Teutonia setzt auf junge Spieler mit Charakter

Yüksel Düsgün (links, hier in der Partie gegen die TSG Mainflingen) und Teutonia Hausen erwarten am Sonntag Spitzenreiter SG Nieder-Roden zum Gipfeltreffen der Kreisliga A Offenbach Ost. Die Teutonia ist mit sechs Punkten Rückstand auf die Rodgauer Zweiter.

Hausen – Die beste Zeit der Fußballer des FC Teutonia Hausen liegt schon eine Weile zurück: 2004 stiegen die Hausener aus der Gruppenliga Frankfurt Ost ab. Es folgten zwölf Jahre in der Bezirksliga beziehungsweise Kreisoberliga Offenbach, ihre beste Platzierung erreichten die Teutonen in der Spielzeit 2010/11 als Dritter. 2015 stieg der FC Teutonia über die Relegation aus der Kreisoberliga ab. Nach schwachem Saisonstart in der A-Liga Ost fingen sich die Hausener und belegten am Ende den vierten Platz. Aktuell belegt die Teutonia mit sechs Punkten Rückstand hinter Spitzenreiter SG Nieder-Roden den zweiten Platz. Am morgigen Sonntag (14.45 Uhr) kommen die Nieder-Röder zum Gipfeltreffen an die Schwarzbachstraße.

Trainer Maik Henrich, der die Mannschaft nach dem KOL-Abstieg 2015 übernahm, ist mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden: „Wir haben eine richtig gute, junge Truppe zusammengestellt, die sich richtig gut entwickelt hat und sehr charakterstark ist.“ Die Jahrgänge 1995 bis 1997 stellen den Gros der Mannschaft, „es ist sogar ein 98er dabei“, sagt Henrich. Ein Großteil der Spieler wie die Mandel-Brüder Sebastian und Alexander, sein Sohn Marvin oder die Blahut-Brüder Jan und David sind echte Teutonen. Und auch mit der Trainingsbeteiligung ist der Trainer mehr als zufrieden: 14 bis 18 Spieler aus seinem 19er-Kader kommen immer zu den Übungseinheiten – auch bei den aktuell schlechter werdenden Witterungsbedingungen. In der vergangenen Saison war das nicht so. Zum einen war der Kader kleiner, zum anderen setzte der eine oder andere Spieler andere Prioritäten. „Jetzt aber fokussieren sich alle auf den Fußball und haben auch richtig Bock darauf“, lobt Henrich.

Im taktischen Bereich sieht Henrich bei seiner jungen Mannschaft noch Verbesserungsbedarf – was allerdings nicht verwundert. Gegen Mannschaften, die sich gegen die Teutonia sehr defensiv aufgestellt präsentieren, „fehlt uns noch die Cleverness und Ruhe, da wollen wir noch zu oft mit dem Kopf durch die Wand“, umschreibt Henrich die fehlende Erfahrung seiner Truppe – wie am vergangenen Spieltag in Hainhausen etwa.

„Mit dem zweiten Platz sind wir sehr glücklich“, sagt Maik Henrich mit Blick auf die aktuelle Situation. „Und jetzt wollen wir Nieder-Roden ärgern. Wir haben nichts zu verlieren und wollen die erste Mannschaft sein, die der SGN Punkte abnimmt.“ Und die Konkurrenz auf Distanz halten, wobei der Tabellendritte TSG Mainflingen bereits acht Punkte hinter der Teutonia zurückliegt. Und so richtig glaubt in der A Ost keiner daran, dass jemand das Führungsduo gefährden kann. „Wir sind vor dem Spitzenspiel ganz entspannt, haben keinen Druck, müssen nicht Meister werden“, erklärt Henrich. Aber raus aus der Liga wollen die Hausener schon. Das Ziel ist die Rückkehr in die Kreisoberliga Offenbach – und sei es über den Umweg Aufstiegsrunde. Roland Gerhardt, Trainer beim Rivalen aus Nieder-Roden, ist sich jedenfalls sicher: „Hausen und wir machen den Titel unter uns aus.“

Auf jeden Fall will die Teutonia ihren Weg weiter mit jungen Spielern gehen. „Und da gehört dazu, dass wir ihnen die Chance geben, auch Fehler machen zu dürfen“, weiß Henrich. Von den wenigen Routiniers hat Dennis Versay die Hausener im September verlassen, nach seinem Umzug nach Weiterstadt war die Fahrerei einfach zu viel. Und Marco Teich (Henrich: „Der überragende Mittelfeldspieler in dieser Klasse.“) fehlte zuletzt verletzungsbedingt. „Das sind Ausfälle, die man erst einmal kompensieren muss. Das ist gerade gegen einen starken Gegner sehr schwer“, erklärt Henrich. In der Offensive setzten die Hausener auf die Treffer von David Blahut, der in der vergangenen Saison mit 31 Toren Torschützenkönig wurde. In der aktuellen Runde erzielte Blahut bereits 19 Tore – und hat damit einen Treffer mehr auf dem Konto als Nieder-Rodens Routinier Mirnes Mesic. In der Winterpause wird sich bei den Teutonen – unabhängig vom Ergebnis im Spitzenspiel gegen Nieder-Roden – nicht viel tun, auch wenn einige Spieler ihre Bereitschaft signalisiert haben, in Hausen spielen zu wollen. Handlungsbedarf besteht lediglich auf der Torhüterposition, wo mit Sebastian Walter nur ein Schlussmann für die A-Liga zur Verfügung steht.
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