Platz fünf bis acht sollte möglich sein

Trainer Roland Gerhardt gibt im dritten Jahr bei Kreisoberliga-Neuling SG Nieder-Roden die Richtung an.

Nieder-Roden – Von der Punkteausbeute her war es die beste Saison, die die Fußballer der SG Nieder-Roden jemals gespielt haben. Mit 85 Punkten aus 30 Begegnungen – 28 Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage – schloss die Sportgemeinschaft die Spielzeit 2016/2017 in der Kreisliga A Offenbach Ost mit 17 Zählern Vorsprung auf den Tabellenzweiten Germania Bieber souverän als Meister ab. Saison übergreifend blieben die Nieder-Röder mit 41 Siegen und drei Unentschieden 44 Mal hintereinander ungeschlagen. Ihre einzige Niederlage kassierten die Nieder-Röder am letzten Spieltag mit 1:2 gegen Teutonia Hausen – da stand die Sportgemeinschaft aber bereits seit Wochen als Titelträger fest.

Allerdings – derart tiefklassig hat der ehemalige Hessenligist (1961 bis 1964) auch noch nie gespielt. Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga Offenbach 2015 fanden sich die Nieder-Röder in der Saison 2015/2106 erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in der A-Klasse wieder. Nach mäßigem Saisonstart sprang am Ende Platz drei heraus, nachdem die SGN den Rückstand auf den Tabellenzweiten Espanol Offenbach mit 13 Siegen hintereinander von 19 auf zwei Punkte verkürzt hatte. Hätte die Saison nur einen Spieltag länger gedauert, wäre wohl noch der Relegationsplatz zwei herausgesprungen. In dieser Saison folgte nun die Meisterschaft.

Nach dem Abstieg in die A-Liga übernahm Roland Gerhardt als neuer Trainer den Neuaufbau der ersten Mannschaft. Nun geht er mit der SGN in seine dritte Saison. Klar ist: Die Kicker aus dem südlichsten Rodgauer Stadtteil werden sich wieder an Niederlagen gewöhnen müssen. „Wir müssen schauen, dass wir schnell Ruhe rein bringen“, sagt Gerhardt, der am vergangenen Mittwoch mit seiner Mannschaft in die Vorbereitung auf die neue Saison startete. „Die Liga ist doch etwas ganz anderes als die A-Klasse. Platz fünf bis acht sollte aber möglich sein“, meint Gerhardt. Auch wenn sich die Konkurrenz ordentlich verstärkt hat. Und die Aufsteiger – neben der SG Nieder-Roden stiegen auch der SV Pars Neu-Isenburg, Germania Bieber und Fortuna Offenbach in Offenbachs höchste Amateurliga auf - „sind sehr stark“, warnt der Nieder-Röder Trainer, „wir haben sicher nicht die Ambitionen, aufzusteigen. Zumal wir auch einige junge Spieler einbauen wollen.“

Neben Luis Friedrichs (der ehemalige Nieder-Röder kehrt nach zwei Jahren vom JSK Rodgau zur Sportgemeinschaft zurück) und dem ehemaligen Verbandsliga-Spieler Frank Egerer (SG Hainhausen, ehemals TGS Jügesheim) verstärken sich die Nieder-Röder mit den Nachwuchskräften Erik Ternay (JSK Rodgau U19) und Benjamin Ring (TS Ober-Roden U19), beides übrigens echte Nieder-Röder. Dagegen haben gleich drei Spieler die SGN in Richtung Stadt- und Ligarivale TSV Dudenhofen verlassen: Ali Haddadi Shari, Semir Arnautovic und Tomislav Zadro. Dafür hängt Routinier Mirnes Mesic (39), in der vergangenen Saison mit 34 Treffern bester Torschütze der A Ost, noch eine Saison dran. „„Bei den Gesprächen für die neue Saison hat fast jeder Spieler zunächst gefragt, ob Mirnes weiter in Nieder-Roden spielt. Er ist hier das absolute Vorbild“, schwärmt Roland Gerhardt von dem Routinier, der die jungen SGN-Mannschaft auch in der Kreisoberliga anführen soll. „Ich sehe in dieser Liga kein Kanonenfutter, wie es in der vergangenen Saison die TSV Heusenstamm und der JSK Rodgau 2 waren. Das wird eine sehr interessante Runde. Ein paar verletzte Spieler und du rutschst ganz schnell unten rein“, blickt Gerhardt voraus.

Doch nicht nur die erste Mannschaft bejubelte in der vergangenen Saison den Titelgewinn, auch die zweite Mannschaft ließ in der C Ost die Konkurrenz hinter sich uns kickt in der kommenden Runde in der Kreisliga B Offenbach Ost. „Aus der Jugend wechseln acht Spieler in den Seniorenbereich. Ziel ist der Klassenerhalt. Das ist eine gute Mannschaft, sie sollte die Liga halten“, sagt Gerhardt.

Ein erstes interessantes Testspiel bestreitet der Neu-Kreisoberligist am kommenden Freitag um 19 Uhr: Dann stellt sich Viktoria Kelsterbach, Absteiger aus der Hessenliga, an der Hainburgstraße vor. Bereits in der Vorbereitung auf die Saison 2016/2017 trafen beide Mannschaften aufeinander. Nach torloser erster Hälfte unterlagen die Nieder-Röder trotz tapferer Gegenwehr noch mit 0:5.
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