Ohne Druck zurück in die Landesliga

Nadine Seitel steuerte vier Treffer zum 21:19-Sieg der Dietzenbacher Handballerinnen gegen die SG Dietesheim/Mühlheim bei. Mit 8:2 Punkten startete die HSG erfolgreich in die Saison der Bezirksoberliga Offenbach/Hanau.
Dietzenbach – Mit dem bisherigen Saisonverlauf in der Bezirksoberliga Offenbach/Hanau können die Handballerinnen der HSG Dietzenbach mehr als zufrieden sein. Nach dem 21:19 (14:10)-Erfolg gegen die SG Dietesheim/Mühlheim nimmt die Mannschaft von Trainer Julian Wurm mit 8:2 Punkten hinter dem verlustpunktfreien Spitzenreiter HSG Hanau gemeinsam mit der HSG Rodgau Nieder-Roden 2 und der HSG Preagberg den zweiten Platz ein. „Mit dem Start bin ich sehr zufrieden. Natürlich ärgert mich die Niederlage in Preagberg, weil wir da vergangene Saison schon Federn gelassen haben. Aber wir haben die Niederlage analysiert und unsere Lehren gezogen und wollen uns nun mit einer Siegesserie oben festsetzen“, sagt Wurm (29), der im vergangenen Jahr als Spieler mit der SG Bruchköbel Meister in der Oberliga Hessen wurde und in die 3. Liga aufstieg, dann aber zur HSG Dietzenbach zurückkehrte.

Wurm trainiert die ersten Damen der HSG bereits in der dritten Saison. Angefangen hat seine „Karriere“ als Trainer bei der HSG allerdings bereits ein Jahr zuvor in der Saison 2014/2015. Damals gründete die HSG eine zweite Damenmannschaft, „der damalige Sportliche Leiter Roland Henneberg hat mich damals quasi auf den Posten draufgehoben“, blickt Wurm zurück. Klar, auch die Dietzenbacher wollten den Spielerinnen aus der eigenen Jugend eine Möglichkeit geben, in ihrem Verein weiterzuspielen. Zu Beginn nahmen nur vier, fünf Spielerinnen am Training teil, doch nach und nach baute Wurm eine Mannschaft auf. Und die war sportlich sehr erfolgreich, sicherte sich am Rundenende mit 22:2 Punkten die Meisterschaft in der Bezirksliga B und damit den Aufstieg in die A-Klasse.

Allerdings stiegen parallel die ersten Dietzenbacher Damen aus der Landesliga Süd in die Bezirksoberliga ab, alle Spielerinnen verließen den Verein. „Wir haben daraufhin die A-Liga komplett übersprungen und sind direkt in die Bezirksoberliga gegangen“, erklärt Wurm. Aus der ehemals zweiten Mannschaft wurde somit die neue erste Vertretung. Und mit 24:20 Punkten sicherten sich die Dietzenbacherinnen am Rundenende überlegen den Klassenerhalt. „Wir haben bei Null angefangen, einen Umbruch eingeleitet und auf junge Spielerinnen gesetzt“, sagt Wurm, „wir hatten das Glück, dass jedes Jahr ein bis drei Spielerinnen neu hinzukamen, auch ehemalige Dietzenbacherinnen, die zur HSG zurückkehrten. In den kommenden Jahren wollen wir wieder in die Landesliga aufsteigen.“

Das wäre der HSG beinahe bereits in der vergangenen Runde gelungen. Hinter der HSG Kinzigtal belegten die Dietzenbacherinnen mit 36:8 Punkten den zweiten Platz und scheiterten nur hauchdünn am Aufstieg. Lediglich die beiden Niederlagen gegen ungeschlagenen Tabellenführer verhinderten eine noch bessere Platzierung. Hier schmerzte vor allen die 28:29-Niederlage gegen Kinzigtal in der heimischen Philipp-Fenn-Halle. Die Mannschaft um Kapitänin Nadine Lang zeigte jedoch die richtige Reaktion und startete eine Serie von zehn Siegen in Folge und fand zurück in die Erfolgsspur. Dabei wuchs das Team über die gesamte Saison immer mehr zusammen, so dass sich das Spielverständnis, die Laufwege und das Timing im Spiel stetig verbesserten.

Umso erfreulicher war es, dass die Mannschaft komplett zusammen blieb, sich sogar noch verstärkte und auch in dieser Saison wieder oben mitspielen will. „Es steigt nur eine Mannschaft auf“, erklärt Julian Wurm. Daher muss schon alles passen, um Meister zu werden: Keine schweren Verletzungen, Glück mit dem Spielplan und vieles mehr. „Meister zu werden ist sehr schwer, daher würde ich nie den Aufstieg als Ziel ausgeben. Wir wollen den zweiten Platz aus der vergangenen Saison bestätigen. Und natürlich will man sich verbessern.“ Die Dietzenbacherinnen gehören zum Favoritenkreis und werden versuchen aufzusteigen. Allerdings ohne jeglichen Druck.
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