Tokio ist das große Ziel

Der Ultramarathon in Dudenhofen hatte in den vergangenen Jahren schon alles zu bieten: Regen, Eis, Schnee, Sonnenschein und Sturm. Und während der Fastnachtszeit ist der eine oder andere Teilnehmer auch immer mal ein bisschen verkleidet oder kostümiert auf dem Fünf-Kilometer-Rundkurs unterwegs.

Heusenstamm - Bereits zum 19. Mal veranstaltet der Rodgau Lauftreff an diesem Samstag seinen beliebten 50-Kilometer-Ultramarathon rund um die Gänsbrüh in Dudenhofen. Vor einer Woche lagen dem Veranstalter 822 Voranmeldungen aus 22 Nationen vor. Bereits siebenmal freute sich der RLT über mehr als 1000 Voranmeldungen, der Rekord an Interessenten resultiert mit 1224 aus dem Jahr 2016, im dem mit letztlich 958 Startern auch der bisherige Teilnehmerrekord aufgestellt wurde. Im vergangenen Jahr gingen 812 Ultras auf die Strecke, wobei erneut viele Läufer das Rennen zur Formüberprüfung nutzten und den Wettkampf vorzeitig abbrachen.

Mit dabei ist dieses Mal auch Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn), der amtierende deutsche Meister über 100 Kilometer. Im vergangenen Jahr erreichte er zudem in Marburg über die 50 Kilometer in 2:54,12 Stunden einen neue persönliche Bestzeit. In 2:57,26 Stunden hält Hoffmann seit 2016 den Streckenrekord in Dudenhofen, mit Blick auf seine aktuelle Bestzeit könnte diese Marke in diesem Jahr erneut fallen. Den Streckenrekord der Frauen hat seit 2016 Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) mit 3:32,42 Stunden inne. Da sie bisher nicht auf der Meldeliste steht, ist der Kampf um die Spitzenplätze bei den Frauen völlig offen und verspricht jede Menge Spannung. Starten wollen heute auch die beiden Titelverteidiger Frank Merrbach (LG Nord Berlin Ultra Team) und Sabine Schmitt (TV Alzey/Laufteam Gasser).

Mit dabei in Dudenhofen ist auch Erhard Mende (60) aus Heusenstamm. Der Westfale, der in seiner Heimat bis zu seinem 30. Lebensjahr Volleyball spielte, ehe es ihn ins Rhein-Main-Gebiet verschlug, startet für die TSV, für die er auch in der Freizeitabteilung sowie bei der Abnahme des Deutschen Sportabzeichens tätig ist – notfalls auch einmal während der Trainingseinheiten als Übungsleiter.

„Gelaufen bin ich schon immer gerne“, sagt Erhard Mende, „Anfang der 90er Jahre habe ich beschlossen, ein wenig mehr zu machen“, nennt der 60-Jährige den Grund, warum er das Lauftraining intensivierte. 2003 nahm er dann erstmals am Marathon in Frankfurt teil. Seitdem standen viele bekannte Stadtläufe auf seinem Zettel: Hamburg, Berlin, New York, Köln, Barcelona – dank seiner Laufleidenschaft kam der Westfale viel herum. „In jedem Jahr ein Marathon, selten auch einmal zwei“, erklärt er.

Sein ganz großes Ziel ist der Tokio-Marathon Ende Februar. „Die Reise ist bereits gebucht, ich hoffe, dass ich bis dahin gesund bleibe. Denn es war sehr schwer, eine Startplatz für diesen Marathon zu bekommen“, sagt Mende. Insgesamt eine Woche soll der Aufenthalt in Ostasien dauern. Daher steht für den Heusenstammer, der bisher maximal die Marathon-Distanz absolvierte, fest: „Ich laufe in Dudenhofen nicht durch.“ 30 Kilometer lautet mit Blick in den Trainingsplan seine Vorgabe für den heutigen Samstag. Allerdings startet Erhard Mende nicht zum ersten Mal an der Gänsbrüh. „Ich kenne einige Mitglieder des Veranstalters, die haben mich bereits vergangenes Jahr schon einmal eingeladen, nach Dudenhofen zu kommen.“ So startete er bereits 2017 erstmals in Rodgau. Natürlich nicht über die kompletten 50 Kilometer, auch da begnügte sich Erhard Mende mit 30 Kilometern. Am Start in Dudenhofen ist heute auch seine Ehefrau Mercedes, die für die Helaba BSG Triathlon die Laufschuhe schnürt.
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