„Rudern gegen Krebs“ auf dem Main

Unterwegs auf dem Main: Die „Wasserflöhe Dreieich“ starten am Sonntag, 24. September, bei der Regatta "Rudern gegen Krebs". Von links: Trainerin und Steuerfrau Manuela Damm (WSV Bürgel), Sabine Pütz, Stefan Vollmershausen, Gabi Sobota und Irmgard Mangold.

Offenbach - „Ich habe gedacht, das lerne ich nie“, schmunzelt Irmgard Mangold. Die Offenthalerin startet am Wahlsonntag, 24. September, auf dem Main im Offenbach bei der Regatta „Rudern gegen Krebs“ im Vierer mit Steuermann. Bis vor wenigen Wochen hatte sie allerdings noch gar keinen Bezug zum Rudern.

Gemeinsam mit Gabi Sobota (Sprendlingen), Sabine Pütz (Dreieichenhain) und Stefan Vollmershausen (Buchschlag) nimmt Irmgard Mangold am Kurs Rehasport Krebserkrankung der SKG Sprendlingen teil. Kursleiterin Ute Backes machte während der gemeinsamen Übungsstunden eifrig Werbung für die Teilnahme an der Regatta. „Vor einem Jahr habe ich mich noch nicht fit genug gefühlt und nein gesagt“, blickt Irmgard Mangold zurück. Gabi Sobota zeigte sich 2016 zwar interessiert, aus zeitlichen Gründen (Reha, Urlaub) ließ sich das Vorhaben aber nicht verwirklichen. Sabine Pütz und Stefan Vollmershausen sind erst seit Januar beziehungsweise Februar diesen Jahres Mitglied in der SKG-Rehagruppe und waren von dem Angebot sehr angetan. Vollmershausen sagt: „Mit dem Rehasport einmal die Woche habe ich mich nicht ausgelastet gefühlt. Mit dem zusätzlichen wöchentlichen Rudertraining bin ich auf der sicheren Seite. Ich hatte während meiner Schulzeit Kontakt zu Ruderern, der Sport ist mir nicht fremd.“

Seit mehreren Wochen nun trainiert das Quartett beim Wassersportverein Bürgel, gemeinsam mit Manuela Damm, Vorsitzende Sport des WSV, Trainerin und Steuerfrau der „Wasserflöhe Dreieich“. Unter diesem Namen gehen die Mitglieder der Rehasportgruppe am Renntag an den Start. Irmgard Mangold berichtet: „Wir hatten beim Training zweimal ganz tolles Wetter. Und wenn das Rudern dann funktioniert, wenn wir alle vier im gleichen Rhythmus sind, läuft es von ganz alleine, das ist ein gutes Gefühl.“ Auch die anderen Crewmitglieder fühlen sich auf dem Wasser wohl. „Das gibt in gutes Körpergefühl, Man erlebt seinen Körper positiv, kommt dabei an Grenzen, was beim Rehasport nicht der Fall ist“, stimmen Gabi Sobota und Sabine Pütz überein.Und Stefan Vollmershausen erklärt: „Ich bin Trotz einer Knieverletzung gerudert. Das war dennoch gut für die Gelenke, das ist mit dem Schwimmen vergleichbar. Zudem bieten die Mainauen eine tolle Umgebung für das Rudern. Ich habe mir schon überlegt, das Rudern nach der Regatta als Sport weiterzubetreiben.“

„Rudern gegen Krebs“ ist eine deutschlandweite Initiative der Stiftung „Leben mit Krebs“ und wurde 2005 in Mainz mit dem Ziel ins Leben gerufen, medizinisch betreute Sport- und Bewegungstherapie für Patienten mit Krebserkrankungen anzubieten. Mittlerweile finden jährlich bundesweit knapp ein Dutzend Regatten statt. Bis 2016 wurden 81 Regatten an 23 Standorten mit über 21000 Teilnehmern durchgeführt. Somit ist „Rudern gegen Krebs“ die größte Breitensportveranstaltung in Deutschland. In diesem Jahr waren elf Regatten geplant, wobei die Regatta in Nürnberg abgesagt wurde. Die letzte Regatta findet nun in Offenbach statt.

Ausrichter ist der Wassersportverein Bürgel in Zusammenarbeit mit der Asklepios-Klinik Langen-Seligenstadt. „Bereits zum vierten Mal seit 2012“, berichtet Manuela Damm. Seitdem wechselten sich die Bürgeler immer mit dem Mühlheimer Ruderverein ab, doch in diesem Jahr konnte der Nachbar die Veranstaltung nicht stemmen, daher sind die Bürgeler nach 2016 zum zweiten Mal hintereinander gefordert. Während der WSV bisher immer gemeinsam mit dem Offenbacher Kettler-Krankenhaus als Ausrichter fungierte, arbeiten die Bürgeler dieses Mal mit dem Mühlheimer Partner Asklepios-Klinik Langen-Seligenstadt Hand in Hand. Und so entstand auch der Kontakt zur SKG Sprendlingen: Ute Backes arbeitet im Kettler-Krankenhaus und kam über ihren Arbeitgeber 2014 in Kontakt zu dieser Ruder-Regatta.

Lange Zeit waren Patienten, Krankenhaus-Mitarbeiter und nahestehende Organisationen wie etwa die Krankenkassen bei den Regatten unter sich. Umso wichtiger findet es Manuela Damm, dass auch Firmen und Vereine an der Regatta teilnehmen. So ist in diesem Jahr beispielsweise ein Kirchenchor aus Bürgel mit dabei. Mit Blick auf die Teilnehmer „muss sich die Veranstaltung in alle Richtungen“, entwickeln, hofft Damm. Erstmals sind in diesem Jahr nicht nur Erwachsene – bisher sind 63 Boote gemeldet – mit dabei, sondern auch Kinder aus onkologischen Therapieeinrichtungen – sogar aus Leipzig haben sich Teilnehmer gemeldet. Sechs bis zehn Kinderboote sind auf dem Main mit dabei.
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