Spitzenplatz und Grillhähnchen im Visier

Florent Hajzeraj stellte mit 19 Toren den erfolgreichsten Torschützen des JSK Rodgau in der abgelaufenen Saison in der Gruppenliga Frankfurt Ost.

Jügesheim – Gereicht hat es für den JSK Rodgau in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost letztlich nicht ganz, die Mannschaft von Trainer Andreas Humbert verpasste knapp den Aufstieg in die Verbandsliga Süd. Aber auch mit Platz drei hinter Meister FC Hanau 93 (73 Punkte) und Viktoria Nidda (72) können die Jügesheimer mehr als zufrieden sein. 66 Punkte sammelte die Mannschaft in der abgelaufenen Spielzeit – das hätte in den vergangenen Jahren in schöner Regelmäßigkeit zum Erreichen der Aufstiegsrunde gereicht.

Im Vergleich mit den beiden Vorgängervereinen TGM SV (45) und TGS Jügesheim (49) in der vergangenen Saison weisen die Rodgauer mit nur 28 Gegentoren eine schon herausragende Bilanz auf – und das in 32 Partien! Meister Hanau kassierte sogar 31 Gegentreffer. Nur „Vize“ Nidda schnitt mit nur 26 Gegentreffern besser als die Jügesheimer ab – dabei hatte der JSK gleich am zweiten Spieltag mit 4:0 bei der Viktoria die Oberhand behalten. Auch die 82 eigenen Treffer der Rodgauer können sich sehen lassen. Das sind deutlich mehr als die TGS Jügesheim vor einem Jahr erzielt hatte (56) und auch gegenüber der TGM SV (73) hat sich die Ausbeute verbessert. Besser waren in der abgelaufenen Runde nur Viktoria Nidda (107), der FC Hochstadt (103) und Hanau 93 mit 85 Toren. Wobei gerade die Hochstädter im Unterschied zu den meisten anderen Vereinen der Gruppenliga gegen den VfR Kesselstadt keine Gnade kannten und das Schlusslicht mit 27:1 vom Platz schossen. Sportliche Fairness sieht anders aus. Die Anzahl der geschossenen Tore ist daher nicht unbedingt aussagekräftig. Bester Jügesheimer Torschütze in der abgelaufenen Runde war Florent Hajzeraj, der 19 Mal ins Schwarze traf. Mehmet Bayraktaroglu, der den Verein nun ebenso wie Marc List (Sportfreunde Seligenstadt) mit unbekanntem Ziel verlässt, brachte es auf 14 Treffer. Riccardo Sozzo jubelte zwölfmal über einen eigenen Treffer. Nur viermal verließen die Rodgauer gänzlich ohne Punkte den Sportplatz – das ist Liga-Bestleistung. Neun Unentschieden waren aber letztlich zu viel, um Hanau und Nidda einen der beiden Topplätze streitig zu machen. Der neugegründete JSK legte insgesamt dennoch eine Entwicklung hin, die vor Rundenbeginn so nicht zu erwarten war. Die beiden Gruppierungen aus TGM SV und TGS sind zu einer Einheit verschmolzen – auf und neben dem Platz.

Was noch viel bedeutsamer ist: Die TGM SV Jügesheim und die TGS Jügesheim kennt jeder Fußballfan. Anders verhält es sich mit dem neu gegründeten JSK Rodgau, an den sich viele Fans erst gewöhnen mussten, beziehungsweise mit dem zunächst viele Fußballfreunde nicht viel anfangen konnten. Umso wichtiger ist es, dass es der Gruppenligist über die gesamte Saison über geschafft hat, den Verein in der Öffentlichkeit und in der Presse positiv darzustellen. Durch seine Leistungen, aber auch durch sein Auftreten. Das gelang schließlich nicht allen Vereinen. Daher: Hut ab vor der Mannschaft, aber auch dem Umfeld des JSK.

Ein Blick auf die Liga allgemein: Hanau 93 hat eine Topmannschaft zusammengestellt und startete als Favorit in die Saison. Eine Partien gestalteten die 93er in der Rückrunde allerdings erst im Endspurt positiv – wie etwa den glücklichen 2:1-Heimsieg gegen den FC Hochstadt. Das spricht für die Qualität des Meisters – es hätte aber auch anders laufen können. Insgesamt waren die Hanauer nicht ganz so souverän, wie das der eine oder andere erwartet hätte. Was nicht nur an Verfolger JSK Rodgau lag, sondern vor allem auch an Viktoria Nidda. Die Wetterauer starteten mit drei Niederlagen katastrophal in die Saison, arbeiteten sich dann aber Stück für Stück wieder heran. Natürlich verfügt die Viktoria auch über das entsprechende Spielermaterial, gerade in der Offensive mit Jannik Jung, Noah Michel und dem ehemaligen Offenbacher Robin Sommer. Diese Offensive war kaum zu stoppen. Der JSK hatte die nötigen Mittel, weil die Defensive der Jügesheimer stark genug war. Kickers Obertshausen spielte als Aufsteiger eine gute Rolle, ebenso Germania Klein-Krotzenburg. Bitter war dagegen das Abschneiden der Kickers Viktoria Mühlheim, die bekanntlich bereits frühzeitig ihren freiwilligen Abstieg zum Rundenende bekannt gab. Vor allem der SV Pfaffenhausen präsentierte sich als sympathischer Aufsteiger, der viele Fans mit nach Jügesheim brachte – zum Klassenerhalt reichte es aber nicht. Vorfreude herrscht bei den Jügesheimern, die in der kommenden Saison wieder oben mitmischen wollen, bereits schon jetzt auf den VfB Oberndorf, Aufsteiger aus der Kreisoberliga Gelnhausen. Wie aus gut unterrichteten JSK-Kreisen zu erfahren war, gibt es in Oberndorf die besten Grillhähnchen der Region. Da bleibt man doch gerne noch ein Jahr länger in der Gruppenliga.
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