell geschafft“, blickt Göbel zurück. Die Offenbacher eilten von Sieg zu Sieg, insgesamt elf hintereinander, ehe am zwölften Spieltag mit dem 33:34 bei der SG Bruchköbel 2 die ersten Niederlage erfolgte. Doch davon ließen sich die Kickers nicht aus dem Konzept bringen. Bei der HSG Hanau 3 hieß es nach 60 Minuten 32:32, ansonsten punkteten die Kickers munter weiter zweifach. „Spätestens nach dem Sieg in Niederrodenbach war allen klar: Jetzt wollen wir das auch durchziehen“, sagt Göbel. Am 1. April – kein Scherz – gewannen die Offenbacher das Spitzenspiel beim Tabellenzweiten TGS Niederrodenbach mit 30:28. Eine Woche später folgte mit einem überzeugenden 34:27 die erfolgreiche Revanche gegen Bruchköbel. Im ersten Spiel nach der Osterpause am vergangenen Wochenende in Nieder-Roden fehlte dem OFC damit nur noch ein Zähler zum Titelgewinn.

Gemeinsam mit rund 200 Fans machten sich die Offenbacher per S-Bahn auf den Weg in den südlichsten Rodgauer Stadtteil. Mit dem Ziel Meisterschaft vor Augen, „haben wir das Spiel ein wenig zerfahren begonnen. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir Zugriff auf die Partie hatten“, blickt Göbel zurück. Dann aber drückten die Offenbacher dem Spiel doch schnell ihrem Stempel auf, mussten sich zur Pause aber mit einer 18:15-Führung begnügen. „Wir hätten deutlich höher führen müssen“, so Göbel. Das holten die Kickers dann in der zweiten Hälfte nach, zogen bis auf 31:22 davon. „Die letzten zehn Minuten haben wir dann richtig genossen“, sagt Göbel. Zwar kamen die Nieder-Röder, nachdem die Offenbacher viermal hintereinander nur den Pfosten getroffen hatten, nochmals bis auf vier Tore heran, mit zwei schnellen Treffern machte der OFC dann aber endgültig alles klar. Cornelius Göbel selbst hatte mit neun Toren am Sieg großen Anteil, ebenso wie der angeschlagene Florian Küchler, der trotz einer Leistenverletzung ebenfalls neun Treffer erzielte.

Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr, Spieler, Trainer, Betreuer und Fans feierten gemeinsam den Titelgewinn. Zunächst noch in der Halle in Nieder-Roden, wo sich die Offenbacher noch das Spiel der zweiten Mannschaft der HSG in der Landesliga anschauten, dann im Markthaus auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach – und anschließend bis in die frühen Morgenstunden hinein in einem privaten Zelt.

Großen Anteil am Titelgewinn des OFC hatten auch die Fans. Und das nicht nur mit ihrer herausragenden Unterstützung in Nieder-Roden. „In Niederrodenbach waren 600 bis 800 Zuschauer, darunter vielleicht 300 bis 400 aus Offenbach. Das war Wahnsinn“, erklärt Cornelius Göbel. Beim OFC trommeln die Fans nicht nur, sondern stimmen auch Fangesänge an. „Das beflügelt ungemein“, sagt Göbel. Immer mehr Fußball-Fans kommen auch zum Handball, um die OFC-Teams zu unterstützen. Auch Spieler der ersten Mannschaft und Vorstandsmitglieder wurden bereits bei den Spielen der Bastian-Elf gesichtet. Da macht das Handballspielen gleich nochmal ein bisschen mehr Spaß.

In der kommenden Saison heißt das Ziel in der Landesliga Süd erneut „Klassenerhalt.“ Trainer Klaus Bastian hat bereits vor zwei Monaten für die kommende Saison zugesagt, die Mannschaft bleibt zusammen. Die Kickers wollen auch in Zukunft weiter auf Spieler aus der eigenen Jugend setzen. Ihr letztes Saisonspiel bestreiten die Offenbacher am morgigen Sonntag um 17 Uhr in der Sporthalle der Edith-Stein-Schule gegen die HSG Dietzenbach. Und anschließend wird sicherlich noch einmal die Meisterschaft gefeiert.
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