Perfekte Bedingungen beim Frankfurter Halbmarathon

Frankfurt - Perfektes Laufwetter bescherte Veranstalter Spiridon Frankfurt bei der 15. Auflage des Frankfurter Halbmarathons einen neuen Teilnehmerrekord. 5388 Läufer erreichten nach 21,1 Kilometern durch den Stadtwald, entlang des südlichen Mainufers durch Niederrad und Sachsenhausen das Ziel in der Commerzbank-Arena. Die guten Bedingungen – frische Temperaturen am Start und angenehme Werte deutlich oberhalb der zwölf Grad im Ziel – verhalfen vielen Teilnehmern zu neuen persönlichen Bestzeiten.

Sieger bei den Männern wurde der erst 19-jährige Deutsch-Äthiopier Tilahun Babsa von Veranstalter Spiridon Frankfurt, der nach 1:07:06 Stunden die Ziellinie überquerte und damit Solomo Merne Eshete (SSC Hanau-Rodenbach) mit vier Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verwies. Unter den 1993 Frauen war Laura Philipp, die deutsche Triathlon-Mittelstreckenmeisterin 2016, vom Team Mainova in 1:15:49 Stunden die Schnellste und gewann vor Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt, 1:18:14). Jenny Schulz (Skills 04 Frankfurt) belegte Platz drei.

Der Offenbacher Aaron Bienenfeld, der mittlerweile für den SSC Hanau-Rodenbach startet, erreichte das Ziel als bester Läufer der Region (Kreis Offenbach) in 1:13:27 Stunden als 14. der Gesamtwertung und wurde damit Siebter der Männer-Hauptklasse. Im vergangenen Jahr war er an gleicher Stelle drei Minuten schneller gewesen, musste nun aber der Teilnahme an der Deutschen Crosslaufmeisterschaften im niedersächsischen Löningen am Vortag Tribut zollen. Dort hatte der 19-Jährige in der U23 den dritten Platz belegt.

Ausgesprochen zufrieden mit der 15. Auflage zeigte sich Thomas Rautenberg, Vorsitzender von Spiridon Frankfurt. „Wobei der Teilnehmerrekord uns in dem einen oder anderen Bereich an die Leistungsgrenze gebracht hat“, meint er. Denn wenn es um die Ausrichtung des Halbmarathons geht, ist Spiridon Frankfurt ein Unikum: Dann stellt der Verein die 180 benötigten Helfer selbst. „Das ist auch ein wichtiger Bestandteil der Stimmung im Verein, das ist ein quasi ein Ehrenkodex, dass wir das alleine hinbekommen“, klärt Rautenberg auf.

In den Augen des ersten Spiridon-Vorsitzenden hat sich der Teilnehmerrekord durchaus angedeutet, „denn die Anzahl der Voranmeldungen hat sich um 500 erhöht.“ Das gute Wetter trug sein Übriges zu den knapp 5500 Teilnehmern bei. „Wobei wir in Sachen Voranmeldung schon alles erlebt haben“, schmunzelt Rautenberg. So sei es nicht unüblich, dass viele Teilnehmer bei den herrlichen Bedingungen dann etwas mit der Familie unternehmen (müssen), statt in die Laufschuhe zu steigen.

Grundsätzlich will der Verein rund 5000 Läufer auf die Strecke lassen. „Um allen einwandfreie sportliche Verhältnisse bieten zu können“, erklärt Rautenberg. Daher wird beim Frankfurter Halbmarathon auch in zeitlich versetzten Blocks gestartet (nach eigener geschätzter Laufstärke), um das Feld zu entzerren. Der Verein reizt die Kapazitäten bewusst nicht aus, „da unterscheiden wir uns von kommerziellen Anbietern“, sagt Rautenberg. Um 8 Uhr gehen die Tore auf, dann kommen 5500 Menschen herein, parken ihr Auto, holen ihre Startnummer ab, ziehen sich um, Laufen rund zwei Stunden und gehen dann wieder heraus. Die ganze Veranstaltung spielt sich somit in einem sehr engen Zeitrahmen ab. Staus gab es in diesem Jahr beim Parken, weil viele Teilnehmer erst sehr kurzfristig nach Frankfurt kamen. Hier will der Veranstalter im kommenden Jahr nachbessern. „Das war eine Erfahrung des vergangenen Sonntags, aber das ist auch lösbar“, erklärt Rautenberg.

Region Rodgau

Auch aus der Region war eine Reihe an Teilnehmern am Start. Rainer Winter (53) aus Jügesheim ist Leiter der acht- bis zehnköpfigen Laufgruppe good morning run Rodgau. Der Name erklärt sich bei einem Blick auf die Trainingszeiten der Gruppe: Los geht es dienstags und freitags um 6 Uhr auf dem Weichsee-Parkplatz in Jügesheim, dann stehen 13 Kilometer in 60 bis 75 Minuten auf dem Programm. Winter lobte mit Blick auf den Frankfurter Halbmarathon die angenehmen Temperaturen - „frisch am Start, etwas wärmer in der windgeschützten Stadt“ - und die Blockstarts. „Allerdings sollten die Leute darauf achten, rechtzeitig nach Frankfurt zu kommen. So begann die Veranstaltung mit zehnminütiger Verspätung“, stellte er fest. Rainer Winter kam direkt aus dem Skiurlaub, „die Zeit war meine schlechteste in den vergangenen zehn Jahren.“ Gemeinsam mit seinem „Good Morning“-Kollegen Notker Walter lief der Jügesheimer nach 1:44:04 Stunden ins Ziel. Für die Rodgauer diente der Lauf nur als Vorbereitung, am Wochenende geht es zum 33.333-Meter-Lauf nach Sylt. Und im April steht für Rainer Winter in Leipzig der 21. Marathon seiner Lauf-Karriere an.

Frauke Ostermann und ihr Mann Michael wohnen mittlerweile in Darmstadt, sind aber als gebürtige Rodgauer – sie kommt aus Nieder-Roden, er aus Dudenhofen – und auch aus familiären Gründen eng mit dem Rodgau Lauftreff verbunden, für den sie auch starten. „Das Wetter war einfach traumhaft“, sagt die 40-Jährige, „allerdings war das Feld auf dem ersten Kilometer sehr eng beieinander, so dass man sich kaum bewegen konnte. Dann aber hat es sehr viel Spaß gemacht.“ Nach 2015 startete Frauke Ostermann zum zweiten Mal in Frankfurt, ihr Mann war bereits zum vierten Mal mit dabei. Früher spielte Michael Ostermann Fußball, Frauke Ostermann hatte viel Spaß beim Schwimmen. 2005 starteten beide dann beim bekannten 24-Stunden-Lauf in Dudenhofen. „Das war ein tolles Team-Erlebnis“, erinnert sich Frauke Ostermann. Seitdem steht Laufen bei den Beiden hoch im Kurs. „Ein Halbmarathon ist eine schöne Sache, die vom Trainingsaufwand her machbar ist. Bei einem Marathon wäre der Aufwand deutlich höher“, fühlt sich die Darmstädterin auf den 21,1 Kilometern doch sehr wohl.

Region Offenbach

Diethelm Kuttich (59), ist gebürtiger Frankfurter, ehe ihn die Liebe nach Offenbach führte. Mittlerweile lebt er wieder in Frankfurt. Während seiner Zeit in Offenbach „habe ich den Offenbacher LC lieben und schätzen gelernt“, sagt er. Und hat seit vielen Jahren das Amt des ersten Vorsitzenden beim Leichtathletik-Club inne. „Mit über 5000 Teilnehmern war der Frankfurter Halbmarathon ein gigantischer Lauf“, sagt er, „es sind immer Menschen da, die einen mitziehen, an der Strecke herrscht viel Stimmung. Und wenn dann noch so ein Wetter ist, wie am Sonntag, ist das einfach gigantisch.“ Diethelm Kuttich läuft „seitdem ich 14 bin. Früher habe ich in Frankfurt am Bornheimer Hang die Mittelstrecken trainiert.“ Auf die Frage, welche Distanz ihm am ehesten liege, zehn Kilometer, Halbmarathon oder Marathon, antwortet der OLC-Vorsitzende: „Alles zu seiner Zeit. Die Stärke liegt in der Abwechslung.“ In seinem Terminkalender finden sich nur eigene Lauftermine – im Oktober findet wieder der Mainuferlauf in Offenbach statt. Der ist nicht ganz so groß wie der Halbmarathon in Frankfurt – aber über 1500 Teilnehmer erwarten der OLC schon.

Region Obertshausen

Volker Rasbach (52) lebt in Obertshausen und startet für die TG Obertshausen. „Die Bedingungen waren perfekt. Aber das waren wir aus den vergangenen Jahren gewohnt. Allerdings hat sich der Start etwas verzögert, weil einige Teilnehmer zu spät kamen.“ Für den Obertshäuser war es bereits die fünfte Teilnahme in Frankfurt. Vorgenommen hatte er sich eine Zeit unter 1:45 Stunden, mit den erreichten 1:42:22 Stunden konnte er also sehr zufrieden sein. „Die Strecke ist einfach toll. Man muss am Ende halt in dieses Stadion einlaufen, auch wenn man Fan einer anderen Mannschaft ist“, schmunzelt Volker Rasbach. Für ihn diente der Lauf in Frankfurt vor allem als Vorbereitung für den Marathon in Prag am 7. Mai, an dem er mit drei befreundeten Läufern teilnimmt. Das Quartett ist oft gemeinsam unterwegs, nahm schon am Marathon in Frankfurt, Berlin, Hamburg oder Barcelona teil. „In Hamburg zum Beispiel geht die Partymeile von Kilometer null bis 42“, schwärmt der 52-Jährige. Früher ist er gelaufen, hat dann lange Zeit kein Sport betrieben. „Ich habe zugenommen, ehe es vor sechs Jahren klick gemacht hat“, nennt Rasbach den Grund, warum er wieder mit dem Laufen begonnen hat. „Mittlerweile bin ich schon ein Extremläufer, versuche, vier- bis fünfmal die Woche zu Laufen.“
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